von Norbert Rohde
Die Wirkungen der Materie, der Atome und
Moleküle, können wir mit unseren fünf Sinnen
registrieren. Da aber auch unsere fünf
Sinne aus Atomen und Molekülen
bestehen, können wir über das innere WESEN (die Natur) dieser Materieteilchen
nichts aussagen. Mit Hilfe von allerlei Messinstrumenten können wir lediglich
die physikalisch-chemisch-biologischen Eigenschaften der Atome
feststellen und deren Auswirkungen auf unsere fünf Sinne erfahren. Das
WESEN der in ihnen steckenden Energien wird uns (naturgemäß) immer
verschlossen bleiben. Es ist völlig unbedeutend, ob wir die Naturkräfte mit
den Begriffen „Energie, Dynamik, Triebkraft, Geist oder Gott“ belegen.
Deshalb kommen wir mit diesen Bezeichnungen keinen Schritt an das WESEN dieser
Begriffe näher heran. Kein Atom oder Molekül kann sich selbst
erkennen. Da auch unsere Schalt- und Registrierzentrale, das Gehirn, aus
den gleichen Atomen und Molekülen besteht, wie die zu erforschenden Dinge um
uns herum, können wir die Beschaffenheit der in diesen Dingen wirkenden
Energien nicht erkennen und somit auch nicht plausibel erklären..
Diesen
Erklärungsnotstand hatten sich seit Jahrtausenden allerlei Gurus für ihre ganz
privaten Zwecke zunutze gemacht, um mit der Unwissenheit, Ahnungs- und
Ratlosigkeit, sowie mit der Leichtgläubigkeit ihrer Zeitgenossen lukrative
Geschäfte betreiben zu können. Nichts anderes machen auch heute noch unsere
monotheistischen Theologen. Sie behaupten schlicht und einfach, die Autoren der
2000 bis 3000 Jahre alten BIBEL hätten die Lösung der Weltprobleme gefunden.
Wir können das unnütze Erforschen und Hinterfragen der Naturgeheimnisse ad
acta legen, denn das WESEN der kosmischen Energien werden wir sowieso nie
erkennen können. Die Theologen glauben aber zu wissen, dass das WESEN
aller irdischen und außerirdischen Kräfte und Energien ein persönliches
WESEN namens GOTT ist. Und sie, die Theologen, sind die von ihm eingesetzten
gottesdienstlichen Vermittler. Wer von den Nichttheologen etwas über das göttliche
WESEN wissen möchte, kann das einzig und allein nur über die Theologen. Wer
etwas über den „göttlichen Sinn“ des Daseins erfahren möchte, kann das
ebenfalls, einzig und allein nur über die Theologen. Und wer womöglich ewig
weiterleben möchte (in einem wunschlos-glücklichen Himmel) kann Näheres
hierzu nur über die Theologen erfahren. Kurz und gut: Die Theologen sind das
einzige Tor zum Erkennen des Wesens aller Kosmos-Energien, zum Erkennen unserer
Lebensaufgabe und unserer „unsterblichen“ Zukunft. Wer nicht durch das
Theologentor schreitet, wird für immer und ewig im Dunkeln bleiben.
Die
ganze Sache hat nur einen Schönheitsfehler: Man kann die in der BIBEL
niedergeschriebenen Worte des Theologengottes nicht klar und eindeutig und für
jedermann verständlich lesen und enträtseln. Und dazu braucht man wieder die
Theologen, die ihrerseits und untereinander die Bibelschriften ganz individuell,
jeder auf seine persönliche Art und Weise, folglich recht unterschiedlich übersetzen
und noch unterschiedlicher „interpretieren“. Und diese Übersetzungen,
Text-Interpretationen und Sinn-Deutungen müssen (um einigermaßen glaubwürdig
zu sein) alljährlich den neuesten Erkenntnissen der (banalen)
Naturwissenschaftler angepasst werden. Folglich sind wir nun genauso
schlau wie vorher, als es noch keine Theologie gab.
Was
ist zu tun ? Also kehren wir mit J-J. Rousseau „zurück zu Natur“ und
zu unseren bewährten Natur-Wissenschaftlern. Diese sagen uns, dass der
Geist, der Verstand, das Bewusstsein, die Intelligenz außerhalb der
(sogenannten) Materie nicht existieren können. Dies alles sind rein menschliche
„Begriffe“, mit denen wir das Manko der Nichtüberprüfbarkeit (durch unsere
stümperhaften, unvollkommenen fünf
Sinne) zu überbrücken versuchen. Diese Begriffe haben ihre Daseinsberechtigung
nur im Rahmen unserer menschenspezifischen Denk- und Lebensweise. In der
Lebenswelt aller anderen Lebewesen sind sie völlig bedeutungslos. Wir schleppen
diese Begriffe noch aus dem vorwissenschaftlichem Vokabular unserer Urahnen mit
uns herum, die diese Begriffe als Lückenbüßer für seinerzeit Unerklärliches
und Unverstandenes benutzten. Sie sahen in den gefürchteten Naturkräften das
Walten geheimnisvoller Geister. Dieser Geisterglaube genügte ihnen als Erklärung
für alle möglichen, nicht erklärbaren Naturerscheinungen. Auch der spätere
Bibelglaube, dass der Mensch ein Abbild des GÖTTLICHEN GEISTES sei,
machte alle weiteren Fragen nach dem Wesen dieses fiktiven Gottesgeistes überflüssig..
Der GEISTERGLAUBE war halt eine Verlegenheitslösung für ein nicht vorhandenes
WISSEN über die physikalisch-chemisch-biologischen Ursachen und Zusammenhänge
unserer Mutter NATUR. Mit wachsenden naturwissenschaftlichen Erkenntnissen hat
die Notwendigkeit abgenommen, sich mit allerlei windigen Glaubenshypothesen
zufrieden geben zu müssen. Jedes wachsende Wissen hat somit einen allgemeinen
Glaubensschwund zur Folge, was die
Theologen beklagen.
Je
weiter unsere naturwissenschaftlichen Forschungen und die daraus resultierenden
Erkenntnisse voranschreiten, desto weniger müssen wir auf die nichtssagenden
Sammelbegriffe „Geist“ oder „Gott“ zurückgreifen. Diese Begriffe
unserer unwissenden Vorfahren haben sich schnell in ein Nichts aufgelöst. Doch
auch die Vorstellung unserer Altvorderen von der Existenz eines NICHTS, war ja
auch nur eine Verlegenheitslösung der Theologen, um die Hypothese von der
Existenz eines „gottgeschaffenen“ ALLES begründen zu können. Desgleichen
brauchten die Theologen den Begriff von einem personalen, absolut BÖSEN, um
hieraus die zwingend notwendig gewordene Existenz eines absolut GUTEN ableiten
zu können. Und so wurde im Laufe der Jahrtausende eine theologische Pseudowelt
geschaffen, mit der sich ganze Völker und Glaubensgemeinschaften ohne besondere
Schwierigkeiten dirigieren und manipulieren ließen........bis zum heutigen
Tage.
Der
Christusglaube ist ein Rückschritt gegenüber dem mosaischen JAHWE-Glauben, der
den Realitäten der NATUR näher kam, als alle christlichen Philosophien von
heute. Im Alten Testament hatten Menschen und Tiere, die einen Blutkreislauf
besaßen, einen von Jahwe eingehauchten „Lebensodem“, so eine Art
„Seele“ (siehe Genesis1,30). Dieser „Lebenshauch“ war im Blut beheimatet
und wurde als „energiereiche Triebkraft“ aller Lebensvorgänge gedeutet, die
mit dem leiblichen Tode erlosch. In diesem altmosaischen Glauben, sind noch die
Relikte der vorbiblischen, monistischen Naturphilosophien
erkennbar. Monistisches Gedankengut ist auch in der Philosophie von Herder,
Schelling, Hegel, Haeckel, B.Russel und vielen anderen enthalten. Bereits vor
100 Jahren war der Zoologe und Naturphilosoph Ernst Haeckel (1834-1919) davon überzeugt,
dass „das < Seelische > den biologischen Grundbestandteilen mitgegeben
ist und nach mechanischen Naturgesetzen funktioniert“. Prinzipiell könnten
wir alle Energien, die in den Atomen. Molekülen und Genen wirksam sind, mit dem
Begriff „Geist“, „Lebenshauch“ oder „Geistige Triebkräfte“ belegen,
weil wir über das WESEN (bzw. die Natur) dieser Kräfte bis dato nichts anderes
aussagen können. Schließlich besitzen auch unsere tierischen Mitgeschöpfe
diese Lebensenergien (Geistige Kräfte, Lebensodem), da sie der gleichen
Entwicklungslinie entstammen wie wir Menschen. Die (kognitive) Fähigkeit, große
Mengen von Informationen im Gehirn zu speichern und sie zur Entscheidungsfindung
rasch abrufen zu können, konnte inzwischen auch bei Primaten, Delphinen und
vielen Vogelarten festgestellt werden. Letztere sind sogar in ihrem Vermögen zu
kommunizieren und sich in einer komplexen Umwelt rasch zu orientieren, uns
Menschen um einiges überlegen. Ebenso können wir mit den Gedächtnisleistungen
mancher Vogelarten nicht konkurrieren. Bei Schimpansen und Buschhähern hat man
beobachtet, dass sie die Fähigkeit besitzen, sich in die Gedankenwelt ihrer
Artgenossen hineinzuversetzen und deren Absichten vorherzusehen. Wir werden in
naher Zukunft noch eine Menge an Überraschungen erleben, die unsere
Verhaltensforscher in bezug auf „geistige“ Fähigkeiten der Tierwelt
ans Tageslicht bringen werden. Grundsätzlich können wir schon heute von
der gesicherten Tatsache ausgehen, dass auch die Tierwelt ohne ein
„artspezifisches Denkvermögen und Bewusstsein“ unfähig wäre, sich in
unserer komplexen und mörderischen (ungöttlichen) Umwelt zurechtzufinden.
Unsere Welt ist alles andere als das Werk eines „Lieben Gottes“, so wie es
noch Jesus von Nazareth gepredigt hatte. In Mathh.6,26-32 vergleicht er das
Leben der Menschen-, Tier- und Pflanzenwelt mit einem Schlaraffenland:
„Betrachtet die Vögel des Himmels. Sie sähen nicht, sie ernten nicht, sie
sammeln nicht in die Scheunen. Euer himmlischer Vater ernähret sie. Seid ihr
(Menschen) nicht mehr wert als sie ? Betrachtete die Lilien des Feldes, wie sie
wachsen. Sie arbeiten nicht und spinnen nicht; und doch sage ich euch: Selbst
Salomon in all seiner Pracht war nicht so gekleidet wie
eine einzige von ihnen. Wieviel mehr wird euch euer himmlischer Vater
kleiden, ihr Kleingläubigen. Seid nicht besorgt und fragt nicht: Was sollen wir
essen ? Was sollen wir trinken ? Womit sollen wir uns kleiden ? Euer HIMMLISCHER
VATER weiß ja, dass ihr das alles nötig habt.“ Jesus kannte nur die Welt
seines GLAUBENS. Er konnte als Zimmermann und Wanderprediger über die wahre
Natur unserer Welt nichts WISSEN. Darwin, der bekanntlich auch anglikanischer
Priester war, hat das einmal so
ausgedrückt: „Ein Teufelspriester könnte ein Buch über die unbeholfenen,
verschwenderischen, stümperhaften, gemeinen und fürchterlich-grausamen Werke
der NATUR schreiben.“ Der Leiter der vatikanisch-astrologischen
Forschungsabteilung, der Jesuit George V.Coyne, meint: „ Den Gott, den unsere
Wissenschaftler in der Natur ausfindig gemacht haben, ist ein anderer als jener,
der in der Bibel zu uns spricht und an den wir glauben“.
Doch Glauben und Wissen sind bekanntlich zweierlei: Dichtung und Wahrheit
!
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