(von
Norbert Rohde)
Ausgearbeitet
von Kardinal J.Ratzinger, herausgegeben von der Deutschen Bischofskonferen1993.
„Schon 1893, also vor 100 Jahren, empfahl Papst Leo XIII., die Heilige Schrift in einer Weise auszurichten, die besser den Bedürfnissen der Zeit entspricht.
Die „katholische Interpretation“ der Bibel kann nur vor den Angriffen der rationalistischen Wissenschaften in Schutz genommen werden, indem die Exegeten selbst „wissenschaftliche Fachkenntnisse“ erwerben, um ihre Gegner auf deren eigenem Gebiet zu überholen.
Schon Pius XII. hatte festgestellt: „Wenn der geistliche Sinn als Sinn eines biblischen Textes anerkannt werden soll, so muss er Garantien für seine Echtheit vorlegen. Eine bloß subjektive Inspiration genügt nicht ! Man muss aufweisen können, dass es sich um einen von Gott selbst gewollten Sinn handelt, also um eine geistliche Bedeutung, die Gott selbst dem inspirierten Text gegeben hat. In der Enzyklika „Divino afflante Spiritu“ sagte Pius XII.: „Ebenso wie das Wort Gottes den Menschen in allem (die Sünde ausgenommen) ähnlich wurde, so sind die in menschlichen Sprachen ausgedrückten Worte Gottes der menschlichen Sprache in allem gleichgeworden (ausgenommen der Irrtum)“. Leo XIII. hat immer hervorgehoben, dass „die Heiligen Schriften vom Heiligen Geist selbst eingegeben worden sind...... , folglich der selbe Heilige Geist auch zu ihrer richtigen Auslegung erforderlich ist.“ Der Garant für die Gegenwart des Heiligen Geistes bei der richtigen, gottgewollten Auslegung ist die „Treue des Exegeten zur Kirche“. Das Zweite Vatikanische Konzil hat dies erneut bekräftigt: „Alles, was die Art der Schrifterklärung betrifft, untersteht letztlich dem Urteil der Kirche, deren gottgegebener Auftrag es ist, das „Wort Gottes“ zu bewahren und auszulegen“.
Also: Die Kirche, vertreten durch Kardinal Ratzinger, hat immer Recht. Wenn Herr Ratzinger sowieso entscheidet, welche Interpretation von Gottes Geist eingegeben ist und welche nicht, wozu bemüht er dann eine Vielzahl von Theologen, die sich erst nach langen, heftigen Diskussionen (O-Ton Ratzinger) auf eine gemeinsam zurechtgezimmerte Interpretation einigen können, wenn er das Endergebnis doch wieder nach eigenem Gusto umfrisiert ??? Wieviele „Heilige Geister“ inspirieren denn nun die „Heilige Schrift“, damit sie immerfort „den Bedürfnissen der Zeit entspricht“??? Wozu müssen die biblischen Gottesworte fortlaufend den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden? Warum lässt J.Ratzinger die Bibel nicht gleich von den Naturwissenschaftlern umschreiben ??? Dann hätten wir doch endlich einmal etwas Reelles, dem man auch mit gutem Gewissen glauben könnte !!!
Doch nein ! Es wird weiter getrickst und gemogelt, wie seit 2000 Jahren, um den „Heiligen Geist“ dahin zu bekommen, wo man ihn haben möchte. Nun wissen wir, warum der Bibelgott seine ursprüngliche Originalbibel, das „Wort Gottes“ in der Versenkung verschwinden ließ. Hätten wir die biblischen Originalschriften noch greifbar, so würden uns die Haare zu Berge stehen. Ein Vergleich zwischen dem Bibel-Original und den vielen nachträglichen Fälschungen würde offenbar machen, dass wir seit 2000 Jahren einem hausgemachten Phantom nachgelaufen sind. Einem Phantom, das alle Jahrzehnte ein neues, dem jeweiligen Zeitgeist angepasstes „make up“ erhalten hat. Was hat das alles noch mit dem Begriff „WISSENSCHAFT“ zu tun ?
Dann bitte gleiches Recht für
alle Pseudowissenschaften. Dann sollten wir auch wieder die Astrologie und
Chirologie als ordentliches, wissenschaftliches Lehrfach an unseren Universitäten
zulassen, wie es bis ins 18. Jahrhundert der Fall war !
(Siehe als Beispiel die Interpretation der Bibelaussagen zur „Parusie“)
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