Die Geschichte handelt von dem Schauspieler Hendrik Höfgen. Lange
Zeit war es durch gerichtlichen Beschluß für den deutschen Buchmarkt
nicht freigegeben, da die Gerichte der Auffassung waren, daß in diesem
Buch Persönlichkeitsrechte des Intendanten Gründgens, der im
Dritten Reich unter Göring gefördert wurde, angegriffen werden.
Klaus Mann hatte zwar ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die
Personen in seinem Buch keine Porträts sind, was aber den Gerichten
nicht ausreichte.
Die Geschichte beginnt in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts
während der Weimarer Republik. Höfgen ist in Hamburg ein bekannter
Schauspieler, welcher dafür sehr hart arbeitet. Er will groß
herauskommen. Er unterhält eine SM-Beziehung zu Juilette, welche er
geheim hält. Er arbeitet mit den Kommunisten zusammen, da er der Meinung
ist, daß diese die Macht ergreifen werden und ihn somit zu großen
Ruhm verhelfen. Aus eher taktischen Gründen heiratet er Barbara, wobei
er weiter eine Beziehung zu Juilette unterhält, welche seine Meisterin
und Geliebte bleibt. Zwischen Barbara und Hendrik kommt es zu einigen Meinungsverschiedenheiten,
da Barbara einen anderen Lebensstil als Hendrik führt. Seine harte
Arbeit am Theater führt immer wieder dazu, daß er Schwächeanfälle
bekommt und sich verausgabt. Über eine Aufführung in Wien kommt
er dann endlich nach Berlin. In der Hauptstadt kann er schon bald die Herzen
des Publikums für sich gewinnen und überzeugt als Mephisto in
Goethes Faust.
Als Hitler an die Macht kommt, befindet sich Höfgen in Spanien.
Da er aus Angst nicht nach Deutschland zurückkehren will, geht er
nach Paris. Nach ein paar Wochen hat er in Deutschland einige Fürsprecher
gefunden, so daß er am Theater in Berlin wieder gebraucht wird. Die
neue Regierung verzeiht ihm, daß er eine kommunistisch-angehauchte
Vergangenheit hat. Er hat einige Widersacher, die ihm am liebsten bei der
Regierung anschwärzen wollen. Über die Schauspielerin Lotte lernt
er den Ministerpräsidenten kennen, der sich gleich mit Höfgen
anfreundet. Juilette wird von Hendrik nach Paris geschickt, damit sie seinem
Ansehen nicht schadet. Die Ehe mit Barbara wird beendet, da sie weiter
in Paris bleibt und dort eine Zeitschrift gegen die Nationalsozialisten
herausbringt. Höfgen freundet sich mit immer mehr Parteigenossen an
und macht auch die Bekanntschaft mit dem Führer. Er wird Intendant.
Er schwimmt im Reichtum. Doch der Reichtum ist nur auf das Materielle beschränkt.
Von seinen ehemaligen Freunden, den Kommunisten, erhält er eine Drohung
und er merkt, daß er alle Freunde verloren hat.
Als Herr Jacobi (Manns Verleger) den Roman nicht veröffentlichen wollte, schrieb Klaus Mann am 12. Mai 1949 (kurz vor seinem Tod):
Sehr geehrter Herr Jacobi,
Ihr Brief vom 5. Mai ist unbezahlbar! Einen Roman drucken - das heißt
bei euch jetzt also >eine Aktion starten<. Diese Aktion, so meinen Sie
- dürfte im Fall des >Mephisto<, keinesfalls einfach sein´
und muß ergo zunächst unterbleiben. Warum? Weil Herr Gründgens
..., hier eine bereits bedeutende Rolle spielt´. Das heiße
ich mir Logik! Und Zivilcourage! Und Vertragstreue! - Ich weiß nicht,
was mich mehr frappiert: die Niedrigkeit Ihrer Gesinnung oder die Naivität,
mit der Sie diese zugeben. Gründgens hat Erfolg: warum sollten Sie
da ein Buch herausbringen, da gegen ihn gerichtet scheinen könnte?
Nur nichts riskieren! Immer mit der Macht! Mit dem Strom schwimmen! Man
weiß ja, wohin es führt: zu eben jenen Konzentrationslagern,
von denen man nachher nichts gewußt haben will...
Ich darf Sie um die Gefälligkeit bitten, mir das Ihnen anvertraute
Exemplar des >Mephisto< (eine Seltenheit) umgehend an obige Adresse
schicken zu wollen.
Bitte schreiben Sie mir nicht mehr.
Hochachtungsvoll Klaus Mann