






Religion so wichtig wie Mathe
Bischöfe und Pädophilie
Christian Wulff: Großes Lob
für Kirchenferne
Neues vom Opus Dei
Noch' Urteil ......
Gerichtsurteile und
ihr Wert
Endlich Infos zum
Kirchenmammon
Zu wenig
Religionsunterricht
Neues zum Religionsunterricht
Mary macht Ernst
Wunder gibt es immer wieder
I love you
noch mal Radio Vatikan
Radio Vatikan
Kirchliche Kindergärten
Krebs
Toleranz gegenüber dem
Gesetz
Ladenschluss und
Kirche
Segen und Scheitern
Vatikanischer Abbruch
Einstein zur Religion
Exorzismus1: Die Teufelchen
Zum Religionsunterricht
Exorzismus2: Ritual
Exorzismus3: Anzeichen
von Besessenheit
Frauen in der Kirche
"Religion so wichtig wie Mathematik". Quelle: Nordwest-Zeitung vom 09. November 2002.
"Lüneburg. Die christlichen Kirchen in Niedersachsen beobachten mit Sorge, dass Schulfächer wie Mathematik und Deutsch oft für wichtiger gehalten werden als Religion. Anlässlich eines Treffens von evangelischen und katholischen Kirchenvertretern mit der Schulbehörde in Lüneburg sagte Oberkirchenrätin Kerstin Gäfken-Track gestern, eine solche Diskussion in der Öffentlichkeit sei "verheerend". Im Religionsunterricht würden Kompetenzen für die Bildung der Persönlichkeit und Lesefähigkeit gefördert. Das Fach dürfe nicht gegen die "harten Fächer" ausgespielt werden, zumal die Wirtschaft neuerdings wieder mehr als das reine Paukwissen fordere.
Dass Mathe und Deutsch sehr viel wichtiger als Religion sind, dürfte unbestritten sein. "Diskussionen in der Öffentlichkeit" finden doch gar nicht statt. Lesefähigkeit und Persönlichkeitsbildung leistet jedes andere Fach mindestens genau so gut. Und Mathematik und Deutsch als "harte Fächer" zu bezeichnen und "reines Paukwissen" zu unterstellen, ist nicht nur ignorant, sondern auch frech und unverschämt.
Deutschlands Bischöfe noch vor schwerem Weg. Quelle: Nordwest-Zeitung vom 28. September 2002.
"... Die Bischöfe räumten in ihrem Vorwort zu den gemeinsamen Leitlinien ein, bei früheren Missbrauchsfällen "häufig unangemessen" reagiert zu haben. Die Ursache sieht Lehmann vor allem auch darin, dass die Bischöfe vor Jahren kaum wussten, was Pädophilie - eine sexuelle Störung - bedeutet. ....."
Bischöfe wussten kaum, was Pädophilie ist? Leute, die Latein und Griechisch beherrschen? Die studiert haben? Ernsthaft? Wohlgemerkt: es geht nicht darum, dass Bischöfe einen eigenen Verdacht schöpfen sollten, sondern dass sie auf angezeigte Fälle sexuellen Missbrauches reagieren.
Szenario:
Anzeiger: "Herr Bischof, mir ist zu Ohren gekommen, dass der Pfarrer XYZ einen Messdiener wiederholt sexuell missbraucht hat!"
Bischof: "Tut mir Leid, bei Pädophilie kann ich nichts machen. Ich weiß nicht genau, was das ist, aber ist ja wohl nicht so schlimm."
Und solche Menschen maßen sich an, andere hüten zu wollen?
Aber schauen wir uns doch die Leitlinien selbst an: Quelle: http://dbk.de/presse/pm2002/pm2002092702.html. Ich greife einige Punkte heraus:
"Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz
3. Jede Anzeige oder Verdachtsäußerung wird umgehend geprüft.
4. Der Diözesanbischof wird sofort unterrichtet.
5. Bei Erhärtung des Verdachts wird eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet.
6. Bestätigt die Voruntersuchung den Verdacht sexuellen Missbrauchs, wird der Apostolische Stuhl befasst.
7. In erwiesenen Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wird dem Verdächtigten zur Selbstanzeige geraten und ggf. das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft gesucht (vgl. I, 1).
13.Eine angemessene Information der Öffentlichkeit wird gewährleistet."
Es ist immer wieder beruhigend zu sehen, wie die Kirche sich bemüht, der Polizei und der Staatsanwaltschaft ihre schwere Arbeit zu erleichtern bzw. sogar abzunehmen. Das nenne ich wahre Nächstenliebe.
Niedersachsens CDU-Vorsitzender Christian Wulff lobt kirchenferne Menschen. Quelle: Nordwest-Zeitung vom 02.0Mai 2002.
"Wulff war am Montagabend Gast im Kardinal-von-Galen-Haus in Stapelfeld, wo dessen Direktor Dr. Günther Wilhelms das Akademiegespräch über „Bildung und Erziehung aus christlicher Verantwortung“ moderierte.
Wulff proklamierte ein „Ende der Spaßgesellschaft“. Der Mensch sei eine Sozialnatur, weniger ein Individuum. Die Pflicht des Sichkümmerns dürfe nicht verkümmern. Zur Freiheit gehöre Verantwortung. Abseits autoritärem Gehabes solle den Kindern weniger die Rechte als die Pflichten erklärt werden. Ansprüche setzten Leistung voraus."
Dann wirft er einem Drittel der Kindergärten vor, ihren Erziehungsauftrag nicht zu erfüllen, sondern nur mehr zu betreuen. Anschließend ein großes Lob für die kirchenfernen Menschen:
"Kirchennahe Christen sähen zu 55 Prozent das Leben als Aufgabe, kirchenferne Menschen wollten zu 40 Prozent nur das Leben genießen."
Ein derartiges Riesenkompliment hätte ich von einem namhaften CDU-Politiker nicht erwartet. Sehr fair, Herr Wulff!
Focus Reportage: Dein Werk Geschehe. Quelle: Focus Nr. 14/2002, S. 62 ff. Nicht in der Online-Ausgabe.
"Beherzt schwingt er sich aus dem Bett, denn er will seinen Herrn nicht warten lassen. Er streckt sich kurz, kniet sich neben seinen Schreibtisch und küsst den Boden. "Serviam", haucht er. Ich will dienen......... ......... liegt sein Bußgürtel bereit. Eine Art Dornenkranz aus Drahtgeflecht, gefertigt von Nonnen des Karmeliter-Ordens. Zwei Stunden täglich spannt er ihn mit Hilfe zweier brauner Schnürsenkel um seinen Oberschenkel, eine "dezente symbolische Nachahmung der Dornenkrönung". In der Schublade seines Wandschranks, zwischen Unterhosen und schwarzen Socken, wartet ein weiteres von Nonnenhänden geflochtenes Utensil aus der hohen Schule der Askese. Eine fünfschwänzige Bußgeißel - zum wöchentlichen Gebrauch."
Es handelt sich um KEINE Schilderung von Praktiken aus der Sado-Maso-Szene, sondern es ist ein sieben Seiten langer Bericht über das Opus Dei. Es kommt noch schlimmer, aber ich möchte die Spannung nicht vorweg nehmen .....
In derselben Ausgabe des Focus ein Bericht über ein Koran-Missverständnis über die Huris.
Urteil des OLG Oldenburg bezüglich Kirchenasyl. Quelle: Nordwest-Zeitung, zitiert nach http://www.nordwest.net/region/politik/22362_38843.html.
"Oldenburg - In dritter und letzter Instanz hat ein katholischer Pfarrer aus dem emsländischen Papenburg seinen Rechtsstreit um Kirchenasyl für eine von Abschiebung bedrohte kurdische Familie verloren. Der erste Strafsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Oldenburg hat in einem am Dienstag veröffentlichten Revisions-Beschluss die Forderung des 61-Jährigen nach einem Freispruch für seine Gewissensentscheidung zurückgewiesen.
Wegen Verstoßes gegen das Ausländergesetz bleibt er damit zu einer Geldstrafe von 2.045 Euro verurteilt. Ein Gewissenskonflikt sei kein Rechtfertigungsgrund für einen Gesetzesverstoß, heißt es im OLG-Beschluss. Auch in einem "umstrittenen Konfliktbereich" könne niemand "kurzerhand die Funktion von Gesetzgeber, Gericht und Exekutive übernehmen", um die nach seiner Überzeugung "allein richtige Sicht der Dinge" durchzusetzen.14 Monate lang hatte der Pfarrer seit November 1998 mit Billigung der Kirchenleitung einer neunköpfigen kurdischen Familie in kircheneigenen Räumen Unterkunft gewährt. Die Familie sollte nach drei erfolglosen Asylverfahren in die Türkei abgeschoben werden. Das spektakuläre Kirchenasyl erregte großes öffentliches Aufsehen und Anteilnahme für das Schicksal der Familie. Die Aufenthaltserlaubnis wurde verlängert."
Endlich entscheidet ein Gericht, dass Kirchen-Funktionäre nicht berechtigt sind, sich über Recht und Gesetz zu stellen. Bei Fällen wie der betroffenen kurdischen Familie sollten alle Rechtsmittel ausgeschöpft werden - keine Frage - aber ein Aufenthalt in einer Kirche sollte nicht zum rechtsfreien Raum geraten dürfen. Schließlich leben wir in einem RECHTS-Staat, nicht in einem Kirchen-staat. Schlimm genug, wenn Polizei bereit ist, Kirchenräume als sozusagen exterritorial zu betrachten. Was spricht dagegen, auf Menschen auch in Kirchenräumen zuzugreifen, wenn diese dort wohnen, essen, schlafen usw.?
Wert von Gerichsturteilen. Quellen: Bundesverfassungsgerichtsurteil, zitiert nach http://www.uni-wuerzburg.de/dfr/bv093001.html. Und "Mit allen über Kreuz". FOCUS 2/2002. S. 36.
"1. Die Anbringung eines Kreuzes oder Kruzifixes in den Unterrichtsräumen einer staatlichen Pflichtschule, die keine Bekenntnisschule ist, verstößt gegen Art. 4 Abs. 1 GG.
2. § 13 Abs. 1 Satz 3 der Schulordnung für die Volksschulen in Bayern ist mit Art. 4 Abs. 1 GG unvereinbar und nichtig.""Konrad Riggenmann bekam in den vergangenen Tagen viele böse Briefe. Ein Verfasser mit der Angst einflößenden "Schuhgröße 63" drohte dem 49-jährigen, er werde "ihm so lange in den Arsch treten, bis er aus Bayern verschwunden ist - nach Afrika!" Anlass der ruppigen Anmache: Seit Jahren begehrt der Lehrer der Hermann-Köhl-Volksschule in Pfaffenhofen an der Roth dagegen auf, unter Kreuz und Kruzifix lehren zu müssen. Die Symbole des Christentums stünden nicht für Erlösung, Hingabe und Versöhnung, meint der Lehrer. Vielmehr sei das Kreuz "die Pfahlwurzel des Holocaust". Der Zwang, unter diesem Sinnbild zu lehren, sei verfassungswidrig, so der Beamte. Vergangenen Mittwoch gab der 3. Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs dem Gewissensnot Leidenden Recht. Dich Richter Verpflichteten den Freistaat, "in den Klassenzimmern, in denen der klagende Lerher unterrichtet, das Kreuz abzunehmen".
Da frage ich mich als juristischer Laie: Obwohl es ein Verfassungsgerichtsurteil vom 16. Mai 1995 gibt, das die Verfassungswidrigkeit der Aufhängung von Kruzifixen in Schulen feststellt, muss ein Lehrer die Einhaltung extra einklagen. Wozu dienen denn dann eigentlich Grundsatzurteile?
Tröstlich ist, dass er schließlich Recht bekommt. Aber sehen wir uns einmal die Verbal-Reaktionen einiger demokratischer Volksvertreter dazu an:
"Kultusministerin Monika Holmeier (CSU) rügte, dass sich "ein Einzelner ohne Toleranz" gegen die Mehrheit durchgeboxt habe. Seine Deutung des Kreuzes sei "irrwitzig". CSU-Generalsekretär Thomas Goppel mahnte, der Mann müsse "raus aus dem Unterricht".
Dass einige katholische Würdenträger dann auch noch den Richtern ein "ungesundes Rechtsempfinden" bescheinigten und den Kläger vor den Psychiater zerren wollten, garniert den Fall.
Wenigstens kann man den Bayerischen Gerichten noch trauen. Wenn auch leider Gerichtsurteile, so sie einmal ausgesprochen sind, nicht mehr viel wert zu sein scheinen ..........
Kirchenmammon. Quelle: "Diskret wie Schweizer Banken". Der Spiegel. 3. Dez. 2001. http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,171699,00.html
Der Hamburger Politologe Carsten Frerk brachte nach jahrelanger Kleinarbeit Licht in das Dunkel der Kirchenvermögen: Beide christlichen Kirchen zusammen verfügen über ein Vermögen von fast 1 Billion Mark. Darüber hüllt man sich kirchlicherseits gern in Schweigen. Hier auszugsweise einige Zahlen:
| Immobilien- und Grundbesitz: | fast 300 Mrd. Mark |
| Geldvermögen: | ca. 170 Mrd. Mark |
| Grund- und Boden: | ca. 6,8 Mrd. Quadratmeter |
| allein auf ev. Boden: | 75062 Gebäude |
| Wert aller kirchlichen Gebäude und Grundstücke: | 424 Mrd. Mark |
| jährliche Kirchensteuer ev. | ca. 8 Mrd. Mark |
| jährliche Kirchensteuer kath. | ca. 9 Mrd. Mark |
| Weitere Einnahmen aus staatlichen Quellen für: | ca. 19,1 Mrd. Mark |
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| Schätzung der Einlagen bei religiösen Geldinstituten: | 42 Mrd. Mark |
| Mit Aktien und Investmentpapieren | ca. 50 Mrd. Mark |
| Schätzung der gesamten kirchlichen Geldeinlagen: | ca. 170 Mrd. Mark |
| Nicht darin inbegriffen sind: | "jene Kleinodien wie Kelche, Monstranzen und Reliquiare, die in kirchlichen Museen und Tresoren lagern oder zu sehen sind." |
Aus einer Meldung der Nordwest-Zeitung vom 30.11.2001: "Religionsunterricht ist im Fächerkanon unersetzbar". Käßmann: Zu wenig Stunden trotz ausreichender Anzahl an Lehrkräften / Plädoyer für Islam-Unterricht.
"Hannover (lni) - Die Bischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Margot Käßmann, hat mehr Religionsunterricht an den Schulen in Niedersachsen gefordert. "Ein Problem der jetzigen Situation ist ja, dass genügend Religionslehrkräfte in den meisten Schulformen vorhanden sind, trotzdem aber zu wenig Religionsstunden erteilt werden", sagte die Bischöfin gestern vor der Landessynode in Hannover. Probeleme der Unterrichtsversorgung in anderen Fächern würden oft auf Kosten des Faches Religion geregelt. In Zukunft werde es darum gehen, den Religionsunterricht zu stärken, auch im Bewusstsein von Schülern, Eltern, Lehrkräften und den Kirchengemeinden. "Wenn unsere Gesellschaft nach Orientierung sucht und junge Menschen mit Orientierung braucht, so ist der Religionsunterricht im Fächerkanon der Schule unersetzbar", sagte Käßmann. Viel zu oft hätten Kinder und Jugendliche im Elternhaus eine Grundbildung in Glaubensfragen nciht erhalten. "Das heißt: "Religionsunterricht muss oft erst die Voraussetzungen für ethisches Urteilsvermögen schaffen, das im christlichen Glauben wurzelt." ........
Insider wissen, dass die allermeisten Religionslehrer nicht nur Religion als Fach haben. Religionslehrer werden für ihre Tätigkeit vom Staat besoldet und haben die Aufgabe, den staatlichen Bildungsauftrag zu erfüllen. Da liegt es nahe, dass sie erst einmal die "normalen" Fächer abdecken, denn sonst fielen Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen etc. aus, auf Kosten eines zwar "ordentlichen", aber doch eher entbehrlichen Unterrichtsfaches Religion. Richtig weist Käßmann darauf hin, dass die Indoktrination in den Elternhäusern zurückgegangen ist und die Schulen zum Handlanger christlich religiösen Interesses gemacht werden sollen. Frech und dummdreist ist es zu behaupten, dass ethisches Urteilsvermögen im christlichen Glauben wurzelt, also impliziert, dass ohne christlichen Glauben ethisches Urteilsvermögen nicht möglich sei. Dahinter steckt die Angst, dass Orientierung außerhalb der Religion gefunden werden kann. Das gibt Käßmann ja auch zu.
Aus einer Meldung der Münsterländischen Tageszeitung vom 18.12.2000:
"Jüngere Pädagogen sind oft entspannter. Studie aus Hannover belegt:
Religionslehrer halten Christentum an den Schulenpräsent!"
"Hannover. - Die Religionslehrer haben die christlichen Werte für die Lösung gesellschaftlicher Fragen wieder entdeckt. Damit sei die These widerlegt, an den Schulen werde nur noch Sozialethik ohne christliche Grundlage unterrichtet, sagte Professor Andreas Feige bei der Vorstellung eines Forschungsprojektes. "Was die Eltern an religiöser Erziehung nicht mehr leisten, leisten heute die Religionslehrer." An dem dreijährigen Projekt der Technischen Universität Braunschweig und verschiedener kirchlicher Einrichtungen beteiligten sich 2109 evangelische Religionslehrer in Niedersachsen. Nach Angaben der Wissenschaftler ist es die erste Studie, die das Selbstverständnis von Religionslehrern in einen großen deutschen Flächenland untersucht. "Den Lehrern geht es darum, die Schüler mit religiösen Profilen vertraut zu machen, damit sie ihre eigenen Lebensentwürfe bewältigen können", sagte Bernhard Dressler vom Religionspädagogischen Institut Loccum. "Je jünger die Lehrer sind, desto entspannter und offener ist ihr Verhältnis zur Kirche", sagte Dressler. Fast jeder zweite Lehrer in Niedersachsen unterrichte das Fach Religion "aus freien Stücken" und nicht auf der Basis einer förmlich erworbenen Lehrbefähigung. Aus organisatorischen Gründen unterrichte bereits die Hälfte aller Lehrer Schüler beider Konfessionen gemeinsam.
Jetzt auf einmal gibt man es zu (offiziell, denn die genannte Studie ist wissenschaftlich begleitet!): Religionsunterricht dient doch nicht nur dazu, armen unbedarften, ethik- und morallosen Kindern ein bisschen Menschlichkeit und Sozialverhalten beizubringen. Eltern erziehen nicht mehr religiös, deshalb muss der Staat religiös nachhelfen. Es handelt sich also zugegebenermaßen um religiöse Indoktrinierung von Staats wegen .Und das von Lehrern, die ein "entspanntes und offenes Verhältnis zur Kirche" (ich interpretiere das als "unkritisch") haben, aber keine Fakultas.
Aus einer Meldung der NORDWEST-ZEITUNG vom 02.08.2000: "Aus heiterem Himmel"
"Amsterdam. Eine buchstäblich vom Himmel gefallene Abbildung der Muttergottes hat in Amsterdam einer Radfahrerin einen Aufenthalt im Krankenhaus eingebracht. Die 27-jährige Radlerin wurde von dem Marienbild in altem Holzrahmen getroffen, als sie unter einer Brücke an der Amstel hindurchfuhr, teilte die Polizei gestern mit. Dabei wurde sie im Gesicht verletzt und musste ärztlich behandelt werden. ..."
Jetzt macht die Dame also endlich Nägel mit Köpfen! Reine geheimnisumwitterte orakelige Weissagungen à la Fatima oder Medjugorje oder was da sonst noch ist, reichen nicht mehr aus, werden sie doch entweder zu lange verschwiegen, höchst freizügig interpretiert und/oder sogar überhaupt nicht ernst genommen. Und wer weiß denn, wie sich diese Radlerin im Straßenverkehr benommen hat. Strafe muss sein.
Aus der WamS vom 11.06.2000: "Nordkoreas Diktator Kim betrügt sein Volk mit angeblichen Wundern"
"... Seit der "Geliebte Führer" regiert, geschehen in der Natur Nordkoreas wahre Wunder. Bereist er sein Land, blühen auf einmal Aprikosenbäume im Herbst, auf den Äckern wachsen plötzlich Rosen und an der Küste finden Fischer "merkwürdige weiße Albino-Seegurken". Von Wundern solcher und anderer Art berichtet die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Und was die berichtet, ist amtlich. Als Kim Jong-Il zum erstenmal einen Golfschläger in der Hand hatte, ist es ihm gelungen, den Ball gleich fünf Mal hintereinander in das Loch zu befördern - mit einem einzigen Schlag. Das ist physikalisch zwar eine Unmöglichkeit - für Kims Hofberichterstatter aber die reine Wahrheit über seine überirdischen Kräfte.
........
Selbst seine Geburt wird mystisch verklärt. 1942 soll er zur Welt gekommen sein. "Auf dem Heiligen Berg Paekdu" sei er geboren worden, erzählt die offizielle Geschichtsschreibung. Zwei Sterne und ein doppelter Regenbogen sollen über der Stelle geleuchtet haben- und Jesu Geburt in Bethlehem übertroffen haben. Die Wahrheit ist banal. ....
Nicht dass ich etwa Kim Jong-Il mit Jesus vergleichen wollte. Das sei fern von mir. Aber wenn Derartiges heutzutage noch möglich ist, wie wird es dann erst vorknapp zweitausend Jahren gewesen sein?
Aus einer Meldung der NORDWEST-ZEITUNG vom 06.05.2000: "Auch Landespfarrer sagt "I love you"
".... Landespfarrer Könitz outete sich sogleich als gewitzt. "I love you" sei nicht nur die Botschaft des Tages, sondern auch die Botschaft Gottes an die Menschen schlechthin, sagte Könitz unter Anspielung auf den als Liebesbrief getarnten aktuellen Computervirus. Seinen Mitarbeitern und sich selbst wünschte er, dass die diakonischen Kräfte nicht verschlissen, sondern optimal eingesetzt werden - und so dazu beitragen, dass "das menschliche Netzwerk nicht abstürzt"."
Wieder einmal ein Beispiel für unfreiwilligen Humor: Er hat Recht, wenn er diesen Virus mit seinem Gott vergleicht, denn es gibt ja durchaus Parallelen: Wenn man die Botschaft öffnet, dann heißt die Devise: "Gehet hin in alle Völker und infizieret sie im Namen des Herrn! "Alles unter der Tarnkappe eines Bekannten, damit die Adressaten die Botschaft auch öffnen. Und wenn man das falsche Betriebssystem sprich Weltanschauung) hat, dann schlägt er hinterhältig zu. Nur, warum er dann noch wünscht, dass das menschliche Netzwerk NICHT abstürzen solle, das verstehe ich nicht ganz......
Meldungen von Radio Vatikan vom 16.03.2000, aufgeschnappt bei http://www.kath.de (Hervorhebungen in Fettdruck von mir)
"Portugal
Papst Johannes Paul II. wird am 13.Mai, Festtag der Muttergottes von Fatima, die Seherkinder im dortigen Marien-Heiligtum selig sprechen. Wie dazu heute aus portugiesischen Kirchenkreisen bekannt wurde, will der Papst während seiner zweitägigen Portugal-Reise neben Fatima auch die Hauptstadt Lissabon besuchen."
Das ist schlechthin kaum mehr zu toppen.
"Die Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe ist heute zuende gegangen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Schwangerenkonfliktberatung, die staatliche Rechtsstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren, die Präimplantationsdiagnostik, Reform der Alterssicherung und die Professio fidei. Einzelheiten von Pater Eberhard v. Gemmingen SJ.
....... Die Meinungen der Oberhirten bezüglich Donum Vitae gehen auseinander. Die Bischöfe lehnen- nach Angaben von Bischof Lehmann- ferner ein Rechtsinstitut für gleichgeschlechtliche Partnerschaften ab, das diese der Ehe annähert oder sie ihr gleichstellt. Die Ehe müsse in ihrer besonderen, ja einzigartigen Stellung als Gemeinschaft geschützt werden. Das bedeute aber keinerlei Zurücksetzung homosexuell orientierter Menschen. "
Das ist wichtig! Zölibatäre schützen die Ehe gegen die Homo-Partnerschaften. >:)
Ich interpretiere mal: Homo-Partnerschaften gefährden die Ehe. Wenn man zwei Schwulen die Möglichkeit geben würde, ihre Partnerschaft rechtlich absichern zu können, dann würde das bi-geschlechtliche Ehen in nicht tolerabler Art und Weise benachteiligen und beeinträchtigen. Ist doch ganz klar und einsichtig, oder?
Das kann man keinesfalls erlauben! Aber es ist, wie gesagt, ja überhaupt nicht mit einer Zurücksetzung der Schwulen verbunden! Nein, überhaupt nicht!!! Es schützt doch nur die Ehen!!!! Ähh, ja, wie gesagt.........
Meldungen von Radio Vatikan vom 01. - 03.02.2000, aufgeschnappt bei http://www.kath.de
"In der Kirche nimmt nach Ansicht des Freiburger Religionssoziologen Michael Ebertz die Feminisierung zu. Immer mehr Männer zögen sich aus Pfarr- und Kirchengemeinderäten zurück, da sie die Gremien als nicht innovationsfähig erlebten. Resigniert überließen sie Frauen das Feld. Dieser Rückzug führe zu einem weiteren Bedeutungsschwund der Kirche in Deutschland."
Voilà: So werden Frauen beurteilt.
"Berlins Schulsenator Klaus Böger hat den Vorwurf zurückgewiesen, er wolle durch die Einführung eines ordentlichen Lehrfaches Religion eine Zwangschristianisierung herbeiführen. Am Ende der Debatte über die Wertevermittlung müsse es aber Ergebnisse geben, schrieb er in der Frankfurter Zeitung. Böger könne sich in Berlin sowohl ein staatlich vermitteltes Fach Ethik und Philosophie oder die wahlweise Teilnahme an einem konfessionell oder weltanschaulichgeprägten Fach vorstellen."
Eine bloße Zurückweisung eines Vorwurfs bedeutet noch lange keine begründete Gegendarstellung.
"Die französische Bischofskonferenz hat sich hinter den Bischof Piere Pican gestellt. Pican wird vorgeworfen, einen Fall von Kindesmissbrauch durch einen Priester verschwiegen zu haben. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz sagte gegenüber einem Sender, Picar habe offenbar im Bewusstsein gehandelt, an ein Geheimnis gebunden zu sein."
Offenbar. In dem Bewusstsein. Das Geheimnis des Glaubens...
"Nach Ansicht der päpstlichen Haustheologen, George Cottiers, wird es keine Rehabilitierung des vor 400Jahren hingerichteten Renaissance Gelehrten Giordano Bruno geben. In einem am Donnerstag in der katholischen Tageszeitung Avvenire veröffentlichten Interview sagte Cottier, Brunos Denken sei niemals katholisch gewesen. Das unterscheide ihn beispielsweise von dem ebenfalls auf dem Scheiterhaufenverbrannten Girolamo Savonarola, der möglicherweise selig gesprochen werden könnte."
Der
Herr Cottiers hat ganz recht. Man kann doch nicht jeden dahergelaufenen Gelehrten
rehabilitieren! Wo kämen wir denn da hin?
Schließlich
hat doch Savonarola Prophezeihungen gemacht, er war Asket (das hat ihn
den Kopf gekostet), er hat aber eine theokratisch gefärbte Demokratie
(?) erstrebt, das kann man doch heute ganz gut verwenden. Aber Bruno? Der
hat seinen Orden verlassen müssen. Und er hat nicht widerrufen. Das hätte
er sich eben früher überlegen sollen. Pech gehabt.
Gefunden unter der URL http://www.merkur.de/archiv/texte/0000001597.htm
Den Frieden erhalten
Beide Kirchen argumentieren, mit der Einführung des Kindergartenplatzanspruchs habe der Staat gleichzeitig die Verpflichtung übernommen, Kindergärten und Kindertagesstätten vollständig zu finanzieren. Wäre dann nicht auch ein vollständiger Rückzug der Kirchen aus den Kinderbetreuungseinrichtungen ehrlicher? Warum kirchliche Finanzakrobatik, wenn die öffentliche Hand am Zug ist?
Doch es geht um mehr als das Stopfen kirchlicher Haushaltslöcher. Bischof Spital sieht keine Alternative zu konfessionellen Kindertageseinrichtungen. Diese tragen aus seiner Sicht entscheidend dazu bei, den weltanschaulichen und religiösen Frieden im Lande zu erhalten. "Unser Staat kann nicht leben, wenn nicht andere Gruppierungen die Wertebasis herstellen, auf der das demokratische Zusammenleben beruht", sagt er.
Auf die religiöse Sozialisation von Heranwachsenden sei im Kindergartenalter viel eher positiv einzuwirken als bei Teenagern, ist die Erfahrung des Bischofs. Zudem seien junge Familien heute durch ihr Lebensumfeld vielfach überstrapaziert. Es sei daher eine wichtige Aufgabe konfessioneller Kindergärten, im Gespräch mit den Eltern Wege für die Wertevermittlung an die Kinder aufzuzeigen.
Einen Rückzug der Kirche aus der Kinderbetreuung fürchten auch Politiker. Der nordrhein-westfälische CDU-Landtagsabgeordnete Volkmar Klein verweist auf Vorfälle wie in einem kommunalen Kindergarten in Gütersloh, wo darüber diskutiert werde, ob das Basteln von Weihnachtssternen nicht eine zu große Zumutung für Kinder Andersgläubiger sei. Da werde deutlich, wie wichtig konfessionelle Kindergärten doch seien.
Frühkindliche Indoktrination brennt religiöse Werte fest in kleine Köpfe ein. Das erkennt Bischof Spital nicht als erster. Aber der Staat soll das bitteschön alles bezahlen. Ist das tatsächlich seine Aufgabe?
Diverse Pressemeldungen vom 1./2. Oktober 1999:
Der Papst hat gesprochen. Vor Kebsspezialisten (!) sagte er: "Krebs kann die Folge menschlichen Verhaltens sein, einschließlich mancher Sexualpraktiken." Allerdings sagte er nicht, welche Praktiken er meinte. Einer der Spezialisten, Prof. F.Aiuti sagte: "Es ist schon sehr hart, Krebs mit Geschlechtsverkehr in Verbindung zu bringen. Aus wissenschaftlicher Sicht muss man hinzufügen, dass sich Krebs nicht durch Geschlechtsverkehr übertragt."
Ich bin sehr erleichtert! Ich schlage vor, dass führende Geriatriker einmal untersuchen, ob Hirnerweichung die Folge lebenslanger Unterdrückung der Sexualität (verbunden mit ständigem Dran-Denken!) sein kann. Denn einfach so behaupten möchte ich das eigentlich nicht ....
Überlegungen zum Brief des Vatikans an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, und die deutschen Bischöfe vom Sept. 99:
Alle Achtung vor der konsequenten Haltung des Vatikans! Nur ein Absatz dieses Briefes gab mir sehr zu denken (Hervorhebung von mir):
"Es wurde die Frage gestellt, ob es der Intention des Heiligen Vaters entspricht, gleich zu dulden, dass ihn die staatlichen Stellen faktisch ignorieren und den Schein auch mit diesem Zusatz als ausreichend für die straffreie Durchführung der Abtreibung gelten lassen wollen. Abgesehen von der manchmal erlaubten Haltung der Toleranz gegenüber einem Gesetz, das man nicht verändern kann, ist die Antwort auf die oben erwähnte konkrete Frage ...gemäß der Intention des Heiligen Vaters negativ."
Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen: manchmal ist Toleranz gegenüber einem Gesetz erlaubt, das man (die Kirche!) nicht verändern kann!
Gedanken zur kirchlichen Reaktion auf die versuchte Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes (August 1999)
In Berlin und Halle hauptsächlich bemüht sich der Einzelhandel um eine Sonntagsöffnung der Geschäfte. Einige Einzelhandelsgeschäfte (meist von größeren Ketten und Kaufhäuser) gehen dabei seit einigen Wochen illegal vor, indem sie am Sonntag geöffnet haben, obwohl ihr Standort bzw. Sortiment nicht den Ausnahmebestimmungen des Ladenschlussgesetzes genügt (Bäderregelung, Reise- bzw. Souvenirbedarf, Blumen oder Konditorwaren). Nach eigenem Bekunden gehen die Betreiber der Geschäfte auf diese Weise vor, um die seit Jahren immer einmal wieder aufflackernde, aber äußerst träge Diskussion um eine Liberalisierung zu beschleunigen. Es fällt auf, dass die Initiative von Geschäften in den neuen Bundesländern ausgeht.
Sogleich melden sich unter anderem die Kirchen zu Wort, die durch eine Sonntagsöffnung den Untergang des christlichen Abendlandes kommen sehen. Sie haben den Status Quo auf ihrer Seite. Kirchenoffizielle geben Statements heraus, in der Provinz nutzen Pfarrer jede Gelegenheit, gegen neue Öffnungszeiten zu predigen. Ihre Argumente: Die Sonntagsruhe müsse geschützt werden, da Gott selbst am siebten Tage ruhte und die Bevölkerung einen Tag der Ruhe und Besinnung brauche. Dem Konsumwahn müsse entgegen gewirkt werden, es müsse Gelegenheit zum Besuch der Kirchen bestehen. In der Provinz wird ganz unverfälscht und deutlich ausgesprochen, worum es geht:
Zitat aus der Münsterländischen Tageszeitung vom 17. August 1999:
"In seiner Predigt betonte der Pfarrer, dass lange Öffnungszeiten für Kirchen selbstverständlich seien, für Krankenhäuser, Apotheken, Feuerwehren und Polizeistationen notwendig, denn hier werde den Menschen bei körperlichen und seelischen Schmerzen geholfen. Heftig kritisierte er aber das Bestreben, die Ladenöffnungszeiten auf den Sonntag auszudehnen: "Der Tanz um das goldene Kalb rund um die Uhr an jedem Tag scheint für viele das letzte noch erstrebenswerte Ziel aller menschlichen Freiheit zu sein. Die pompöse Pracht der modernen Tempel der Einkaufslust wird von Tausenden täglich bestaunt, die Seele wird dadurch von materialistischen und unwichtigen Dingen besetzt." Niemand brauche lange Öffnungszeiten, um den Materialismus, Konsum oder dem schnöden Mammon zu frönen, der Sonntag müsse geheiligt werden."
Der Herr Pfarrer vergaß bei den Öffnungen gegen körperliche und seelische Schmerzen die Souvenirläden, die Bäckereien, die Blumenläden, die Tankstellen, die Läden für Reisebedarf, die Läden in Bädern, und den gewaltig umfangreichen Bereich der Gastronomie mit sehr vielen Beschäftigten. Aber das nur nebenbei.
Es gibt gewiss triftige Gründe, die gegen die Sonntagsöffnung sprechen: Verlängerte Öffnungszeiten verursachen höhere Kosten, denen unter Umständen kein insgesamt größerer Umsatz gegenüber steht, weil sich die Käufe zwar zeitlich verlagern, aber insgesamt nicht zunehmen (können). Es kann befürchtet werden, dass kleine Unternehmer so zusätzlich belastet würden, während eher die großen Ketten profitieren. Familien sollten wenigstens einen gemeinsamen freien Tag in der Woche haben können. Usw.
Aber müssen sich freie, mündige Bürger vorschreiben lassen, wann sie dem Mammon frönen dürfen, und wann sie sich gefälligst zu besinnen haben? Ist es nicht eher ein Armutszeugnis, wenn man "weltliche Vergnügungen" erst verbieten muss, um die Menschen zur Besinnung und Ruhe zu zwingen? Ein freiheitlich demokratischer Staat sollte seine Gesetze nach Abwägung aller Vor- und Nachteile zum Wohle seiner Bürger gestalten, nicht zum Wohle einzelner Weltanschauungsgemeinschaften. Und wenn die Menschen lieber einkaufen statt zur Kirche gehen wollen, dann sollte das höchstens die Einzelhändler, die Mitarbeiter des Einzelhandels (und damit selbstverständlich auch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände) und die Kunden in den Entscheidungsprozess involvieren.
Ein Segen! Besinnliche Stellen aus der Münsterländischen Tageszeitung vom 17. Juli 1999
In Friesoythe kann man am Sonntag auf dem Famila-Parkplatz nach dem Hochamt seinen PKW segnen lassen. Anmeldungen nimmt das Pfarrbüro entgegen.
Anlässlich der Abschlussfeier für Absolventen der Molberger Realschule stellte der evangelische Pastor fest: "Der Regenbogen sagt: Wir sind nicht allein. Gott steht über uns. Er will unser Bestes." Ein Leben ohne Gott, ohne seine Zeichen, sei zum Scheitern verurteilt. "An Euch liegt es, Gott die Chance zu geben, damit Euer Leben gelingt."
So rekrutiert man willigen Nachwuchs: Angst vor einem gescheiterten Leben (so wie anscheinend meines). Gott (respektive die Kirche) nimmt zwar gern Euer Bestes (gern auch Geld), aber dafür habt Ihr wenigstens ein heiliges Auto.
Überlegungen zu Presseberichten der letzten Juniwoche 1999 (Kirche und Beratungsschein):
Der Papst möchte nicht, dass die katholische Kirche in der Schwangerenberatung Beratungsscheine ausstellt, die von den schwangeren Frauen als Nachweis einer erfolgten Beratung zum straffreien Schwangerschaftsabbruch benutzt werden können. Das ist ein in seiner Position durchaus nachvollziehbares Anliegen.
Doch
wie sieht
die Durchführung aus?
Der Papst schreibt an die deutschen Bischöfe und bittet um entsprechende Maßnahmen.
Die Bischöfe beschließen, bei der bisherigen gesetzlichen Beratung zu bleiben, aber einen Zusatz auf dem Beratungsschein anzubringen mit folgendem Wortlaut: "Diese Bescheinigung kann nicht zur Durchführung straffreier Abtreibungen verwendet werden."
Politiker und Juristen überlegen laut, dass trotz dieses Zusatzes sich an der Straffreiheit einer daraufhin erfolgenden Abtreibung nichts ändern wird:
"Das Schwangeren- und Konfliktberatungsgesetz ist sehr klar: Es kommt auf die gesetzmäßige Beratung und den Nachweis darüber an. Liegen beide vor, machen sich weder die Frauselbst noch der Arzt strafbar. Dann hat der vom Vatikan verlangte Zusatz auf dem Beratungsnachweis keine rechtliche Bedeutung. So sehen das auch die bisher veröffentlichten Stellungnahmen von Generalstaatsanwälten zum Beispiel aus Reheinland-Pfalz." (Herta Däubler-Gmelin in WamS vom 27.06.99, S. 4)
Bayerns Justizminister Alfred Sauter (CSU) vertritt die gleiche Ansicht. ( WamS vom 27.06.99, S. 4)
Ernst Gottfried Mahrenholz, ehemaliger Vize-Präsident des Bundesverfassungsgerichtes ebenfalls. (WamS vom 27.06.99,S. 4)
Monika Hohlmeier (bayerische Kultusministerin) befürchtet sogar, dass konsequente Abtreibungsgegner mit ihrer Auffassung den Gottlosen in die Hände spielen könnten. "Damit stellt die Kirche klar, dass sie sich nicht einein gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren zur Abtreibung einbinden lässt. Der Staat hingegensollte die hochqualifizierte Beratung der katholischen Stellen dennoch anerkennen." (WamS vom 27.06.99, S. 11)
Lt. Focus befürchten sogar CSU-Politiker, die Entscheidung der Bischöfe könnte dazu "missbraucht" werden, die Kirche aus dem Beratungssystem auszuschließen.
Der Vatikan akzeptiert die Entscheidung der deutschen Bischöfe, sagt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann. Er gehe umgekehrt auch davon aus, dass der mit dem vom Papst geforderten Verbotszusatz versehene Beratungsschein auch künftig vom Staat akzeptiert werde. Dieser Zusatz mache den Schein nicht unwirksam. (Süddeutsche Zeitung, 28.06.99)
Friede, Freude, Eierkuchen. Ein wahrhaft salomonischer Beschluss. Jeder bekommt, was er will, und es ändert sich nichts.
Einige Zitate von Albert Einstein zur Religion (aus: Albert Einstein, Mein Weltbild)
"Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt uns sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen. Das Erlebnis des Geheimnisvollen - wenn auch mit Furcht gemischt - hat auch die Religion gezeugt. Das Wissen um die Existenz des für uns Undurchdringlichen, der Manifestationen tiefster Vernunft und leuchtendster Schönheit, die unserer Vernunft nur in ihren primitivsten Formen zugänglich sind, dies Wissen und Fühlen macht wahre Religiosität aus; in diesem Sinn und nur in diesem gehöre ich zu den tief religiösen Menschen. Einen Gott, der die Objekte seines Schaffens belohnt und bestraft, der überhaupt einen Willen hat nach Art desjenigen, den wir an uns selbst erleben, kann ich mir nicht einbilden. Auch ein Individuum, das seinen körperlichen Tod überdauert, mag und kann ich mir nicht denken; mögen schwache Seelen aus Angst oder lächerlichem Egiosmus solche Gedanken nähren. Mir genügt das Mysterium der Ewigkeit des Lebens und das Bewusstsein und die Ahnung von dem wunderbaren Bau des Seienden sowie das ergebene Streben nach dem Begreifen eines noch so winzigen Teiles der in der Natur sich manifestierenden Vernunft."
"Welches sind nun die Gefühle und Bedürfnisse, welche die Menschen zu religiösem Denken und zum Glauben im weitesten Sinne gebracht haben? Wenn wir hierüber nachdenken, so sehen wir bald, dass an der Wiege des religiösen Denkens und Erlebens die verschiedensten Gefühle stehen. Beim Primitiven ist es in erster Linie die Furcht, die religiöse Vorstellungen hervorruft. Furcht vor Hunger, wilden Tieren, Krankheit, Tod. Da auf dieser Stufe des Daseins die Einsicht in die kausalen Zusammenhänge gering zu sein pflegt, spiegelt uns der menschliche Geist selbst mehr oder minder analoge Wesen vor, von deren Wollen und Wirken die gefürchteten Erlebnisse abhängen. Man denkt nun, die Gesinnung jener Wesen sich günstig zu stimmen, indem man Handlungen begeht und Opfer bringt, welche nach dem von Geschlecht zu Geschlecht überlieferten Glauben jene Wesen besänftigen bzw. dem Menschen geneigt machen. Ich spreche in diesem Sinne von Furcht-Religion. Diese wird nicht erzeugt, aber doch wesentlich stabilisiert durch die Bildung einer besonderen Priesterkaste, welche sich als Mittlerin zwischen den gefürchteten Wesen und dem Volke ausgibt und hierauf eine Vormachtstellung gründet. Oft verbindet der auf andere Faktoren sich stützende Führer oder Herrscher bzw. eine privilegierte Klasse mit ihrer weltlichen Herrschaft zu deren Sicherung die priesterlichen Funktionen, oder es besteht eine Interessengemeinschaft zwischen der politisch herrschenden Kaste und der Priesterkaste.
Eine zweite Quelle religiösen Gestaltens sind die sozialen Gefühle. Vater und Mutter, Führer größerer menschlicher Gemeinschaften sind sterblich und fehlbar. Die Sehnsucht nach Führung, Liebe und Stütze gibt den Anstoß zur Bildung des sozialen bzw. des moralischen Gottesbegriffes. Es ist der Gott der Vorsehung, der beschützt, bestimmt, belohnt und bestraft. Es ist der Gott, der je nach dem Horizont des Menschen das Leben des Stammes, der Menschheit, ja das Leben überhaupt liebt und fördert, der Tröster in Unglück und ungestillter Sehnsucht, der die Seelen der Verstorbenen bewahrt. Dies ist der soziale oder moralische Gottesbegriff.
In der heiligen Schrift des jüdischen Volkes lässt sich die Entwicklung von der Furcht-Religion zur moralischen Religion schön beobachten. Ihre Fortsetzung hat sie im Neuen Testament gefunden. Die Religionen aller Kulturvölker, insbesondere auch der Völker des Orients, sind in der Hauptsache moralische Religionen. Die Entwicklung von der Furcht-Religion zur moralischen Religion bildet einen wichtigen Fortschritt im Leben der Völker. Man muss sich vor dem Vorurteil hüten, als seien die Religionen der Primitiven reine Furcht-Religionen, diejenigen der kultivierten Völker reine Moral-Religionen. Alle sind vielmehr Mischtypen, so jedoch, dass auf den höheren Stufen sozialen Lebens die Moral-Religion vorherrscht.
All diesen Typen gemeinsam ist der anthropomorphe Charakter der Gottesidee. Über diese Stufe religiösen Erlebenspflegen sich nur besonders reiche Individuen und besonders edle Gemeinschaften wesentlich zu erheben. Bei allen aber gibt es noch eine dritte Stufe religiösen Erlebens, wenn auch nur selten in reiner Ausprägung; ich will sie als kosmische Religiosität bezeichnen. Diese lässt sich demjenigen, der nichts davon besitzt, nur schwer deutlich machen, zumal ihr kein menschenartiger Gottesbegriff entspricht.
Das Individuum fühlt die Nichtigkeit menschlicher Wünsche und Ziele und die Erhabenheit und wunderbare Ordnung, welche sich in der Natur sowie in der Welt des Gedankens offenbart. Es empfindet das individuelle Dasein als eine Art Gefängnis und will die Gesamtheit des Seienden als ein Einheitliches und Sinnvolles erleben. Ansätze zur kosmischen Religiosität finden sich bereits auf früher Entwicklungsstufe, z. B. in manchen Psalmen Davids sowie beieinigen Propheten. Viel stärker ist die Komponente kosmischer Religiosität im Buddhismus, was uns besonders Schopenhauers wunderbare Schriften gelehrt haben. - Die religiösen Genies aller Zeiten waren durch diese kosmische Religiosität ausgezeichnet, die keine Dogmen und keinen Gott kennt, der nach dem Bild des Menschen gedacht wäre. Es kann daher auch keine Kirche geben, deren hauptsächlicher Lehrinhalt sich auf die kosmische Religiosität gründet. So kommt es, dass wir gerade unter den Häretikern aller Zeiten Menschen finden, die von dieser höchsten Religiosität erfüllt waren und ihren Zeitgenossen oft als Atheisten erschienen, manchmal auch als Heilige. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, stehen Männer wie Demokrit, Franziskus von Assisi und Spinoza einander nahe.
Wie kann kosmische Religiosität von Mensch zu Mensch mitgeteilt werden, wenn sie doch zu keinem geformten Gottesbegriff und zu keiner Theologie führen kann? Es scheint mir, dass es die wichtigste Funktion der Kunst und der Wissenschaft ist, dies Gefühl unter den Empfänglichen zu erwecken und lebendig zu erhalten.
So kommen wir zu einer Auffassung von der Beziehung der Wissenschaft zur Religion, die recht verschieden ist von der üblichen. Man ist nämlich nach der historischen Betrachtung geneigt, Wissenschaft und Religion als unversöhnliche Antagonisten zu halten, und zwar aus einem leichtverständlichen Grund. Wer von der kausalen Gesetzmäßigkeit allen Geschehens durchdrungen ist, für den ist die Idee eines Wesens, welches in den Gang des Weltgeschehens eingreift, ganz unmöglich - vorausgesetzt allerdings, dass er es mit der Hypothese der Kausalität wirklich ernst nimmt. Die Furcht-Religion hat bei ihm keinen Platz, aber ebenso wenig die soziale bzw. moralische Religion. Ein Gott, der belohnt und bestraft, ist für ihn schon darum undenkbar, weil der Mensch nach äußerer und innerer gesetzlicher Notwendigkeit handelt, vom Standpunkt Gottes aus also nicht verantwortlich wäre, sowenig wie ein lebloser Gegenstand für die von ihm ausgeführten Bewegungen. Man hat deshalb schon der Wissenschaft vorgeworfen, dass sie die Moraluntergrabe, jedoch gewiss mit Unrecht. Das ethische Verhalten des Menschen ist wirksam auf Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung zu gründen und bedarf keiner religiösen Grundlage. Es stünde traurig um die Menschen, wenn sie durch Furcht vor Strafe und Hoffnung auf Belohnung nachdem Tode gebändigt werden müssten.
Es ist also verständlich, dass die Kirchen die Wissenschaft von jeher bekämpft und ihre Anhängerverfolgt haben. Andererseits aber behaupte ich, dass die kosmische Religiosität die stärkste und edelste Triebfeder wissenschaftlicher Forschung ist. Nur wer die ungeheuren Anstrengungen und vor allem die Hingabeermessen kann, ohne welche bahnbrechende wissenschaftliche Gedankenschöpfungen nicht zustande kommen können, vermag die Stärke des Gefühls zu ermessen, aus dem allein solche dem unmittelbar praktischen Leben abgewandte Arbeit erwachsen kann. Welch ein tiefer Glaube an die Vernunft des Weltenbaues und welche Sehnsucht nach dem Begreifen wenn auch nur eines geringen Abglanzes der in dieser Welt geoffenbarten Vernunft musste in Kepler und Newton lebendig sein, dass sie den Mechanismus der Himmelsmechanik in der einsamen Arbeit vieler Jahre entwirren konnten! Wer die wissenschaftliche Forschung in der Hauptsache nur aus ihren praktischen Auswirkungen kennt, kommt leicht zu einer ganz unzutreffenden Auffassung vom Geisteszustand der Männer, welche - umgeben von skeptischen Zeitgenossen - Gleichgesinnten die Wege gewiesen haben, die über die Länder der Erde und über die Jahrhunderte verstreut waren. Nur wer sein Leben ähnlichen Zielen hingegeben hat, besitzt eine lebendige Vorstellung davon, was diese Menschenbeseelt und ihnen die Kraft gegeben hat, trotz unzähliger Misserfolge dem Ziel treu zu bleiben. Es ist die kosmische Religiosität, die solche Kräfte spendet. Ein Zeitgenosse hat nicht mit Unrecht gesagt, dass die ernsthaften Forscher in unserer im allgemeinen materialistisch eingestellten Zeit die einzigen tief religiösen Menschen seien.""Sie werden schwerlich einen tiefer schürfendenwissenschaftlichen Geist finden, dem nicht eine eigentümliche Religiosität eigen ist. Diese Religiosität unterscheidet sich aber von derjenigen des naiven Menschen. Letzterem ist Gott ein Wesen, von dessen Sorgfalt man hofft, dessen Strafe man fürchtet- ein sublimiertes Gefühl von der Art der Beziehung des Kindes zum Vater -, ein Wesen, zu dem man gewissermaßen in einer persönlichen Beziehung steht, so respektvoll diese auch sein mag.
Der Forscher aber ist von der Kausalität allen Geschehens durchdrungen. Die Zukunft ist ihm nicht minder notwendig und bestimmt wie die Vergangenheit. Das Moralische ist ihm keine göttliche, sondern eine rein menschliche Angelegenheit. Seine Religiosität liegt m verzückten Staunen über die Harmonie der Naturgesetzlichkeit, in der sich eine so überlegene Vernunft offenbart, dass alles Sinnvolle menschlichen Denkens und Anordnens dagegen ein gänzlich nichtiger Abglanz ist. Dies Gefühl ist das Leitmotiv seines Lebens und Strebens, insoweit dieses sich über die Knechtschaft selbstischen Wünschens erheben kann. Unzweifelhaft ist dies Gefühl nahe verwandt demjenigen, das die religiös schöpferischen Naturen aller Zeitenerfüllt hat.""1. Es ist schon nicht leicht, mit dem Wort »Wissenschaftliche Wahrheit« einen klaren Sinn zu verbinden. So ist der Sinn des Wortes »Wahrheit« verschieden, je nachdem es sich um eine Erlebnistatsache, einen mathematischen Satz oder eine naturwissenschaftliche Theorie handelt. Unter »religiöser Wahrheit« kann ich mir etwas Klares überhaupt nicht denken.
2. Wissenschaftliche Forschung kann durch Förderung des kausalen Denkens und Überschauens den Aberglaubenvermindern. Es ist gewiss, dass eine mit religiösem Gefühlverwandte Überzeugung von der Vernunft bzw. Begreiflichkeit der Welt aller feineren wissenschaftlichen Arbeit zugrunde liegt.
3. Jene mittiefem Gefühl verbundene Überzeugung von einer überlegenen Vernunft, die sich in der erfahrbaren Welt offenbart, bildet meinen Gottesbegriff; man kann ihn also in der üblichen Ausdrucksweise als »pantheistisch« (Spinoza) bezeichnen.
4. Konfessionelle Traditionen kann ich nur historisch und psychologisch betrachten; ich habe zu ihnen keine andere Beziehung."
Diese Zitate zeigen recht deutlich Albert Einsteins Einstellung zu Religion und Wahrheit. Es gibt viele Menschen, die falsche Vorstellungen davon haben.
Aus dem FOCUS zum Exorzismus (Nr. 6 vom 8. Feb. 1999, S. 92 ff (Hervorhebungen durch Fettdruck von mir, mein Kommentar wie unten in rot):
"Monsignore Corrado Balducci führt das Melderegister der Hölle. Exakt 1 758640 176 Teufel, so bilanzierte der einstige Chefexorzist der Diözese Rom, sind auf Menschenjagd. Laut des Prälaten Statistik stehen drei Diesseitige einem Jenseitigen gegenüber - eine beängstigende Quote, der sich Balduccis Nachfolger, Gabriele Armoth, in rund 50 000 Audienzen stellte. 84 Besessene will Armoth bis heute erkannt haben."
84 Besessene beschäftigen also genau 28 Teufel. Was treiben die übrigen1 758 640 148?
""Die Existenz des Teufels ist keine Ansichtssache", erklärt Kardinal Jorge Arturo Medina Estévez. Ende Januar und erstmals seit 385 Jahren veröffentlichte der Präfekt der Sakramentenkongregation neue Vorschriften zum Exorzismus. "Gefallene Engel" machten die Menschen glauben, "dass sie Glück in Geld, Macht und fleischlicher Begierde finden", begründet Kardinal Estévez die überarbeitete Auflage."
Ist doch beruhigend, dass Probleme des mitmenschlichen Zusammenlebens eine so einfache und einleuchtende Erklärung finden!
Danach erklärt der Artikel, dass in deutschen Großstädten exorziert wird, dass Jugendliche Satanskulten anhängen, dass deutsche Wallfahrer sich in Italien vom Teufel befreien lassen. "Und schlimmer: Heilsuchende liefen "in Scharen zu unseriösen Typen", weil "Priester ihren Auftrag vergammeln lassen", meint Jörg Müller, Freisinger Psychotherapeut und katholischer Geistlicher."
Oh Mann, welch eine Kombination! Aber man kann ja auch nicht so einfach zusehen, wie die eigene Kundschaft zur Konkurrenz wegrennt, oder?
"Bis zu 1000 Besucherzählt etwa Pastor Rudi Pinke allsonntäglich in der evangelischen Freikirche Frankfurt. Zum zentralen Auftrag des Pastors gehört der "Befreiungsdienst vom Teufel". "Ein Drittel aller Engel ist gefallen und wurde zu Dämonen", nennt der gelernte Bankkaufmann eine Doktrin."
Die Evangelen jetzt auch??? Und wenn man das jetzt mit den obengenannten Zahlenverknüpft (ich setze mal voraus, dass Teufel und Dämonen ungefähr dasselbe sind), dann waren das mal 5 275 920 528 Stück Engel, wovon also noch 3 517 280 352 im Dienst sein sollten. Aber gut, dass die Evangelen einen Bankkaufmann beschäftigen. Da weiß man doch, was exakt ist.
Im weiteren beschreibt der FOCUS-Artikel, dass es in Deutschland keine offiziell bestellten Exorzisten gibt (inoffizielle denn?) , in Frankreich aber 80 und in Italien 400. Dann folgen Ausführungen zur Geheimhaltung und zum Erkennen der Besessenheit (siehe bereits unten).
"Hilfe naht von oben. Nicht Teufelsexperte Balducci, diesmal addierte Engelsforscher Giuseppe del Ton Unfassbares auf. Die heilversprechende...
Jetzt bin ich abertotal verwirrt. Wenn die oben genannten 1 758 640 176Teufel stimmen, dann gibt es auf der Erde 5 275 920 528 Menschen (das dürfte nur in etwa stimmen, weil die Erdbevölkerung ständig wächst. Ich weiß nun aber nicht, ob und wie genau Teufel sich zu vermehren pflegen). Wenn jetzt auf jeden Menschen 99 Engel kommen, dann sind das rund 522 316 132 300 Engel. Jedenfalls katholische Engel. Die Evangelen haben aber nur höchstens (mit den gefallenen) 5 275 920 528 Stück. Mal ganz abgesehen von der gewaltigen Diskrepanz, die sich als gewichtiges Hindernis für alle ökumenischen Bemühungen erweisen könnte: Was machen die eigentlich alle den ganzen Tag und wer bezahlt sie?
Leserbrief von Thomas Gottfried: "Garant der Humanität" in der Süddeutschen Zeitung vom 2. Feb. 1999, S. 13 zu einem Artikel über Religionsunterricht: Reformhaus mit Denkmalschutz / SZ vom 22. Jan. 1999, der mir leider nicht mehr vorliegt. (Hevorhebungen durch Fettdruck von mir)
"Während man über die pädagogischen und bildungspolitischen Aussagen dieses Essays durchaus verschiedener Meinung sein kann, hat mich als praktizierender Christ und Gymnasiallehrer (Deutsch; katholische Religionslehre) folgende Passage sehr betroffen und nachdenklich gemacht: "Für das Fach Religion scheint es ausschließlich politische Gründe zu geben, denn für die Basis einer soliden Bildung ist es so relevant wie das Fach Theaterwissenschaft oder gar Theaterkritik an einer ernstzunehmenden Universität." An einer weiteren Stelle zählt der Verfasser, Helmut Mauró, die Religionslehre zu den "überflüssigen Fächern" und fordert dazu auf, diese abzuschaffen.
Zu den schon jetzt nicht abwählbaren Pflichtfächern der Kollegestufe zählen unter anderem Religionslehre beziehungsweise Ethik. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass das Fach Religionslehre in Artikel 7 des Grundgesetzes als ordentliches Lehrfach verankert ist. Nur während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland wurde das Fach diskreditiert beziehungsweise vollständig aus dem staatlichen Schulwesen verbannt und in der ehemaligen DDR durch "Staatsbürgerkunde" ersetzt.
Nach der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus hat sich das deutsche Volk "im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen" (Präambel) das Grundgesetzgegeben, in dem der Schutz der Menschenwürde (Artikel 1) die oberste Norm darstellt. Darüber hinaus waren sich die Väter der Verfassung des Freistaates Bayern bewusst, dass "eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen" (Präambel) aus unserem Land ein Trümmerfeld gemacht hat.
Es macht sehr betroffen, dass es 50 Jahre nach Annahme des Grundgesetzes und zehn Jahre nach Ende der kommunistischen Diktatur wieder Stimmen gibt, die den Religionsunterricht für überflüssig halten und seinen Wert für eine humane Bildung unserer jungen Menschen in Frage stellen. Diese Meinung scheint Teil eines bedenklichen Säkularisierungsschubes zu sein. Wenn wir aus der Geschichte lernen wollen, müssen wir erkennen, daß eine Gesellschaft ohne die Garantie der Glaubensfreiheit in Unmenschlichkeit und Diktatur mündet, und sei es die Diktatur von Kommerz, Medien und Leistung.
Religionsunterricht dient nicht kirchlichen oder parteipolitischen Interessen. Er ist vielmehr Garant der Humanität in der Schule, indem es in diesem Fach um die wesentlichen Fragen des menschlichen Lebens geht. Gerade in einer pluralistischen Gesellschaft kommt es darauf an, den jungen Menschen Rede und Antwort zu stehen auf ihre Fragen nach dem Sinn des Daseins und nach tragfähigen Werten für ein menschliches Zusammenleben. Wo sonst, wenn nicht im Religionsunterricht, können Kinder und Jugendliche mit ihren Lehrern über all das sprechen, was sie bewegt und was über die Leistung hinaus wirklich wichtig ist."
Mein Kommentar:
Hört hört! Religionsunterricht dient also nicht kirchlichen Interessen...... Ist eine ganz gemeine Unterstellung, nicht wahr? <:-o
Aber ernsthaft: Garantie der Glaubensfreiheit beinhaltet auch das Recht auf ungestörte und freie Nichtausübung einer Religion. Der Leserbriefschreiber, der selbst zugibt, Partei zu sein, macht Gottlosigkeit implizit verantwortlich für nationalsozialistische Schreckensherrschaft und kommunistische Diktatur.
Die Antworten, die die Religion den jungen Menschen auf ihre Fragen nachdem Sinn des Daseins gibt, sind sicherlich nicht die einzig möglichen und sinnvollen. Ob sie darüber hinaus die richtigen sind, bleibt zumindest dahingestellt.
Die Konsequenz: Die Forderung, endlich den staatlich sanktionierten Werbeunterricht für Kirchen abzuschaffen, muss immer lauter gestellt werden! Das Abendland kann dadurch nur gewinnen.
Süddeutsche Zeitung vom 27. Jan. 1999, S. 12: "Im Griff der gefallenen Engel" von Klaus Brill (Hervorhebungen durch Fettdruck von mir)
"Der Befehl an Beelzebub bleibt der gleiche. "Weiche, Satan," sagt der Priester, "im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes." Ein Kreuz wird hoch gehalten, Weihwasser versprengt, man spricht Psalmen und Gebete, und man singt. In dieser Weise soll in der katholischen Kirche auch künftig aus Personen, die man für besessen hält, der Teufel ausgetrieben werden. Doch ist das Ritual des Exorzismus im ganzen nun von Papst Johannes Paul II. zum erstenmal seit 1614 aktualisiert worden. Die neue Fassung wurde am gestrigen Dienstag vorgestellt und in Kraft gesetzt.
Daß "der böse Feind", wie er im Katechismus heißt, auch heute in der Welt am Wirken sei, unterliegt im Vatikan, allem Spott von Andersgläubigen zum Trotz, keinem Zweifel. Dämonen sind nach katholischer Doktrin gefallene Engel, ihr unheilvoller Einfluß äußere sich durch Lüge, Betrug und Verwirrung. "Heute kann man sagen, daß in der Welt die Lüge herrscht, Menschen zu betrügen ist durchaus üblich, "sagte der chilenische Kardinal Jorge Arturo Medina Estévez, der Präfekt der vatikanischen Kongregation für Gottesdienst und Sakramente. Vergötzung von Drogen, von Geld und von Sex - für die Kirchenführer alles Teufelswerk. Dem "Fürsten der Finsternis" Einhalt zu gebieten, sieht der Vatikan als Auftrag des Religionsgründers Jesus an, der sich auch selbst als Exorzist betätigt habe, wie Johannes Paul II. unlängst erklärte.
Nach dem neuen Regelwerk, das keinen Bruch mit der Tradition darstellt und im Auftrag des II. Vatikanischen Konzils die einschlägigen Riten im wesentlichen sprachlich modernisiert und erweitert hat, darf nur der zuständige Diözesanbischof die Genehmigung zum "großen Exorzismus" geben, nur ein Priester darf ihn ausführen. Wie viele Exorzisten derzeit tätig sind, ist nicht erfaßt, italienische Zeitungen sprechen von mehreren hundert. Exorzisten haben laut Kardinal Medina im Zusammenwirken mit Psychiatern zu prüfen, ob jemand, der sich als besessen betrachte, nicht einfach psychisch oder geistig krank sei.
Nur eine oder zwei von tausend Personen, die sich an Pater Gabriele Amorth, den Exorzisten der Diözese Rom, wenden, sind nach dessen Einschätzung tatsächlich Beute von Dämonen. Dies äußere sich in Geschrei, Gegeifer und einer heftigen Abneigung gegen sakrale Gegenstände . Manchmal zeigten Betroffene auch übermenschliche Kräfte, berichteten geheime Dinge, von denen sie eigentlich nichts wissen könnten, und sprächen Sprachen, die sie eigentlich nicht beherrschten. Pater Amorth sagte der Zeitung La Repubblica, er habe schon Leute sechs Zentimeter lange Nägel und große Glasstücke ausspucken sehen, ohne daß diese von Speichel genässt gewesen seien.
In einigen Ländern, etwa in Italien, haben Exorzisten großen Zulauf, manche treten sogar im Fernsehen auf. Der in Rom lebende sambische Bischof Emmanuel Milingo zog zeitweise zehntausende Gläubige an, seine Oberen mahnten ihn indes zur Zurückhaltung. Auch der Papst persönlich hat im Vatikan schon Teufelsaustreibung praktiziert. Der französische Kardinal Jacques Martin, vormals Präfekt des Päpstlichen Hauses, berichtete 1993, elf Jahre zuvor seien der Bischof von Spoleto und ein Pfarrer aus einem umbrischen Dorf mit einer besessenen Frau zu Johannes Paul II. gekommen. Dieser habe die Beschwörungsformeln gesprochen und ihr damit geholfen."
Atheisten, Vorsicht! ;-)
Zum gleichen Thema die Münsterländische Tageszeitung vom 27. Jan. 1999, S. 5: "Mit Freud den Teufel austreiben" von Jutta Lauterbach (Hervorhebungen durch Fettdruck von mir)
"Der Vatikan hat nach 385 Jahren das römische Ritual zur Teufelsaustreibung überarbeitet und den Exorzisten strenge Auflagen gemacht. Katholische Priester, die im Auftrag ihres Bischofs als Exorzisten tätig werden, müßten mit "äußerster Vorsicht und Umsicht" vorgehen, heißt es in dem gestern vorgestellten Dokument "De Exorcismis". Nur so könne Besessenheit von psychischen Störungen unterschieden werden. Im Zweifelsfall sollten sich Geistliche Rat bei Psychiatern holen. "Mit Siegmund Freud gegen den Beelzebub", kommentierten italienische Medien.
"Es gibt weltweit relativ wenige Menschen, die vom Satan besessen sind", sagte Kardinal Jorge Arturo Medina Estevez, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst. Das 90seitige Dokument entstand in zehnjähriger Arbeit . Voraus gegangen war unter anderem eine Initiative der deutschen Bischofskonferenz.
Viele Menschen verbinden mit dem Wort Exorzismus spektakuläre Gruselszenen. "Im Namen Gottes, Satan geh zur Hölle", rief der schwarze Erzbischof Emmanuel Milingo vor Scharen von Einheimischen und Touristen in einer tristen Lagerhalle in Norditalien.
"Anzeichen" für Besessenheit können nachdem neuen Dokument das Sprechen fremder Sprachen, eine unnatürliche körperliche Kraft oder eine irrationale Aversion gegen Gott sein. Die Teufelsaustreibung selbst besteht aus Gesten wie dem Handauflegen, dem Besprengen mit Weihwasser und dem Sprechen von Gebeten. Am Ende schlägt der Priester ein Kreuz, um die Macht Christi über den Teufel zu zeigen.
In Deutschland machte1976 ein spektakulärer Todesfall Schlagzeilen: Eine 23jährige Studentin starb nach mehrmonatiger Teufelsaustreibung an Unterernährung. Zwei Priester und die Eltern des Mädchens mußten sich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten.
Die jetzt vorgelegten Regeln sehen neben der Zusammenarbeit von Priestern und Ärzten auch das Verbot jeglicher "Vermarktung" vor. Teufelsaustreibungen dürften nicht gefilmt oder von Journalisten beobachtet werden. Der Exorzist dürfe weder vor noch nach der Aktion diese bekannt geben. Die Exorzismus-Lizenz könne nur vom örtlichen Bischof einem Priester gegeben werden, der über Wissen verfüge, barmherzig sei und einen einwandfreien Lebenswandel habe."
Ist das nicht sehr beruhigend? ;-)))))))
FOCUS Nr. 40 vom 30. Nov. 1998, S. 345: (Aus einem Bericht über den Rombesuch der 15 katholischen Bischöfe Österreichs):
"Der Papst setzte sich ins Überirdische ab und überging alle handfesten Kirchenprobleme außer einem einzigen: zur Priesterweihe für Frauen gebe es keine göttliche Vollmacht."
Münsterländische Tageszeitung vom 14. Dez. 1998 (Aus einem Bericht über eine Adventsfeier der Emsteker Frauengemeinschaft):
"Mahnung: "Für das Putzen in der Kirche nicht zu schade sein"" (Überschrift)
".....dankte allen Frauen, die sich auf verschiedenste Art und Weise in der Katholischen Frauengemeinschaft engagiert haben, sei es in den diversen kleinen Gruppen der Gemeinschaft, beim Palmstockbasteln oder zuletzt beim Basar der Pfarrgemeinde, wo die Frauen in fast allen Bereichen gebraucht wurden.
Dazu zählten auch die vielen Stunden, die die Helferinnen beim Putzen in der Kirche und im Pfarrheim zugebracht hätten. F. mahnte, daß man sich auch für solche Arbeiten nicht zu schade sein solle, da selbst die Muttergottes, die das Vorbild der katholischen Frauen sei, sich als Magd des Herrn dafür nicht zuschade gewesen sei. Eine gute Gemeinschaft entstehe dort, wo viele Mitgliederaktiv mitmachten....."