Monotheistische Dualismus-Ethik

(von Norbert Rohde)

Der Dualismus vertritt – im Gegensatz zum Monismus - die Meinung, dass unser Sein auf zwei gegensätzlichen Substanzen (oder Prinzipien) beruht: Geist und Materie, Gut und Böse. Die monotheistischen Ethikrichtlinien basieren auf diesem dualistischen Gedankengebäude.

Gut und Böse wurden in der Vergangenheit von einigen Religionsgründern „personifiziert“, indem man das Gute und das Böse zwei (gedachten) „Personen“ zuordnete : GOTT und TEUFEL.

In der Natur gibt es aber kein absolut Gutes oder Böses, sondern nur ein „subjektiv empfundenes“ gut und böse, angenehm und unangenehm, vorteilhaft und unvorteilhaft, nützlich oder schädlich.

Die Entwicklung (Evolution) des Lebens ist an die unzähligen, subjektiven Erfahrungen aller bisherigen Lebewesen gekoppelt, die diese mit den vorgenannten Gegensätzlichkeiten gemacht haben. Hierbei spielte der Eigennutz, das Überlebenwollen in einer feindlichen Umwelt und die ganz persönliche Erfahrung mit dem Nützlichen und Schädlichen, dem Angenehmen und Unangenehmen die Hauptrolle.

Die „Evolution und Selektion“ der Milliarden und Abermilliarden Lebewesenarten dieser Erde wäre ohne eine subjektive Bewertung - nach den Vor- oder Nachteilen, welche die Umwelt den jeweiligen Lebewesen bietet - nicht möglich gewesen. Unsere Mutter Natur ist nicht am „Wohlgefühl“ ihrer Lebewesen interessiert, sondern nur an ihren Anpassungs- und Fortpflanzungserfolgen. Um sich den unterschiedlichsten Umweltverhältnissen anpassen zu können, muss ein Lebewesen „lernfähig“ sein. Die Natur hat ihm die Möglichkeit gegeben, aus „Versuch und Irrtum“, aus „Lohn und Strafe“ zu lernen. Die ethischen Ziele und Gesetze der Menschen richten sich nach diesem Naturprinzip von Lohn und Strafe und verfolgen das genetisch einprogrammierte Ziel, der Spezies MENSCH einen Überlebens- und Fortpflanzungserfolg innerhalb einer hochkomplexen, recht unvollkommenen Welt zu ermöglichen.

Das Naturprinzip von Versuch und Irrtum, von Lohn und Strafe ist auch die Basis mancher religiöser Hypothesen. Im Monotheismus wird sogar ein außerirdischer, transzendenter (guter, vorteilhafter, nützlicher) Dauer-Erfolg bzw. -Misserfolg gepredigt. Himmel und Hölle sind hier die „gedachten“ Endziele von Gut und Böse, von Versuch und Irrtum. Schließlich entspringt auch das Streben nach einer „ewigen Glückseligkeit“ in einem „ewigen Jenseits“ unserem genetisch einprogrammierten Programm, das nicht danach fragt, wie wir dieses Ziel erreichen, sondern ob wir es erreichen. Im naturgegebenen „Kampf ums Dasein“ um den bestmöglichen Platz an der Sonne sind alle Lebewesen auf die Eigenschaften und Möglichkeiten ihres jeweiligen (genetischen) Instrumentariums angewiesen. Folglich wäre es unvernünftig, seine Handlungen auf zweifelhafte, unbeweisbare Hypothesen zu stützen, die sich auf die äußerst mageren Naturerkenntnisse vergangener Jahrtausende abstützen, wie sie z.B. in der BIBEL zutage treten.

Unser logisches Denkvermögen (unsere Vernunft) ist von unser „Mutter Natur“ so eingerichtet worden, dass wir mit seiner Hilfe den für uns gangbarsten Weg im „Kampf ums Dasein“ finden können. „Vernünftig“ handeln wir, wenn wir unsere Aktionen und Handlungen auf eine Fülle von (bis dato) beweisbaren und seit langem bewiesenen Realitäten abstützen. Es wird – nicht nur im Hinblick auf die vielen negativen Folgen bisheriger Ethiknormen – zwingend notwendig, neue  wissenschaftlich untermauerte Ethikrichtlinien“ zu erarbeiten, die sich an den inzwischen gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer Humanbiologen, Neurologen, Soziologen, Psychologen und Verhaltensforscher orientieren. Eine Ethik außerhalb jeder Naturwissenschaft ist eine schillernde Seifenblase, die sich von allerlei wechselnden „Weltanschauungen“ manipulieren lässt. Eine Ethik und Moral, die auf veralteten, mythologisch verbrämten Utopien und auf der größenwahnsinnigen Idee vom „Menschen als Krone der Schöpfung“ basiert, muss durch eine weit bescheidenere und demütigere Haltung gegenüber allem Lebendigen dieser Erde abgelöst werden, um den REALEN Verhältnissen unserer Natur gerecht zu werden.

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