„Macht euch keine Sorge, wie und womit ihr
euch verteidigen, oder was ihr sagen sollt.
Der Heilige Geist wird euch die rechten Worte in den Mund legen !“
(Lukas 12, 11-12)
„Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt !“
(Matthäus 28, 20)
von Norbert Rohde
a) Gott
ist eine Person
Warum muss Gott eine Person sein ? Weil
unsere Vorfahren vor einigen Tausend Jahren nur äußerst geringe
naturwissenschaftliche Kenntnisse hatten, waren sie gezwungen, sich mit der Idee
eines menschenähnlichen Gottes zufrieden zu geben. Einer Idee, mit der
man alles erklären konnte, ohne selbst erklärbar sein zu müssen . Es war halt
eine Verlegenheitslösung. So erinnert uns der, von den Bibelautoren
beschriebene Menschen-Gott JAHWE an einen
Volks-Patriarchen, der sich mit vielen menschlichen Schwächen und Unzulänglichkeiten
herumplagen muss: mit Eitelkeit, Eifersucht, Zorn, Rachsucht und Zerstörungswut.
Die Menschen des Altertums sahen sich verständlicherweise als
Mittelpunkt ihres kleinen Lebensraumes. Sie machten sich aufgrund
ihrer winzigen Naturerkenntnisse zum „Maß aller Dinge“. Sie
schlossen von sich, von der Art ihrer Lebens- und Denkweise, auf alle anderen
Lebewesen ihrer Umwelt. Da lag natürlich die Versuchung nahe, sich
selbst auch zum „Abbild“ der eigenen Gottesvorstellungen zu machen.
Heute wissen wir aber, dass unser Dasein das
Ergebnis eines Prozesses ist, der von einer zeit- und raumlosen Kosmos-Energie
ausgeht Einer Energie, die man mit einem Sammelbegriff benennen kann :GOTT,
Jehova, Allah, Weltgeist oder sonstwie. Es ist aber töricht, diese
Kosmosenergie in einen maßgeschneiderten Menschen-Anzug zu zwängen, um ihr
eine menschliche „Ebenbildlichkeit“ verpassen zu können. Wird es nicht
langsam Zeit, sich von der ergrauten Gottesidee des uralten israelitischen
Nomadenvolkes zu verabschieden ?
b) Gott
ist ewig
Wenn
ein personaler, absolut vollkommener Gott seit ewigen Zeiten
existiert, dann muss doch alles um ihn herum ebenfalls absolut vollkommen
gewesen sein, bevor er die Welt aus dem Nichts geschaffen hat.
Wie sollte ein absolutes Etwas überhaupt in einem absoluten Nichts
existieren können ? Hatte der Bibelgottgott JAHWE trotz seiner Vollkommenheit
das Gefühl, dass in seiner Umgebung etwas unvollkommen war (z.B. das Nichts)
und er etwas erschaffen musste, was er schon immer vermisst hatte ? Wenn vor der Erschaffung der Welt seit ewigen Zeiten alles so
vollkommen wie der Schöpfergott war, wozu sollte dann eine Neuschöpfung
notwendig gewesen sein, die unvollkommener als der Schöpfer ist ?
Oder
ist das alles nur die unvollkommene Idee von unvollkommenen Märchenerzählern ?
c) Gott
schuf den Menschen nach seinem Abbild (Genesis
1,27).
Gesetzt den Fall, der Mensch wäre ein gottähnliches
Wesen. Dann müsste auch die Denkweise
und Erkenntnismöglichkeit der Menschen der ihres Gottes ähnlich sein.
In der Realität besteht aber in vielerlei Hinsicht zwischen dem (physisch und psychisch mangelhaften) Menschen
und dem fiktiven (absolut vollkommenen ?) biblischen Gott ein gewaltiger
Unterschied. Könnte es nicht sein, dass diese Version, als Gottes
Lieblingsgeschöpfe nach seinem Abbild geschaffen worden zu sein , nur
ein menschlicher Wunschtraum ist ? Oder waren die Bibelautoren , die diese
Geschichte erfunden haben, womöglich größenwahnsinnig ? Wäre das nicht eine
Gotteslästerung , wenn sich Menschen selbstherrlich zu gottähnlichen
Wesen erheben ? Oder steckt hinter diesem Größenwahn nur eine ganz banale
Absicht einiger Volksführer (und Verführer), sich von ihren Untergebenen als gottähnliche
Wesen verehren zu lassen ? Als Cäsaren, Kaiser, Könige „von Gottes
Gnaden“ oder sogar als „Gottes Stellvertreter“ wie die
christlichen Päpste ? Hatten nicht überall in der Welt, auch nicht-bibelgläubige
Herrscher (vor und nach Moses) sich als gottähnliche Wesen verehren lassen ?
Spiegelt also der Bibelglaube vom gottähnlichen Menschen nichts anderes
als den uralten Menschheitstraum wieder : „So zu sein, wie Gott“?
Sollten wir uns nicht (aufgrund der inzwischen gewonnenen
Naturerkenntnisse) allmählich von der größenwahnsinnigen Idee der Gottebenbildlichkeit
verabschieden ?
d) Gott
ist allwissend, er weiß alles im voraus.
Wenn Gott allwissend ist, warum wundert er sich dann
über die Pannen seiner Schöpfung : Über den Luzifer, über Adams und Evas Sündenfall
und über die vielen anderen beschämenden Unzulänglichkeiten und Ungöttlichkeiten
seiner göttlichen Werke ? Er hätte doch diese Unzulänglichkeiten seiner Schöpfung
voraussehen müssen ! Warum beruft Gott (beispielsweise) höchstpersönlich
Theologen und Priester zu seinen „würdigen Dienern“, von denen er im
voraus weiß, dass viele sich nachher als unwürdig erweisen
werden ? Und so können wir doch eine Unmenge von Fehlentwicklungen in seiner
Schöpfung aufzählen, die er doch allem Anschein nach nicht vorausgesehen hat.
Nicht nur unsere Erde, auch das ganze Weltall, so wie wir es bis dato erforschen
konnten, gleicht einer ewig laborierenden Versuchsanstalt. Das Werk eines
weise vorausberechneten und in allen Details wohl durchdachten Planes lässt
sich dahinter nicht erkennen. Die sogenannte Schöpfung, mit ihrem fortwährendem
Wechsel zwischen Werden und Vergehen, mit ihrem steten Auf und Ab, mit ihrem
permanenten Ausprobieren und Wiederverwerfen neuer Gestirne, Produkte und
Produktionsprozesse (so wie wir es alltäglich auf unserer Erde und im Universum
beobachten können), sie scheint doch eher dem Prinzip der Zufälligkeiten
als einem wohldurchdachten Plan unterworfen zu sein. Das fehlerlose Werk
einer fehlerlosen Gottperson ist es jedenfalls nicht ! Und wenn
nun diese Welt der Zufälligkeiten womöglich gottgewollt sein sollte,
dann kann natürlich auch ein Gott die Zufalls-ereignisse
und -ergebnisse nicht voraussehen. Ist
also unsere Welt das „gelungene Werk“ einer allwissenden, alles weise
vorausplanenden Gottperson.........oder doch nur das planlose Walten unbekannter
kosmischer Energien ?
e) Gott
ist der
Inbegriff der Liebe, Güte und Väterlichkeit.
Warum sind in der Schöpfung eines alles liebenden,
allgütigen und allväterlichen Gottes so viele ungöttliche
Boshaftigkeiten enthalten ? Warum gelang es dem biblischen Gott nicht,
seine leibhaftigen Kinder (seinem Abbild entsprechend) mit Liebe, Güte
und Nachsicht zu formen ? Warum kann er seine Lieblinge nur nach dem menschlichen
Herrschaftsprinzip von Lohn und Strafe, von Zuckerbrot und Peitsche, von Manna
und Steinigung, von himmlischer Freude und ewigem Feuer dirigieren ? Jeder
menschliche Vater hätte – wenn ihm diese göttliche Macht gegeben
wäre – seine Kinder so erschaffen , dass sie ihm ähnlich und nie zu etwas Bösem
fähig wären. Wenn ein Vater seine Kinder mit zweifelhaften Eigenschaften
ausstattet und dann zuschaut, was sie daraus machen, dann stimmt doch etwas mit
dem LIEBEN GOTTVATER nicht ? Wem nutzt z.B. eine gottgegebene „Freiheit“,
die infolge mangelhafter Ausstattung ins Verderben führen kann? Dem Schöpfer,
seinen Geschöpfen oder nur den Erfindern dieses Bibelgottes, den Theologen ?
Sind für den Gott der Liebe und Güte alle anderen (hundertmillionen-fach
zahlreicheren) Lebewesen unserer Erde, die ebenfalls fühlen, leiden,
hungern und dürsten, nur ein ungeliebtes, seelenloses Gerümpel, über das die
Menschen nach Lust und Laune FREI verfügen dürfen ? Warum sind diese Geschöpfe
von seiner väterlichen Liebe ausgeschlossen ? Sagt Jahwe doch in Genesis 1,
Vers 28 zu seinen „Ebenbildern“: „Seid fruchtbar und mehret euch, füllet
die Erde und machet sie euch untertan.
Herrscht über des Meeres Fische, die Vögel des Himmels und über
alles Getier der Erde !“ Eine Anweisung, die bekanntlich verheerende
Auswirkungen zur Folge hatte. Alles gottgewollt
von einer personifizierten Göttlichen
Liebe und Güte ?
f) Gott
spricht in
einem Buch zu seinen Kindern.
Jeder gute Menschenvater würde ganz persönlich
und unter vier Augen mit seinen Kindern reden und ihnen alltäglich mit
Liebe, Güte und Verständnis zur Seite stehen. Er würde sich nicht vor seiner
Fürsorgepflicht drücken und die Betreuung und Erziehung seiner Lieblinge
ausschließlich - uns völlig fremden - Kindermädchen und Erziehern (sprich:
Schriftgelehrten und Theologen) überlassen . Er wäre ein stets sicht-
und fühlbarer, stets gegenwärtiger und ansprechbarer
Vater, so wie er von Jesus in Matth.7,7-11
gewünscht wird. Doch unser biblischer Supervater versteckt sich und
schweigt. Er gibt sich uns nur in uralten Papyrusrollen und vergilbten Papierschnitzeln
zu erkennen. Darin dürfen wir lesen, dass er in grauer Vorzeit irgendwann
einmal, in einer winzigen Ecke unserer Erde mit ein paar Männern gesprochen
haben soll. Und diese Männer hätten ihre Zwiegespräche mit Gott einer
kleinen, illustren Schar von Schreibgewandten weitererzählt. Und einige von
diesen Schreiberlingen, die keiner kennt, hätten das alles hier und dort einmal
notiert, damit es einige Jahrtausende
später der inzwischen sehr zahlreich gewordenen und über die ganze Erde
verstreuten Gotteskinderschar vorgelesen werden kann (so wie man den kleinen
Kindern Märchen vorliest) . Und den heutigen Nachfahren bleibt nun die
undankbare Aufgabe überlassen , sich darüber den Kopf zu zerbrechen, was denn
nun unser aller Vater in grauer Vorzeit einmal so alles gesagt haben könnte.
Und so schlagen sich seit Jahrtausenden Gottes liebe Kinderlein die Köpfe darüber
ein, welche der zahlreichen, sich oft widersprechenden Texte in der Bibel
nun tatsächlich Gottesworte und welche nur Menschenworte , was
von alledem nur Dichtung und was Wahrheit, und was sogar
eine perfide Fälschung sein könnte. Weil sich Gott Jahwe
permanent vor der Masse seiner menschlichen „Lieblingskinder“ versteckt hat,
blieb den Bibelschreibern nichts anders übrig, alles das zu Papier zu
bringen, was über Jahrhunderte und Jahrtausende von Mund zu Mund , zu
unterschiedlichen Zeiten , in verschiedenen Mundarten, Dialekten und Sprachen,
mit ihren verschiedenartigsten Begriffen und Phantasievorstellungen über diesen
Vatergott so alles gemunkelt und erzählt worden
ist. Diese Erzählungen, Aufzeichnungen und Notizen schrieb dann später einmal
der eine vom anderen ab, und wieder andere übersetzten das Gehörte und
Geschriebene so, wie sie es halt zu ihrer Zeit verstanden haben oder verstehen wollten.
Schließlich war ja die gottgewollte „Babylonische Sprachverwirrung“
ein großes Hindernis bei der wortgetreuen Übersetzung der hebräischen
Gottesworte in tausend andere Sprachen. Der äußerst geringe
Sprachschatz des nomadisierenden Volkes der Israeliten war am allerwenigsten
dazu geeignet, als Fundament für Gottes Botschaft an die gesamte
Menschheit zu dienen. Konnte Jahwe dieses Dilemma nicht voraussehen
? Zu allem Überfluss
gingen im Laufe der Zeit auch noch alle Urschriften der heiligen
Gottesworte verloren. Und so hat uns unser weiser, allwissender, alles
liebender, göttlicher Vater seine - über Tod und Leben der Menschheit
entscheidenden - Anweisungen nur noch in Form von mehr oder weniger zufällig
gefundenen Papyrusfragmenten und schwer zu entziffernden Papierschnitzeln
hinterlassen können. Sorry......Pech
gehabt ! Oder, wie können uns die Theologen dieses Missgeschick erklären ?
Ein Direktkontakt zwischen dem himmlischen Vater
und seinen Milliarden Menschenkindern , mitsamt unseren (sich
sinnigerweise gegenseitig fressenden) Mitgeschöpfen der irdischen Flora und
Fauna, war von ihm, dem Inbegriff der Liebe Güte und Väterlichkeit nicht
erwünscht ! Alle Gottesgeschöpfe blieben und bleiben somit der Willkür
einiger weniger, selbsternannter „Herrscher von Gottes Gnaden“
unterworfen . Hinter dieser stümperhaften Art von Selbstmitteilung eines allmächtigen,
allweisen und alles liebenden Weltenschöpfers kann man doch
keinen absolut vollkommenen Gott, sondern nur das
Phantasiegebilde einiger höchst unvollkommener Menschen erkennen
! Woher nehmen unsere Theologen die Kühnheit, in einem so zweifelhaften
Buch, wie die Bibel, einen Schöpfergott zu sehen ?
Was Wunder, dass auch nach dem Tode des (angeblichen)
Gottessohnes Jesus, wiederum einige Dutzend unterschiedliche
Jesusberichte bzw. Evangelien (ebenfalls als Gottesworte) kursierten,
gegen die schon Petrus und Paulus in ihren Briefen an die damaligen jungen
Christengemeinden wetterten. 2000 Jahre nach dem Ableben dieses
Gottessohnes schlagen sich inzwischen 1000 unterschiedliche Jahwe-
und Jesusgemeinden, jahwe- und jesusgläubige Gruppen und Grüppchen die Köpfe
ein, wobei sie sich gegenseitig zur Hölle wünschen. Können hinter
diesem Desaster unsere Theologen und Bibelpropagandisten mit gutem Gewissen
immer noch den von ihnen gepredigten Gott der Liebe, Güte und Weisheit erkennen
? Oder predigen sie anders, als sie
denken ? (Umfrageergebnisse
bestätigen diesen Tatbestand :FAZ, BdW. u.a.).
g) Gott
und das Böse
Warum soll ein Gott als Inbegriff der Liebe,
Vatergüte und Weisheit überhaupt das Böse in die Welt gebracht
haben ? Wer, außer ihm, konnte denn aus dem Nichts etwas erschaffen
, (egal, ob es gut oder böse, freudvoll oder schmerzhaft,
gerecht oder ungerecht war und ist) ......als nur ER ? Woher kommen die
vielen, vom biblischen Schöpfergott und seinen Gotteskindern beklagten, Scheußlichkeiten
dieser Welt ? Woher kommt das Mangelhafte, Unvollkommene, das Böse unserer Erde
? Es kann doch nur von dem Einzigen kommen, der
vor der Erschaffung der Welt seit Ewigkeiten existiert. Wie
kann man das Ungöttliche der Schöpfung mit dem Göttlichen des
Schöpfers unter einen Hut bekommen ? Hat nicht Jesus, der (angebliche)
biblische Gottessohn, mit Recht gesagt, dass ein guter Baum keine schlechten
Früchte hervorbringen kann ? Kann denn ein guter Gott schlechte, ungöttliche
Früchte hervorbringen ? Oder haben uns die Bibelschreiber einen Bären
aufgebunden ? Haben sie womöglich ihre eigenen Unzulänglichkeiten ihrem
fiktiven Bibelgott angedichtet , um sich damit selbst unverfrorenerweise gegenüber
ihrer großen Schar von Gläubigen, als von Gott berufene Priester (Aaroniten
und Leviten) in Gottes unmittelbarer Nähe posieren zu können ? Sozusagen als
„fehlerbehaftete Herrscher von Gottes Gnaden“, die im Auftrage ihres
Gottes über ein leichtgläubiges Volk herrschen sollen ? So wie es
Paulus in seinem 13. Römerbrief seinen christgläubigen Gemeinden befiehlt:
„Ein jeder soll sich der obrigkeitlichen Gewalt unterordnen.
Denn es gibt keine Gewalt, die nicht von Gott kommt“. Und in seinem
Brief an die Epheser (6,5-8) befiehlt Paulus den Sklaven einen vorbildlichen
„christlichen Gehorsam mit Furcht und Zittern“ gegenüber ihren
Herren. Seid Sklaven Christi, die den Willen Gottes von Herzen
erfüllen !“ Auch Petrus befahl seinen Anhängern: „Unterwerft euch
um des Herrn willen jeder menschlichen Ordnung...... Und wenn ihr Sklaven
trotz gutem Verhalten leiden müsst, so ist das Gott wohlgefällig“
!
(1
Petr.2,13 und 20) ! Das Böse der Sklavenhaltung ist Gott wohlgefällig ? Hat
der „böse“ Mensch des AT und NT seinen „guten“ Gott nur deshalb
erfunden , um dieses Phantom als „Marionette in Menschenhand“ missbrauchen
zu können ? Wurde von den Bibelautoren das Naturgesetz vom „Fressen und
Gefressenwerden“ nur deshalb in ein religiöses Mäntelchen verpackt (wie ja
auch in anderen Kulturen), um hieraus eine gottgewollte Unterwerfung der
Untertanen unter gottgewollte Obrigkeiten ableiten zu können ......mit
Hilfe der Theologen ?
h)
Gottes Sohn Jesus
Diese
„göttliche“ Vater-Sohn-Konstruktion kann natürlich nur einem menschlichen
Hirn entsprungen sein. Sie macht das Problem mit dem menschenähnlichen
Jahwe-Gott noch komplizierter, als es sowieso schon ist. Dieses Dilemma haben
die beiden anderen jahwegläubigen Weltreligionen der Juden und Mohammedaner
erkannt und folglich aus ihrem Glaubensgebäude gestrichen. Der christliche
Vater-Sohn-Geist-Glaube (Trinität) lässt sich ganz und gar nicht mit dem
vorchristlichen Ein-Gott-Glauben der Bibel (Monotheismus) vereinbaren. Die
Brockhaus-Enzyklopädie (1990) drückt sich hierzu recht vorsichtig aus: „Der Jesus
in den Evangelien ist weniger der historische als vielmehr der Christus
des Glaubens. Die jüdische Naherwartung des kommenden Weltgerichts (Parusie)
und die damit verbundene Erwartung eines politischen und eschatologischen
Messias bildet den geistesgeschichtlichen Hintergrund der Jesus-Erzählungen ,
die von den Christen als
Erfüllung alttestamentlicher
Prophezeiungen angesehen
werden.“
Laut der biblischen Ahnentafel existiert die
Menschheit seit 5760 Jahren. Nach unseren heutigen naturwissenschaftlichen
Erkenntnissen existiert das uns bisher bekannte Universum etwa
seit 15 Milliarden Jahren und die irdische Menschheit immerhin schon (mit dem
Homo Rudolfensis) seit rund 100 000 Menschengenerationen und nicht wie in der
Bibel, erst seit rund 230 Generationen (bei vier Generationen pro 100 Jahre).
Warum sollte der Gottessohn erst nach fast 100 000 Menschengenerationen auf die
Erde gekommen sein, um so spät den Makel der Erbsünde von der
Menschheit zu nehmen ?
Jesu
messianisches Wirken begann bekanntlich erst nach seinem 30. Lebensjahr, nachdem
er sich als Anhänger der Weltuntergangs-Lehre des Johannes des Täufers von
diesem hat taufen lassen. Matthäus berichtet im Kapitel 3, Vers 5 -6:
„Jerusalem, ganz Judäa und das ganze Jordanland zog zu Johannes dem Täufer
hinaus. Sie ließen sich taufen und bekannten dabei ihre Sünden.“ Die
Taufe wurde zur Zeit des Jesus von Nazareth vollzogen nach den Weisungen des
Ezechiel (36, 25) im Sinne einer „Reinigung von allen sündhaften
Unreinheiten.“ Jesus muss sich demnach nicht als „sünden- und
makelloser Sohn Gottes“ gesehen haben, da er sich dieser Reinigungstaufe
unterzog. Er war ja auch (außerhalb seiner kleinen Anhängerschaft) bei den übrigen
jüdischen Volksgenossen lediglich als „Freiheitskämpfer, Sozialrevolutionär,
Rabbi und Anhänger des Johannes des Täufers“ bekannt (laut Jüdischem
Lexikon). Die Ahnentafel des Matthäus erwähnt Joseph, den Ehemann
der Maria, und nicht Jahwe (bzw. seinen „Heiligen Geist“) als den leiblichen
Vater des Jesus. Denn der „Messias“ sollte nach den
Prophezeiungen des AT aus dem Königsgeschlecht des David hervorgehen.
Und aus diesem Geschlecht kam der Josef von Nazareth und nicht die von
Jahwe geschwängerte Jungfrau Maria . War Gott Jahwe wieder einmal ein
Missgeschick passiert ? Oder haben die Evangelisten wieder einmal, ebenso wie
ihre Vorbilder aus dem AT, ihrer Phantasie freien Lauf gelassen ? Denn Ihr Jesus
hatte laut Matth.10,5-8 und 23 nicht die Absicht, die ganze Menschheit
auf seine Lehre einzuschwören. Vielmehr hatte er seinen Jüngern aufgetragen:
„Nehmet euren Weg nicht zu den Heiden und betretet keine Stadt
der Samariter. Geht vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel
und verkündet: Das Himmelreich ist nahe........ Ihr werdet mit den Städten
Israels noch nicht zu Ende sein, bis der Menschensohn kommt.“ Er sagte
nicht „Ich komme wieder“ oder der „Gottessohn“, sondern
ein „Menschensohn“ wird kommen ! So ist es nicht verwunderlich, dass
Jesus keinen Wert darauf gelegt hatte, seine Predigten für die Nachwelt
niederzuschreiben, sozusagen als „Handgeschriebenes Testament eines
menschgewordenen Gottes“. Wozu auch, denn er war ja von dem unmittelbar
bevorstehenden Weltuntergang und dem danach kommenden Reich Jahwes überzeugt.
Ihm ging es um das Heil des Hauses Israel, dem „Auserwählten Volk
seines Gottes “, den er wohl schwerlich als seinen leibhaftigen Vater
ausgegeben haben kann. Als Rabbi fühlte er sich ausschließlich für seine jüdischen
Mitbürger verantwortlich.....und nicht für die „Heiden der übrigen Welt“!
Diese Interpretation entstand doch erst nach Jesu Tod, wie die Erzählung
von dem geheimnisvollen Unbekannten und den Emmausjüngern in Lukas 24,
Vers13-32 zeigt.
Es
ist doch auch bezeichnend, dass sich die Jesuaner schon recht bald nach Jesu
Tod in den Haaren lagen. Petrus, der einzige Augenzeuge des Jesus
von Nazareth (laut NT), beschwert sich in einem seiner zwei , der Nachwelt
hinterlassenen Briefe über „die falschen Lehrer, die über Jesus verderbliche
Irrlehren verbreiten “. Es ist überdies recht verwunderlich, dass von
dem „direkten Nachfolger des Jesus“ und „Ersten Stellvertreter
Gottes“ der christlichen Kirche, von Petrus, nur zwei Briefe
erhalten geblieben sind. Hingegen stammen 98% des gesamten Neuen
Testaments (NT) von Autoren, die Jesus nur vom Hörensagen kannten. Auch Paulus
hatte Jesus nie persönlich kennen gelernt. Aber auch er beklagt die
unterschiedlichen Ansichten seiner Gemeindemitglieder über diesen Jesus
(1 Kor.1,10-12). Er nennt die Verkünder der anderen Jesustheorien „Irrlehrer
und Werkzeuge des Satans“ und warnt vor den „Irrgeistern und
Teufelslehren“ (1 Tim.4,1-3). Er
mahnt seine Gemeinden vor dem „Wortgezänk“ über Jesus (2 Tim. 2,14-19) und
vor den „Sündern, die lernbegierig sind und Erkenntnisse der Wahrheit
suchen“ (2 Tim.3,7). In weiteren Briefen (Titus 1,10 -11 und 3,9-11) wettert
Paulus über die „Widerspenstigen, Schwätzer, Verführer, die als Irrlehrer
ganze Familien in Verwirrung bringen.“ Und er empfiehlt dringend:
„Meidet törichte Grübeleien und meidet die Irrlehrer!“ An die keltischen
Galater schreibt Paulus verzweifelt: „Es wundert mich, dass ihr so schnell
abfallt von dem, der euch berufen hat,.....und dass ihr euch einem anderen
Evangelium zuwendet.“ Zuletzt kann er sich der judenchristlichen
Konkurrenzprediger nur erwehren, so wie es Jahwe im AT vorexerziert hat:„Wer
ein anders Evangelium verkündet, der sei verflucht !“(Gal.1,9).
Fazit:
Weil es Jahwe auch nach dem persönlichen Besuch seines leibhaftigen Sohnes auf
dieser Erde nicht gelungen ist, sich als der alleinige Gott der
gesamten Menschheit zu offenbaren, musste er (bzw. seine Erfinder) auf das
uralte menschliche Gewaltrezept zurückgreifen: „Willst du nicht mein Bruder
sein, so schlage ich dir den Schädel ein“!
Amen !
Weder
durch den Bibel-Jahwe, noch durch den Bibel- Christus ist diese unsere Welt
verbessert worden. Sie konnte nach allen uns heute vorliegenden biologischen,
chemischen und physikalischen Erkenntnissen
auch nicht verbessert werden, da ja das Vorstellungsvermögen und die
damit zusammenhängenden Taten des Menschen an die ihm innewohnenden, genetisch vorprogrammierten
biologischen Prozesse gebunden sind (unser genetisches
Instrumentarium). Kann jemals eine menschliche Phantasiekonstruktion, so wie der
von unseren Theologen gepredigte Bibelglaube, die chemisch-biologische Struktur
der Menschen oder sogar der Welt verändern ? Sind nicht alle
menschlichen Hypothesen, die irreal sind, von vornherein zum Scheitern
verurteilt.......egal, ob es sich um irreale philosophische, religiöse
oder naturwissenschaftliche Hypothesen handelt ? Warum missachten unsere
Theologen das Gleichnis ihres Jesus, das der vorchristlichen,
altgriechischen Philosophie entliehen ist: „Jeder gute Baum trägt gute Früchte;
ein schlechter Baum aber trägt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht
schlechte Früchte tragen und ein schlechter Baum nicht gute Früchte. Jeder
Baum, der nicht gute Früchte trägt, wird ausgehauen und ins Feuer geworfen
! An den Früchten also sollt ihr sie erkennen!“ (Matth.7,17-20).
Nach
2000 Jahren Christentum sind nur 3% der „gottebenbildliche“
Menschheit von der gepredigten Göttlichkeit ihres Jesus von Nazareth überzeugt.
Das ist doch ein Indiz für die Ungöttlichkeit und Schwachheit des von unseren
Theologen propagierten biblischen Gottes. Inzwischen füllen die
Anklagen gegen die falschen Hypothesen, Irrtümer , Missetaten und Verbrechen
der Jahwe- und Jesusgläubigen Bände. Auf welche Früchte warten unsere
Theologen eigentlich noch ?
Seid
bereit (ihr Theologen),mit Sanftmut, Ehrfurcht und gutem Gewissen jedem
Antwort
zu geben, der von euch Rechenschaft verlangt !“
(1 Petrus 3, 15-16)
In Erwartung Ihrer geschätzten Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüssen und herzlichem Dank.