Wolfgang Borchert 

Lebensdaten:

Werke: Zum Autor:
Kaum ein anderer Schriftsteller hat so klar wie Bochert über die eignen Kriegserlebnisse im Zweiten Weltkrieg und über die Zeit danach geschrieben. Schon mit fünfzehn schrieb er Gedicht und zwar bis zu zehn Stück am Tag. Mit 18 Jahren wurde er in den Krieg berufen. Von der Gestapo zum Teil wegen seiner Gedichte verfolgt, wurde er wegen Landesverrat zum Tode verurteilt, welches jedoch nicht vollstreckt wurde. Nach dem Krieg war Borchert schwer krank. Er litt an Fieber und Gelbsucht. Die Krankheit hielt ihm aber nicht davon ab seine  Kriegserfahrungen niederzuschreiben. In den letzten zwei Jahren seines Lebens schrieb er wie vom Tod verfolgt seine Erzählungen, Gedichte usw.. Borchert starb an den Folgen des Krieges von denen er sich nie erholt hatte.
 
Selbstbiographie von Wolfgang Borchert:

Ich bin 1921 in Hamburg geboren. Mein Vater ist Lehrer und meine Mutter ist Schriftstellerin und war als Hörspielautorin am Rundfunk tätig. Ich habe eine Volksschule und eine Oberrealschule bis zur Prima besucht. Danach war ich zwei Jahre Buchhändler in einer Verlagsbuchhandlung und ging nebenbei auf eine Schauspielschule.
Als Siebzehnjähriger veröffentlichte ich in 3 Hamburger Tageszeitungen und im Münchner Simplicissimus Gedichte. 1941 machte ich mein Schauspielexamen und ging an die Landesbühne Ost-Hannover in Lüneburg. Von Juni 1941 bis April 1945 war ich Soldat. Ich bin verwundet worden, habe Erfrierungen gehabt und ich habe in Rußland eine Art Gelbsucht bekommen, die bis heute andauert. Als Soldat habe ich zwei Freiheitsstrafen von zusammen 17 Monaten verbüßt wegen Zersetzung der Wehrkraft und wegen Angriffen auf Partei, Staat und Wehrmacht. 1942 wurde gegen mich die Todesstrafe beantragt.
Nach dem Kriege war ich zunächst am Kabarett tätig und als Regieassistent der Hamburger Schauspielbühnen (Nathan der Weise). Dann war in an dem Theater Die Komödie engagiert. Im Oktober 1945 wurde ich krank und habe seitdem ein Theaterstück geschrieben, das viermal im Rundfunk gesendet wurde und bisher von 6 Bühnen zur Aufführung erworben wurde. Außerdem habe ich in dem Verlag Hamburgische Bücherei einen Gedichtband und einen Band Erzählungen veröffentlicht, die von verschiedenen Zeitschriften abgedruckt wurden (Die Fähre, der Ruf, der Horizont, das Karussel usw.). Der Rowohlt Verlag, der auch mein Stück verlegt hat, bringt einen 2. Band Erzählungen heraus und die Hamburgische Bücherei ebenfalls.

20. September 1947,
St. Clara Spital, Basel