„Seid bereit, mit Sanftmut, Ehrfurcht und gutem Gewissen jedem Antwort zu geben, der von euch Rechenschaft verlangt !“   (1 Petrus 3, 15-16)

                     „Macht euch keine Sorge, wie und womit ihr  euch verteidigen, oder was ihr sagen sollt.

                     Der Heilige Geist wird euch die rechten Worte in den Mund legen !“  (Lukas 12, 11-12)

                             „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt !“   (Matthäus 28, 20)

                                                

Fragen  an  Theologen

von Norbert Rohde

a)   Gott ist eine Person

Warum muss Gott eine Person sein ? Weil unsere Vorfahren vor einigen Tausend Jahren nur äußerst geringe naturwissenschaftliche Kenntnisse hatten, waren sie gezwungen, sich mit der Idee eines menschenähnlichen Gottes zufrieden zu geben. Einer Idee, mit der man alles erklären konnte, ohne selbst erklärbar sein zu müssen . Es war halt eine Verlegenheitslösung. So erinnert uns der, von den Bibelautoren beschriebene Menschen-Gott JAHWE an  einen Volks-Patriarchen, der sich mit vielen menschlichen Schwächen und Unzulänglichkeiten herumplagen muss: mit Eitelkeit, Eifersucht, Zorn, Rachsucht und Zerstörungswut. Die Menschen des Altertums sahen sich verständlicherweise als  Mittelpunkt ihres kleinen Lebensraumes. Sie machten sich aufgrund ihrer winzigen Naturerkenntnisse zum „Maß aller Dinge“. Sie schlossen von sich, von der Art ihrer Lebens- und Denkweise, auf alle anderen Lebewesen ihrer Umwelt. Da lag natürlich die Versuchung nahe, sich selbst auch zum „Abbild“ der eigenen Gottesvorstellungen zu machen.

Heute wissen wir aber, dass unser Dasein das Ergebnis eines Prozesses ist, der von einer zeit- und raumlosen Kosmos-Energie ausgeht Einer Energie, die man mit einem Sammelbegriff benennen kann :GOTT, Jehova, Allah, Weltgeist oder sonstwie. Es ist aber töricht, diese Kosmosenergie in einen maßgeschneiderten Menschen-Anzug zu zwängen, um ihr eine menschliche „Ebenbildlichkeit“ verpassen zu können. Wird es nicht langsam Zeit, sich von der ergrauten Gottesidee des uralten israelitischen Nomadenvolkes zu verabschieden ?

 

b)   Gott ist ewig 

Wenn ein personaler, absolut vollkommener Gott seit ewigen Zeiten existiert, dann muss doch alles um ihn herum ebenfalls absolut vollkommen gewesen sein, bevor er die Welt aus dem Nichts geschaffen hat.  Wie sollte ein absolutes Etwas überhaupt in einem absoluten Nichts existieren können ? Hatte der Bibelgottgott JAHWE trotz seiner Vollkommenheit das Gefühl, dass in seiner Umgebung etwas unvollkommen war (z.B. das Nichts) und er etwas erschaffen musste, was er schon immer vermisst hatte ?  Wenn vor der Erschaffung der Welt seit ewigen Zeiten alles so vollkommen wie der Schöpfergott war, wozu sollte dann eine Neuschöpfung notwendig gewesen sein, die unvollkommener als der Schöpfer ist ?

Oder ist das alles nur die unvollkommene Idee von unvollkommenen Märchenerzählern ?

  

c)   Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild  (Genesis 1,27).

Gesetzt den Fall, der Mensch wäre ein gottähnliches Wesen. Dann müsste auch die  Denkweise und Erkenntnismöglichkeit der Menschen der ihres Gottes ähnlich sein. In der Realität besteht aber in vielerlei Hinsicht  zwischen dem (physisch und psychisch mangelhaften) Menschen und dem fiktiven (absolut vollkommenen ?) biblischen Gott ein gewaltiger Unterschied. Könnte es nicht sein, dass diese Version, als Gottes Lieblingsgeschöpfe nach seinem Abbild geschaffen worden zu sein , nur ein menschlicher Wunschtraum ist ? Oder waren die Bibelautoren , die diese Geschichte erfunden haben, womöglich größenwahnsinnig ? Wäre das nicht eine  Gotteslästerung , wenn sich Menschen selbstherrlich zu gottähnlichen Wesen erheben ? Oder steckt hinter diesem Größenwahn nur eine ganz banale Absicht einiger Volksführer (und Verführer), sich von ihren Untergebenen als gottähnliche Wesen verehren zu lassen ? Als Cäsaren, Kaiser, Könige „von Gottes Gnaden“ oder sogar als „Gottes Stellvertreter“ wie die christlichen Päpste ? Hatten nicht überall in der Welt, auch nicht-bibelgläubige Herrscher (vor und nach Moses) sich als gottähnliche Wesen verehren lassen ? Spiegelt also der Bibelglaube vom gottähnlichen Menschen nichts anderes als den uralten Menschheitstraum wieder : „So zu sein, wie Gott“?  Sollten wir uns nicht (aufgrund der inzwischen gewonnenen Naturerkenntnisse) allmählich von der größenwahnsinnigen Idee der Gottebenbildlichkeit verabschieden ?

 

 d)   Gott ist allwissend, er weiß alles im voraus.

Wenn Gott allwissend ist, warum wundert er sich dann über die Pannen seiner Schöpfung : Über den Luzifer, über Adams und Evas Sündenfall und über die vielen anderen beschämenden Unzulänglichkeiten und Ungöttlichkeiten seiner göttlichen Werke ? Er hätte doch diese Unzulänglichkeiten seiner Schöpfung voraussehen müssen ! Warum beruft Gott (beispielsweise) höchstpersönlich Theologen und Priester zu seinen „würdigen Dienern“, von denen er im voraus weiß, dass viele sich nachher als unwürdig erweisen werden ? Und so können wir doch eine Unmenge von Fehlentwicklungen in seiner Schöpfung aufzählen, die er doch allem Anschein nach nicht vorausgesehen hat. Nicht nur unsere Erde, auch das ganze Weltall, so wie wir es bis dato erforschen konnten, gleicht einer ewig laborierenden Versuchsanstalt. Das Werk eines weise vorausberechneten und in allen Details wohl durchdachten Planes lässt sich dahinter nicht erkennen. Die sogenannte Schöpfung, mit ihrem fortwährendem Wechsel zwischen Werden und Vergehen, mit ihrem steten Auf und Ab, mit ihrem permanenten Ausprobieren und Wiederverwerfen neuer Gestirne, Produkte und Produktionsprozesse (so wie wir es alltäglich auf unserer Erde und im Universum beobachten können), sie scheint doch eher dem Prinzip der Zufälligkeiten als einem wohldurchdachten Plan unterworfen zu sein. Das fehlerlose Werk einer fehlerlosen Gottperson ist es jedenfalls nicht ! Und wenn nun diese Welt der Zufälligkeiten womöglich gottgewollt sein sollte, dann kann natürlich auch ein Gott die  Zufalls-ereignisse und -ergebnisse nicht voraussehen.   Ist also unsere Welt das „gelungene Werk“ einer allwissenden, alles weise vorausplanenden Gottperson.........oder doch nur das planlose Walten unbekannter kosmischer Energien ?

  

e)   Gott ist der Inbegriff der Liebe, Güte und Väterlichkeit.

Warum sind in der Schöpfung eines alles liebenden, allgütigen und allväterlichen Gottes so viele ungöttliche Boshaftigkeiten enthalten ? Warum gelang es dem biblischen Gott nicht, seine leibhaftigen Kinder (seinem Abbild entsprechend) mit Liebe, Güte und Nachsicht zu formen ? Warum kann er seine Lieblinge nur nach dem menschlichen Herrschaftsprinzip von Lohn und Strafe, von Zuckerbrot und Peitsche, von Manna und Steinigung, von himmlischer Freude und ewigem Feuer dirigieren ? Jeder menschliche Vater hätte – wenn ihm diese göttliche Macht gegeben wäre – seine Kinder so erschaffen , dass sie ihm ähnlich und nie zu etwas Bösem fähig wären. Wenn ein Vater seine Kinder mit zweifelhaften Eigenschaften ausstattet und dann zuschaut, was sie daraus machen, dann stimmt doch etwas mit dem LIEBEN GOTTVATER nicht ? Wem nutzt z.B. eine gottgegebene „Freiheit“, die infolge mangelhafter Ausstattung ins Verderben führen kann? Dem Schöpfer, seinen Geschöpfen oder nur den Erfindern dieses Bibelgottes, den Theologen ?  Sind für den Gott der Liebe und Güte alle anderen (hundertmillionen-fach zahlreicheren) Lebewesen unserer Erde, die ebenfalls fühlen, leiden, hungern und dürsten, nur ein ungeliebtes, seelenloses Gerümpel, über das die Menschen nach Lust und Laune FREI verfügen dürfen ? Warum sind diese Geschöpfe von seiner väterlichen Liebe ausgeschlossen ? Sagt Jahwe doch in Genesis 1, Vers 28 zu seinen „Ebenbildern“: „Seid fruchtbar und mehret euch, füllet die Erde und machet sie euch untertan.  Herrscht über des Meeres Fische, die Vögel des Himmels und über alles Getier der Erde !“ Eine Anweisung, die bekanntlich verheerende Auswirkungen zur Folge hatte.   Alles  gottgewollt von einer personifizierten  Göttlichen Liebe und Güte ?

  

f)   Gott spricht in einem Buch zu seinen Kindern.

Jeder gute Menschenvater würde ganz persönlich und unter vier Augen mit seinen Kindern reden und ihnen alltäglich mit Liebe, Güte und Verständnis zur Seite stehen. Er würde sich nicht vor seiner Fürsorgepflicht drücken und die Betreuung und Erziehung seiner Lieblinge ausschließlich - uns völlig fremden - Kindermädchen und Erziehern (sprich: Schriftgelehrten und Theologen) überlassen . Er wäre ein stets sicht- und fühlbarer, stets gegenwärtiger und ansprechbarer Vater, so wie er von Jesus in  Matth.7,7-11 gewünscht wird. Doch unser biblischer Supervater versteckt sich und schweigt. Er gibt sich uns nur in  uralten Papyrusrollen und vergilbten Papierschnitzeln zu erkennen. Darin dürfen wir lesen, dass er in grauer Vorzeit irgendwann einmal, in einer winzigen Ecke unserer Erde mit ein paar Männern gesprochen haben soll. Und diese Männer hätten ihre Zwiegespräche mit Gott einer kleinen, illustren Schar von Schreibgewandten weitererzählt. Und einige von diesen Schreiberlingen, die keiner kennt, hätten das alles hier und dort einmal notiert, damit es einige  Jahrtausende später der inzwischen sehr zahlreich gewordenen und über die ganze Erde verstreuten Gotteskinderschar vorgelesen werden kann (so wie man den kleinen Kindern Märchen vorliest) . Und den heutigen Nachfahren bleibt nun die undankbare Aufgabe überlassen , sich darüber den Kopf zu zerbrechen, was denn nun unser aller Vater in grauer Vorzeit einmal so alles gesagt haben könnte. Und so schlagen sich seit Jahrtausenden Gottes liebe Kinderlein die Köpfe darüber ein, welche der zahlreichen, sich oft widersprechenden Texte in der Bibel nun tatsächlich Gottesworte und welche nur Menschenworte , was von alledem nur Dichtung und was Wahrheit, und was sogar eine perfide Fälschung sein könnte. Weil sich Gott Jahwe permanent vor der Masse seiner menschlichen „Lieblingskinder“ versteckt hat, blieb den Bibelschreibern nichts anders übrig, alles das zu Papier zu bringen, was über Jahrhunderte und Jahrtausende von Mund zu Mund , zu unterschiedlichen Zeiten , in verschiedenen Mundarten, Dialekten und Sprachen, mit ihren verschiedenartigsten Begriffen und Phantasievorstellungen über diesen   Vatergott so alles gemunkelt und erzählt worden ist. Diese Erzählungen, Aufzeichnungen und Notizen schrieb dann später einmal der eine vom anderen ab, und wieder andere übersetzten das Gehörte und Geschriebene so, wie sie es halt zu ihrer Zeit verstanden haben oder verstehen wollten. Schließlich war ja die gottgewollte „Babylonische Sprachverwirrung“ ein großes Hindernis bei der wortgetreuen Übersetzung der hebräischen  Gottesworte in tausend andere Sprachen. Der äußerst geringe Sprachschatz des nomadisierenden Volkes der Israeliten war am allerwenigsten dazu geeignet, als Fundament für Gottes Botschaft an die gesamte Menschheit zu dienen. Konnte Jahwe dieses Dilemma nicht voraussehen  ?   Zu allem Überfluss gingen im Laufe der Zeit auch noch alle Urschriften der heiligen Gottesworte verloren. Und so hat uns unser weiser, allwissender, alles liebender, göttlicher Vater seine - über Tod und Leben der Menschheit entscheidenden - Anweisungen nur noch in Form von mehr oder weniger zufällig gefundenen Papyrusfragmenten und schwer zu entziffernden Papierschnitzeln hinterlassen können.   Sorry......Pech gehabt ! Oder, wie können uns die Theologen dieses Missgeschick erklären ? 

Ein Direktkontakt zwischen dem himmlischen Vater und seinen Milliarden Menschenkindern , mitsamt unseren (sich sinnigerweise gegenseitig fressenden) Mitgeschöpfen der irdischen Flora und Fauna, war von ihm, dem Inbegriff der Liebe Güte und Väterlichkeit nicht erwünscht ! Alle Gottesgeschöpfe blieben und bleiben somit der Willkür einiger weniger, selbsternannter „Herrscher von Gottes Gnaden“ unterworfen . Hinter dieser stümperhaften Art von Selbstmitteilung eines allmächtigen, allweisen und alles liebenden Weltenschöpfers kann man doch keinen absolut vollkommenen Gott, sondern nur das Phantasiegebilde einiger höchst unvollkommener Menschen erkennen ! Woher nehmen unsere Theologen die Kühnheit, in einem so zweifelhaften Buch, wie die Bibel, einen Schöpfergott zu sehen ?

Was Wunder, dass auch nach dem Tode des (angeblichen) Gottessohnes Jesus, wiederum einige Dutzend unterschiedliche Jesusberichte bzw. Evangelien (ebenfalls als Gottesworte) kursierten, gegen die schon Petrus und Paulus in ihren Briefen an die damaligen jungen Christengemeinden wetterten. 2000 Jahre nach dem Ableben dieses  Gottessohnes schlagen sich inzwischen 1000 unterschiedliche Jahwe- und Jesusgemeinden, jahwe- und jesusgläubige Gruppen und Grüppchen die Köpfe ein, wobei sie sich gegenseitig zur Hölle wünschen. Können hinter diesem Desaster unsere Theologen und Bibelpropagandisten mit gutem Gewissen immer noch den von ihnen gepredigten Gott der Liebe, Güte und Weisheit erkennen ?  Oder predigen sie anders, als sie denken ?    (Umfrageergebnisse bestätigen diesen Tatbestand :FAZ, BdW. u.a.).

  

g)     Gott und das Böse

Warum soll ein Gott als Inbegriff der Liebe, Vatergüte und Weisheit überhaupt das Böse in die Welt gebracht haben ? Wer, außer ihm, konnte denn aus dem Nichts etwas erschaffen , (egal, ob es gut oder böse, freudvoll oder schmerzhaft, gerecht oder ungerecht war und ist) ......als nur ER ? Woher kommen die vielen, vom biblischen Schöpfergott und seinen Gotteskindern beklagten, Scheußlichkeiten dieser Welt ? Woher kommt das Mangelhafte, Unvollkommene, das Böse unserer Erde ? Es kann doch nur von dem Einzigen kommen, der  vor der Erschaffung der Welt seit Ewigkeiten existiert. Wie kann man das Ungöttliche der Schöpfung mit dem Göttlichen des Schöpfers unter einen Hut bekommen ? Hat nicht Jesus, der (angebliche) biblische Gottessohn, mit Recht gesagt, dass ein guter Baum keine schlechten Früchte hervorbringen kann ? Kann denn ein guter Gott schlechte, ungöttliche Früchte hervorbringen ? Oder haben uns die Bibelschreiber einen Bären aufgebunden ? Haben sie womöglich ihre eigenen Unzulänglichkeiten ihrem fiktiven Bibelgott angedichtet , um sich damit selbst unverfrorenerweise gegenüber ihrer großen Schar von Gläubigen, als von Gott berufene Priester (Aaroniten und Leviten) in Gottes unmittelbarer Nähe posieren zu können ? Sozusagen als „fehlerbehaftete Herrscher von Gottes Gnaden“, die im Auftrage ihres Gottes über ein leichtgläubiges Volk herrschen sollen ? So wie es Paulus in seinem 13. Römerbrief seinen christgläubigen Gemeinden befiehlt: „Ein jeder soll sich der obrigkeitlichen Gewalt unterordnen. Denn es gibt keine Gewalt, die nicht von Gott kommt“. Und in seinem Brief an die Epheser (6,5-8) befiehlt Paulus den Sklaven einen vorbildlichen „christlichen Gehorsam mit Furcht und Zittern“ gegenüber ihren Herren. Seid Sklaven Christi, die den Willen Gottes von Herzen   erfüllen !“ Auch Petrus befahl seinen Anhängern: „Unterwerft euch um des Herrn willen jeder menschlichen Ordnung...... Und wenn ihr Sklaven trotz gutem Verhalten leiden müsst, so ist das Gott wohlgefällig“ !

 (1 Petr.2,13 und 20) ! Das Böse der Sklavenhaltung ist Gott wohlgefällig ? Hat der „böse“ Mensch des AT und NT seinen „guten“ Gott nur deshalb erfunden , um dieses Phantom als „Marionette in Menschenhand“ missbrauchen zu können ? Wurde von den Bibelautoren das Naturgesetz vom „Fressen und Gefressenwerden“ nur deshalb in ein religiöses Mäntelchen verpackt (wie ja auch in anderen Kulturen), um hieraus eine gottgewollte Unterwerfung der Untertanen unter gottgewollte Obrigkeiten ableiten zu können ......mit Hilfe der Theologen  ?

  

 h)   Gottes Sohn Jesus

Diese „göttliche“ Vater-Sohn-Konstruktion kann natürlich nur einem menschlichen Hirn entsprungen sein. Sie macht das Problem mit dem menschenähnlichen Jahwe-Gott noch komplizierter, als es sowieso schon ist. Dieses Dilemma haben die beiden anderen jahwegläubigen Weltreligionen der Juden und Mohammedaner erkannt und folglich aus ihrem Glaubensgebäude gestrichen. Der christliche Vater-Sohn-Geist-Glaube (Trinität) lässt sich ganz und gar nicht mit dem vorchristlichen Ein-Gott-Glauben der Bibel (Monotheismus) vereinbaren. Die Brockhaus-Enzyklopädie (1990) drückt sich hierzu recht vorsichtig aus: „Der Jesus in den Evangelien ist weniger der historische als vielmehr der Christus des Glaubens. Die jüdische Naherwartung des kommenden Weltgerichts (Parusie) und die damit verbundene Erwartung eines politischen und eschatologischen Messias bildet den geistesgeschichtlichen Hintergrund der Jesus-Erzählungen ,  die  von den Christen als  Erfüllung  alttestamentlicher  Prophezeiungen  angesehen  werden.“

Laut der biblischen Ahnentafel existiert die Menschheit seit 5760 Jahren. Nach unseren heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen existiert das uns bisher bekannte Universum etwa seit 15 Milliarden Jahren und die irdische Menschheit immerhin schon (mit dem Homo Rudolfensis) seit rund 100 000 Menschengenerationen und nicht wie in der Bibel, erst seit rund 230 Generationen (bei vier Generationen pro 100 Jahre). Warum sollte der Gottessohn erst nach fast 100 000 Menschengenerationen auf die Erde gekommen sein, um so spät den Makel der Erbsünde von der Menschheit zu nehmen ?

Jesu messianisches Wirken begann bekanntlich erst nach seinem 30. Lebensjahr, nachdem er sich als Anhänger der Weltuntergangs-Lehre des Johannes des Täufers von diesem hat taufen lassen. Matthäus berichtet im Kapitel 3, Vers 5 -6: „Jerusalem, ganz Judäa und das ganze Jordanland zog zu Johannes dem Täufer hinaus. Sie ließen sich taufen und bekannten dabei ihre Sünden.“ Die Taufe wurde zur Zeit des Jesus von Nazareth vollzogen nach den Weisungen des Ezechiel (36, 25) im Sinne einer „Reinigung von allen sündhaften Unreinheiten.“ Jesus muss sich demnach nicht als „sünden- und makelloser Sohn Gottes“ gesehen haben, da er sich dieser Reinigungstaufe unterzog. Er war ja auch (außerhalb seiner kleinen Anhängerschaft) bei den übrigen jüdischen Volksgenossen lediglich als „Freiheitskämpfer, Sozialrevolutionär, Rabbi und Anhänger des Johannes des Täufers“ bekannt (laut Jüdischem Lexikon). Die Ahnentafel des Matthäus erwähnt Joseph, den Ehemann der Maria, und nicht Jahwe (bzw. seinen „Heiligen Geist“) als den leiblichen Vater des Jesus. Denn der „Messias“ sollte nach den Prophezeiungen des AT aus dem Königsgeschlecht des David hervorgehen. Und aus diesem Geschlecht kam der Josef von Nazareth und nicht die von Jahwe geschwängerte Jungfrau Maria . War Gott Jahwe wieder einmal ein Missgeschick passiert ? Oder haben die Evangelisten wieder einmal, ebenso wie ihre Vorbilder aus dem AT, ihrer Phantasie freien Lauf gelassen ? Denn Ihr Jesus hatte laut Matth.10,5-8 und 23 nicht die Absicht, die ganze Menschheit auf seine Lehre einzuschwören. Vielmehr hatte er seinen Jüngern aufgetragen: „Nehmet euren Weg nicht zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter. Geht vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel und verkündet: Das Himmelreich ist nahe........ Ihr werdet mit den Städten Israels noch nicht zu Ende sein, bis der Menschensohn kommt.“ Er sagte nicht „Ich komme wieder“ oder der „Gottessohn“, sondern ein „Menschensohn“ wird kommen ! So ist es nicht verwunderlich, dass Jesus keinen Wert darauf gelegt hatte, seine Predigten für die Nachwelt niederzuschreiben, sozusagen als „Handgeschriebenes Testament eines menschgewordenen Gottes“. Wozu auch, denn er war ja von dem unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang und dem danach kommenden Reich Jahwes überzeugt. Ihm ging es um das Heil des Hauses Israel, dem „Auserwählten Volk seines Gottes “, den er wohl schwerlich als seinen leibhaftigen Vater ausgegeben haben kann. Als Rabbi fühlte er sich ausschließlich für seine jüdischen Mitbürger verantwortlich.....und nicht für die „Heiden der übrigen Welt“! Diese Interpretation entstand doch erst nach Jesu Tod, wie die Erzählung von dem geheimnisvollen Unbekannten und den Emmausjüngern in Lukas 24, Vers13-32 zeigt.

Es ist doch auch bezeichnend, dass sich die Jesuaner schon recht bald nach Jesu Tod in den Haaren lagen. Petrus, der einzige Augenzeuge des Jesus von Nazareth (laut NT), beschwert sich in einem seiner zwei , der Nachwelt hinterlassenen Briefe über „die falschen Lehrer, die über Jesus verderbliche Irrlehren verbreiten “. Es ist überdies recht verwunderlich, dass von dem „direkten Nachfolger des Jesus“ und „Ersten Stellvertreter Gottes“ der christlichen Kirche, von Petrus, nur zwei Briefe erhalten geblieben sind. Hingegen stammen 98% des gesamten Neuen Testaments (NT) von Autoren, die Jesus nur vom Hörensagen kannten. Auch Paulus hatte Jesus nie persönlich kennen gelernt. Aber auch er beklagt die unterschiedlichen Ansichten seiner Gemeindemitglieder über diesen Jesus (1 Kor.1,10-12). Er nennt die Verkünder der anderen Jesustheorien „Irrlehrer und Werkzeuge des Satans“ und warnt vor den „Irrgeistern und Teufelslehren“ (1 Tim.4,1-3).  Er mahnt seine Gemeinden vor dem „Wortgezänk“ über Jesus (2 Tim. 2,14-19) und vor den „Sündern, die lernbegierig sind und Erkenntnisse der Wahrheit suchen“ (2 Tim.3,7). In weiteren Briefen (Titus 1,10 -11 und 3,9-11) wettert Paulus über die „Widerspenstigen, Schwätzer, Verführer, die als Irrlehrer ganze Familien in Verwirrung bringen.“ Und er empfiehlt dringend: „Meidet törichte Grübeleien und meidet die Irrlehrer!“ An die keltischen Galater schreibt Paulus verzweifelt: „Es wundert mich, dass ihr so schnell abfallt von dem, der euch berufen hat,.....und dass ihr euch einem anderen Evangelium zuwendet.“ Zuletzt kann er sich der judenchristlichen Konkurrenzprediger nur erwehren, so wie es Jahwe im AT vorexerziert hat:„Wer ein anders Evangelium verkündet, der sei verflucht !“(Gal.1,9).

Fazit: Weil es Jahwe auch nach dem persönlichen Besuch seines leibhaftigen Sohnes auf dieser Erde nicht gelungen ist, sich als der alleinige Gott der gesamten Menschheit zu offenbaren, musste er (bzw. seine Erfinder) auf das uralte menschliche Gewaltrezept zurückgreifen: „Willst du nicht mein Bruder sein, so schlage ich dir den Schädel ein“!     Amen !

Weder durch den Bibel-Jahwe, noch durch den Bibel- Christus ist diese unsere Welt verbessert worden. Sie konnte nach allen uns heute vorliegenden biologischen, chemischen und physikalischen Erkenntnissen  auch nicht verbessert werden, da ja das Vorstellungsvermögen und die damit zusammenhängenden Taten des Menschen an die ihm innewohnenden, genetisch vorprogrammierten biologischen Prozesse gebunden sind (unser genetisches Instrumentarium). Kann jemals eine menschliche Phantasiekonstruktion, so wie der von unseren Theologen gepredigte Bibelglaube, die chemisch-biologische Struktur der Menschen oder sogar der Welt verändern ? Sind nicht alle menschlichen Hypothesen, die irreal sind, von vornherein zum Scheitern verurteilt.......egal, ob es sich um irreale philosophische, religiöse oder naturwissenschaftliche Hypothesen handelt ? Warum missachten unsere Theologen das Gleichnis ihres Jesus, das der vorchristlichen, altgriechischen Philosophie entliehen ist: „Jeder gute Baum trägt gute Früchte; ein schlechter Baum aber trägt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte tragen und ein schlechter Baum nicht gute Früchte. Jeder Baum, der nicht gute Früchte trägt, wird ausgehauen und ins Feuer geworfen ! An den Früchten also sollt ihr sie erkennen!“ (Matth.7,17-20).

Nach 2000 Jahren Christentum sind nur 3% der „gottebenbildliche“ Menschheit von der gepredigten Göttlichkeit ihres Jesus von Nazareth überzeugt. Das ist doch ein Indiz für die Ungöttlichkeit und Schwachheit des von unseren Theologen propagierten biblischen Gottes. Inzwischen füllen die Anklagen gegen die falschen Hypothesen, Irrtümer , Missetaten und Verbrechen der Jahwe- und Jesusgläubigen Bände. Auf welche Früchte warten unsere Theologen eigentlich noch ? 

  

Seid bereit (ihr Theologen),mit Sanftmut, Ehrfurcht und gutem Gewissen jedem                                                 Antwort zu geben, der von euch Rechenschaft verlangt !“     (1 Petrus 3, 15-16)

 

 In Erwartung Ihrer geschätzten Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüssen und herzlichem Dank.

Norbert Rohde    noro80@t-online.de

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