Wir kennen wohl fast alle den christlichen Glauben von früher Kindheit an. Man hat uns darin unterwiesen, teilweise im Elternhaus, im Kindergarten, in der Schule, auch in der Freizeit in irgendeiner Jugendgruppe. Wir haben gelernt, die Riten und auch das ganze dahinterstehende Gedankengebäude zu respektieren und für zumindest in sich einigermaßen stimmig und gut durchdacht zu halten. Auch wenn wir später durch selbständiges Denken Schwachstellen entdecken, wenn wir schließlich nicht mehr an diesen Gott oder überhaupt einen Gott glauben, so scheuen wir doch meistens noch davor zurück, uns die Absurdität dieses Glaubens ganz deutlich vor Augen zu führen.
Geschulte Christen sind oft gute Prediger. Sie können die absurdesten Dinge auf eine sehr anschauliche und vernünftig klingende Weise sagen. Ich habe die Absicht, in diesem Aufsatz einmal die Dinge ohne ehrfurchtsvolle Verbrämung ganz schlicht und einfach zu beschreiben. Dabei will ich niemand in seinen religiösen Gefühlen verletzen. Denn das ist eines der schlimmsten Dinge, die man Christen antun kann.
Anmerkung: Atheisten haben keine religiösen Gefühle, und alle anderen Gefühle darf man anscheinend verletzen, denn das tun Christen jedes Mal, wenn sie der Abkehr vom Glauben und der Gottlosigkeit an allen Übeln der Welt die Schuld geben. Wenn sie nationalsozialistische und/oder kommunistische Terrorherrschaft auf Gottlosigkeit und Glaubenslosigkeit zurückführen. Jede Woche in vielen Zeitungen nachzulesen.
Was
also glauben Christen eigentlich?
Alleinige Grundlage ist die Bibel (abgesehen von den Katholiken, bei denen das kirchliche Lehramt unbedingt mitbestimmen will). Die Bibel selbst gliedert sich in das Alte Testament (AT) und das Neue Testament (NT).
Im AT erschafft Gott (dessen Herkunft, Eigenschaften und vor allem seine Absicht zunächst nicht weiter erklärt sind) die Welt. Er überlässt sie nach dem Sündenfall mit nachfolgender Bestrafung (Vertreibung aus dem Paradies) sich selbst, bis sie zu schlimm geworden ist. Die einzige gerettete Familie (Noah und Co, die Erfinder des Regenbogens, alle mit wahrhaft sagenhaften Altern) pflanzt sich weiter fort bis die Patriarchen (Abraham und Abkömmlinge) entstehen. Nachdem diese Sippe in Ägypten gelandet ist und sich daraus befreien konnte, wurde nach der Wanderzeit und der Eroberung der kanaäneischen Gebiete das Königreich Israel gegründet. Gott hilft diesem Volk, wo er kann, gegen alle Feinde und auch egal, ob dieses Volk im Recht oder im Unrecht ist. Vorgeschichtlich ist auch die bekannte Hiob-Geschichte, noch heute Pflichtstoff im Gymnasium. Hier tritt auch erstmals der Satan als Versucher (GOTTES!!) auf.
Es ist bekannt, daß die sagenhaften vorgeschichtlichen Ereignisse in der Zeit des israelischen Königtums niedergeschrieben wurden, nach Jahrhunderten mündlicher Überlieferungen. So etwas erhöht natürlich naturgemäß die Glaubwürdigkeit, nicht wahr?
Subjekt:
Da ist also ein
Gott, ein allmächtiges und allwissendes Wesen (das ergibt im Verlauf
der AT-Geschichten). Die Allgütigkeit, die ihm später von den
seinerzeit noch nicht existierenden Christen zugeschrieben wird, ist im
AT noch strikt auf die Interessen des Abraham und dessen Nachkommen (die
das isrealische Volk bilden) beschränkt. Für alle Nicht-Juden
ist dieser AT-Gott eher recht fürchterlich.
Prädikat:
Es erschafft auf
einmal
Objekt:
die Welt (nach den
Kreationisten in sieben Tagen).
Wozu?
Das steht nirgends.
Spekulationen, teilweise inspiriert durch biblische Texte:
- Es war ihm langweilig in seiner allmächtigen und allwissenden Einsamkeit. Er war sich selbst nicht genug.
- Er wollte spielen (das tat er dann ja auch).
- Er wollte retten (aber dazu musste er erst einmal Situationen erzeugen, in denen jemand vor etwas zu retten war). Man fragt sich, woher der Trieb zu retten, denn kam. Passt zu Typ 2 (spielen).
- Er wollte sich anbeten und bewundern lassen, weil er sich so toll fand und bisher keiner da war, der das tun konnte..
- Er wollte dem Satan (beschrieben z.B. im Hiob) beweisen, dass seine eigenen Anhänger treu zu ihm hielten, egal was er ihnen antat respective antun ließ.. (Passt zu allem oben genannten).
Bleibt aber hier die Frage, woher denn Satan kam. Hat er ihn versehentlich miterschaffen? Es ist bekannt, dass es weitere, nicht in der Bibel enthaltene Texte gibt, in denen ein Kampf mit abtrünnigen Engeln unter Führung Luzifers (des LIchtbringers", wohl ein Verwandter des Prometheus) beschrieben wird. Die Gottesmannschaft gewinnt, und Luzifer wird in die Unterwelt verbannt. Nach diesen Texten soll auch die Schöpfung selbst schon der zweite Versuch gewesen sein (die erste Frau hieß demnach Lilith und Eva war schon die zweite.)
Eigenartig auch die Geschichte von Adam und Eva (mal ganz abgesehen davon, dass Eva nur ein Rippchen ist, es war halt eine patriarchalische Gesellschaft, die diesen Mythos erfand): Sie mussten das Paradies (der unwissenden Unschuld) verlassen, weil sie vom "Baum der Erkenntnis" aßen (natürlich war Eva schuld). Anscheinend wollte Gott nicht so gerne, dass sein Spielzeug etwas erkannte .... Wir wissen nicht, warum er es nicht verhinderte, oder ob er's vorher überhaupt merkte. Warum stellte er den Baum dahin? War er so naiv anzunehmen, dass ..... Wahrscheinlich war es Absicht.
Nur mit der Allgüte hatte er dann aber seine Probleme..... (Allerdings wurde diese ihm erst später zugeschrieben (siehe oben). Ich fand im AT keine "eigene" Aussage darüber).
Ich vermute, nach den biblischen Berichten ( sonst gibt es ja keine Belege), dass er von allem ein bisschen wollte und auch tat.
Soweit mir bekannt ist, gibt es auch aus dieser Zeit (AT) keine irgendwie gearteten "Leben-nach-dem-Tod"-Stellen. Oder sowas wie das "jüngste Gericht". Was geschah nach dem Tode mit den gläubigen Juden? Und all den andern?
Dieses Gottesbild
ähnelt nach meinem Dafürhalten einem monarchischem Despoten.
In seiner Zeit ist es durchaus erklärlich und nachvollziehbar.
Abgesehen vom
wahrscheinlichen Ursprung dieses Gottesbildes ist dieser Gott nur noch
interessant als Hausgott des jüdischen Volkes. Bezieht man die nicht
im AT vorhandenen Bücher mit in die Betrachtung ein und schaut sich
bei den Schöpfungsmythen anderer Völker um, dann sind Götterkämpfe
untereinander eher die Regel als die Ausnahme.
Muss man an so etwas tatsächlich glauben, es anbeten? Nur, weil dieser Gott vorzugsweise mit Feuer und Schwert erfolgreich in der ganzen Welt verbreitet wurde?
Wer würde an diesen Gott glauben wollen, wenn er nicht von klein auf zwangsweise in Ehrfurcht vor so einem Gott erzogen wurde? Wenn nicht fast alle seine Mitmenschen durch diesen Glauben indoktriniert wären? Was bringt dann der Glaube an irgendeinen Gott?
N i c h t s ! (Außer vielleicht, dass man vieles eigene Nachdenken erspart, z.B. über Ethik und Moral und daß er Pseudoantworten liefert auf grundsätzliche menschliche Fragen)
Vielleicht merkten die aus dieser Sinnlosigkeit resultierende fehlende Spannung ja seinerzeit vor fast zweitausend Jahren einige Fromme und renovierten den Kult? Vorteil: jetzt konnten auch die Nichtjuden etwas von diesem Gott abbekommen. Dazu musste dieser aber eine Metamorphose durchmachen.
Angeblich die Lebens- und Leidensgeschichte einer
tatsächlich existiert habenden Person namens Jesus. Vom seinem Leben
selbst erfährt man kaum etwas (wie gesagt, es ist noch nicht sicher,
dass es ihn überhaupt gab, und einige Details aus seiner Lebensgeschichte
sind bereits effektiv widerlegt worden, z.B. der Kindermord des Herodes!!),
nur von seiner angeblichen Lehre, die durch Hörensagen überliefert
wurde, durch seinen widersprüchlich geschilderten Tod und seine unglaubwürdige
Auferstehung samt allem, was danach noch von so Leuten wie Paulus verbreitet
wurde oder der Apokalypse, die unterschiedlich ernst genommen wird. Außerdem
kann man sich fragen, warum dieser Jesus seine so furchtbar
wichtigen Lehren nicht selbst aufgeschrieben hat, sondern es Leuten fast
ein Jahrhundert später überlassen hat, ihn zu interpretieren.
.
Auf einmal, nach längerer Zeit, merkte Gott, dass er die Menschen erretten müsste. Jedenfalls die zukünftigen, für die schon gestorbenen war der Zug bereits abgefahren. Außerdem waren da ja noch eine Menge Profezeihungen, deren Erfüllung noch ausstand. Deshalb schuf er eine Art Inkarnation von sich, die als Mensch verkleidet auf der Erde geboren wurde. Wie in Götterkreisen vielfach üblich, musste die Mutter noch Jungfrau sein. Eigenartigerweise wusste diese Inkarnation einerseits von ihrer Eigenschaft (und bezeichnete sich als Sohn), andererseits fühlte er sich anscheinend nicht als Gott selbst, was man aus der Art des Umgangs mit dem "Vater" schließen kann. Allerdings sollte man dazu wissen, dass dieser Jesus erst eine ganze Zeit nach seiner irdischen Verweilzeit in den Rang eines Gottes erhoben wurde. Weil Christen aber Monotheisten sein müssen, musste man diesen Zweitgott mit dem Erstgott verschmelzen, und weil aller guten Dinge drei sind, erfand man (aus dem sogenannten Pfingsterlebnis resultierend) noch dazu einen heiligen Geist. Das nannte man Dreieinigkeit, und nach der Lektüre vieler christlicher Interpretationen habe ich den Eindruck, dass keiner so ganz richtig weiß, was das nun genau sein soll. Allerdings soll dieser HeiGei, der auf dem Konzil von Nicäa erstmals erfunden wurde, bereits die Autoren des AT inspiriert haben. (So schließt sich der Kreis!)
Die Menschen waren böse zu Gott und sündenbeladen von Geburt an (Erbsünde, wegen der Geschichte von Adam und Eva, denn das bedeutet, dass aus der Erkenntnis eine Gottesferne resultierte. Das halte ich auch für vernünftig). Sünde vertreibt man mit Buße und Opfer, besonders mit Opfer. Das ist bei fast allen Religionen so. Nur war anscheinend keine Art des Opfers stark genug. Menschenopfer gab's zu dieser Zeit bei den Juden schon lange nicht mehr. Tier- oder Pflanzenopfer waren wohl zu profan. Also opferte Gott seinen Sohn, bzw. damit ein Stück von sich selbst, bzw. eine seiner Inkarnationen. Er opferte sich selbst (in seiner Eigenschaft als Sohn) also sich selbst (in seiner Eigenschaft als Vater). Was er insgesamt davon hatte, weiß außer ihm niemand, noch warum er das tun musste (?). Wir spekulieren daher wieder:
Anscheinend unterlag dieser allmächtige Gott einem von ihm unabhängigen Zwang, sonst hätte er ja auch so vergeben können. Wieso er sich selbst etwas opfert, und mit welchem Mechanismus dieses Opfer irgendetwas bewirkt, bleibt schleierhaft.
Wenn man die Existenz dieses Gottes damit rechtfertigt, dass alles einen Urgrund gehabt haben müsse, dann stellt sich die Frage, ob dieser Gott vielleicht einen Übergott hat, der ihn geschaffen haben muss und dem er vielleicht diesen Sohn, Teil von sich selbst, geopfert hat? Aber was hätte der dann davon gehabt?
Müßige Frage. Was hat denn dieser Gott davon gehabt? Bleiben wir beim "Naheliegenden".
Außerdem war es schließlich ja kein echtes Opfer, denn der geopferte Sohn wurde anschließend wieder lebendig gemacht. Trotzdem blieb die Opferwirkung, nämlich die Erlösung, voll erhalten.
Was hat diesen Gott davon abgehalten, alle seine Geschöpfe nach ihrem Tod unter seinen Fittichen zu versammeln? Wozu erst der Hokuspokus und das Theater?
Ein Streitpunkt unter Christen ist noch, ob die
Erlösung wirklich für alle Menschen gilt, ob man etwas dafür
tun muss, ob es reine Gnade ist,
Alles total logisch, nicht
wahr?
Aus den Evangeliums-Seiten:
Wir haben als Menschen alle den Kontakt zu Gott durch das verloren, was die Bibel Sünde nennt und können ihn von sich aus nicht wieder aufnehmen. Da Gott absolut gerecht und heilig ist, kann er mit Sündern nicht direkt etwas zu tun haben. Das bedeutet, dass jeder Sünder erst für seine Sünde bestraft werden muss, und das heißt, dass er bereits für eine einzige Sünde "sterben" muss.
Jesus kam, um dieses Dilemma aufzulösen, indem er die Strafe für unsere Sünde - als selbst sündloser Mensch - trug - am Kreuz. Die historische Tatsache der Auferstehung Jesu am dritten Tage danach (vergl. 1.Kor.15) beweist, dass Gott sich dazu stellt und das diese Stellvertretung damit für alle Zeit gültig ist.
Das einzige, was der Mensch noch tun muss, um wieder in Kontakt mit Gott treten zu können und in alle Ewigkeit mit ihm zusammenleben zu können ist die persönliche Annahme dieser stellvertretenden Erlösung durch Jesus. Das nennt man oft "Bekehrung" zu Jesus.
Weil Gott nicht allmächtig genug ist,
braucht er einen Dummy, um wenigstens gut sein zu können ....
Witzig auch der Hinweis auf die Auferstehung
Jesu als "historische Tatsache"!