In vielen Diskussionen im Netz, in diversen Foren und Gästebüchern und auch bei der Lektüre christlicher Internet-Seiten ist mir sehr häufig eine mangelhafte Kenntnis naturwissenschaftlicher Sachverhalte aufgefallen. Mit immer gleichen (unzureichenden) Argumenten wird die Anerkennung der Existenz eines (sprich: des christlichen) Gottes gefordert.  Dabei werden falsche bzw. falsch verstandene naturwissenschaftliche Erkenntnisse zur Begründung herangeführt.

Müde der vielen immer gleichen Entgegnungen möchte ich die schlimmsten christlichen Vorurteile hier einzeln nennen und widerlegen. 

Als "Musterunterstellungen" habe ich hier diverse Argrumente von der Homepage  http://www.evangelium.de/wissenschaft  benutzt. Diese Seite teilt sich auf in "evolution" und "kreation". Diese Aufteilung scheint aber eher akademischer Natur zu sein, denn bei beiden läßt sich nur eine Hetze gegen die wissenschaftlichen Grundlagen der Evolutionstheorie finden, aber nicht ein einziges vernünftiges Argument FÜR die erste Seite des alten Testaments der Bibel. Naja. Das ist nicht mein Problem, oder? 

Die Argumente auf dieser Seite richten sich gegen die vielfältigen Kreationsseiten dieser Gemeinschaft. Für vielleicht erfolgende Lachanfälle fühle ich mich nicht zuständig.



Inhaltsverzeichnis

Neue Inhalte erscheinen oben. Zu allen Inhalten kann man hinspringen:

Neu in dieser Rubrik:Michaels Bekehrung
Neu in dieser Rubrik:Junkers Update zur Evolutionskritik
Neu in dieser Rubrik:Versuch, der Evolutionstheorie (und damit auch anderen Naturwissenschaften) die Wissenschaftlichkeit abzusprechen
Analogien zwischen Begriffen aus der Naturwissenschaft und der Religion?
Die Arche Noah
Argumente sammeln!
Fehler in Evolutions-Schulbüchern???
Wirklich zwei Modelle für die Entstehung des Lebens???
Alexander Dietz: Evolutionskritik
Fakten???????
 


Neu in dieser Rubrik:
Michaels Bekehrung
(Zu: "Michael Kröger: Mein Stolperstein zu Gott - Die Evolutionstheorie  (eine Bekehrungsgeschichte mit Umweg über die Evolutionstheorie")
 
Es handelt sich bei diesem Aufsatz um ein persönliches Bekenntnis, das ich nicht beurteilen will. Aber es erscheint unter der Rubrik: "Wissenschaft" im Evangeliumsnetz. Da erübrigt sich jeder Kommentar.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


Neu in dieser Rubrik:
Junkers Update zur Evolutionskritik
(Zu: "Reinhard Junker: Argumente richtig einsetzen, 2. Teil")
 
"Wieder soll es darum gehen, Argumente zu schärfen, Aktualisierungen vorzunehmen, falsche Vorstellungen zu korrigieren und - wo möglich - bessere Argumente zu präsentieren."

Es war wohl nötig, weitere beliebte Falschaussagen von eifrigen Kreationisten zu relativieren. Neu sind nun folgende Punkte:

1. "Es gibt keine Zwischenformen"

Junker gesteht die Existenz von Zwischenformen zu. Er beschränkt sich darauf, die Deutung dieser Formen als evolutionäre Übergangsformen zu bestreiten. Gott hat diese Zwischenglieder einfach so erschaffen (ganz schön gerissen, nicht?) . Dort, wo man tatsächlich aus Fossilreihen, die sich von Schicht zu Schicht ändern, eine genealogische Folge nachweisen kann, ist es Mikroevolution. Die kann man nicht bestreiten, und so erfindet man die sogenannten Grundtypen, innerhalb derer der liebe Gott Variationen halt zuläßt, aus welchem Grund auch immer.

2. Sprechen lebende Fossilien gegen Evolution?

Auch dieses Argument schmettert Junker endlich ab. Trotzdem kann er es sich nicht verkneifen, daß die lange Konstanz von Arten für Kreation spricht, wenn schon nicht gegen Evolution.

3. "Die Entstehung neuer Arten wurde nicht nachgewiesen"
man die Entstehung neuer Arten (im wissenschaftlich-biologischen Sinne) sehr wohl nachweisen konnte, erfinden Kreationisten die sogenannten "Grundtypen": "alle
kreuzbaren Arten, deren Mischlinge das Erbgut beider Eltern ausprägen, gehören zu einem Grundtyp". Übergänge zwischen diesen erfordern Zeit, sehr viel Zeit. Daß sie durch direkte nachgewiesen werden können, ist unwahrscheinlich. Solange kann man sich mit diesem Argument behaupten.

4. Die Evolutionstheorie ist keine wissenschaftliche Theorie

Junker gesteht der Evolutionstheorie immerhin eine "geschichtswissenschaftliche" Eigenschaft zu, insoweit als sie Aussagen über einen mutmaßlich vergangenen Ablauf macht. Im Bereich der Mikroevolution hat sie sogar naturwissenschaftlichen Rang. Nur wenn sie ihre Erkenntnisse in Richtung Makroevolution erweitert, dann empfindet Junker das als weltanschauliche Einordnung.

Lächerlich ist wieder einmal der Versuch, der Schöpfungs"lehre" denselben Status zuzuerkennen:

Der Geschichtswissenschaft, weil ihre Aussagen sich auf "(geoffenbarte und geglaubte) Tatsachen"  beziehen. Allein der Mut, derartiges als Tatsachen zu bezeichnen,  ist schon stark.
Der Naturwissenschaft, weil sie in der Vorgehensweise vergleichbar sei!
5. Ist die Evolutionstheorie wissenschaftlich widerlegt?

Wenigstens sieht er ein, daß eine Widerlegung aufgrund der vorhandenen Tatsachen nicht erfolgt ist. Vielleicht kennt wenigstens er ja das Popper-Kriterium?

6. "Makroevolution ist aus wahrscheinlichkeitstheoretischen Gründen unglaubhaft."

Die oft gebrachten Beispiele spontaner Organisation von irgendwelchen Gegenständen (Affe auf Schreibmaschinentastatur schreibt Goethe, ein Haufen Steine baut von selbst ein Haus etc.) schmettert Junker zurecht ab, weil die Voraussetzungen nicht stimmen und sie damit nicht vergleichbar sind.

Allerdings will er die Wahrscheinlichkeitsrechnung auf die Teilschritte der Makroevolution anwenden, und hier hat die Evolutionstheorie tatsächlich noch einen gewissen Erklärungsnotstand.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


Neu in dieser Rubrik:
Versuch, der Evolutionstheorie (und damit auch anderen Naturwissenschaften) die Wissenschaftlichkeit abzusprechen
(Zu: "Zu Beginn" von Bernd Scheurer)

Ich werde im folgenden die Aussagen Scheurers kapitelweise zusammengefaßt kritisieren und jeweils meine eigenen Überlegungen einfließen lassen. Einige Formulierungen aber möchte ich gern wörtlich zitieren, denn sie sprechen für sich. Wörtliche Zitate aus dem obengenannten Text werden grau gekennzeichnet.

1) Zu Beginn...

Scheurer bezeichnet die ET als "Philosophie unserer Zeit"  mit dem Ziel, "die unbequemen Aussagen der Bibel ad absurdum zu führen". Das ist falsch. Die ET ist eine naturwissenschaftliche Theorie, die die Aussagen der Bibel einfach ignoriert. Ich vermute, das ist es, was den Kreationisten nicht paßt. Teilweise recht hat er dagegen mit der Behauptung, daß Wissenschaft und Bibel unterschiedliche Sprachen sprechen. Durch wörtliche Bibelauslegung kommt es trotzdem hin und wieder vor, daß beide unterschiedliche Aussagen über die gleichen Subjekte machen. Wozu sonst gäbe es den verzweifelten Kampf der Kreationisten um ihr heiles Weltbild?

"Der gravierendste Unterschied ist wohl der, daß sich die Basissätze der Evolution praktisch nicht beweisen lassen, wohingegen sich die Basissätze die der Bibel entnommen sind praktisch erleben lassen, sofern man bereit ist sie zu "testen"."
Diesen Satz sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen!

2) Was ist Theorie?

Scheurer beschreibt und beurteilt hier "wissenschaftstheoretisch" sogenannte apriorische nicht beweisbare Basissätze. Allerdings hat das, was er darüber dann äußert, nichts mehr mit Basissätzen zu tun: So sind Basissätze nicht willkürlich oder erscheinen nur ihrem Erfinder plausibel. Lt. Brockhaus sind Basissätze "grundlegende Aussagen in der Form von Es-gibt-Sätzen ("an der und der Raum-Zeit-Stelle gibt es das und das"), die einen intersubjektiv beobachtbaren Sachverhalt beschreiben und deren Negation aus der Theorie folgt, zu der sie gehören. B. bilden die Grundlage der Sprache einer empir. Wissenschaft." (Hervorhebung von mir)

Die Welle-Teilchen-Komplementarität des Lichtes als Beispiel dafür? Licht wird nicht als "magnetische Welle definiert" und die zweite Theorie besagt auch nicht, daß Licht aus Teilchen "besteht". LIcht verhält sich manchmal als Welle und manchmal als Teilchen, je nach Aufbau des Experimentes. Und Experimente können eine Theorie zwar bestätigen, aber, wie Scheurer selbst im gleichen Kapitel Karl Popper zitiert, niemals verifizieren, also beweisen. Theorien besitzen keine Erklärungsmodelle, sondern sie sind welche. Und seit de Broglie sind sie nicht mehr gar so unterschiedlich.

Die Evolutionstheorie genügt übrigens den Popper-Kriterien. (Der Kreationismus selbstverständlich nicht)
ine Religion?

Wer, wie Wuketits eine weitergehende Theorie aufbauen will, muß auf einer Basis aufbauen. In diesem Sinne geht er von der ET aus. Solches Vorgehen ist normale wissenschaftliche Selbstverständlichkeit. Das von Sch. fettgedruckte Zitat läßt leider diesen Zusammenhang vermissen. Das Kahane-Zitat läßt ebenfalls jeden Zusammenhang vermissen, eine oft von Kreationisten geübte Praxis.

Die Uratmosphäre existierte vor wenigen Milliarden Jahren, denn die Erde selbst ist erst ca. 4 - 5 Mrd. Jahre alt. Wie genau das Leben im einzelnen entstanden ist, ist tatsächlich noch nicht geklärt. Das gestehen alle Vertreter der ET ein. Wozu da offene Türen einrennen, Bernd Scheurer?

Er hat also das Wilder-Smith-Beispiel in vereinfachter Form nachprogrammiert. Und mal ganz abgesehen davon, was dieses Beispiel mit der chemisch-biologischen Realität zu tun hat (chemische Elemente reagieren nie beliebig miteinander!), liegt die vorgenommene "Vereinfachung" natürlich gerade darin, den wichtigsten Mechanismus (nämlich sinnvolle Kombinationen bevorzugt weiterzukombinieren) wegzulassen. Absicht? Und wie lange lief das Programm? Millionen, Millarden von Jahren? Oder, wie ich vermute, einige Tage?

Und doch: es finden sich bereits etwa 3 sinnvolle Worte pro Seite! Was hätte daraus bei unvereinfachtem, viel viel längeren Experiment daraus noch alles ergeben können?

Der immer wieder kreationistisch gequälte Zweite Hauptsatz der Thermodynamik faßt auch hier wieder nicht. Er ist erstens falsch wiedergegeben und gilt zweitens nur in einem geschlossenen System. Entropie ist kein ablaufendes Uhrwerk.

Ich zitiere im folgenden einige Formulierungen des ZHdT aus einem Physik-Lehrbuch für Klasse 11 Gymnasium (K Jupe/M. Ludwig (Hrsg.) Kursthemen Physik, Mechanik - Thermodynamik, Ffm 1995, S. 155 ff):

Die Erde ist kein abgeschlossenes System. Energie wird durch die Sonne laufend zugeführt. Wenn Scheurers Behauptungen stimmen würden, dann dürfte kein Kühlschrank, geschweige denn ein Gefrierschrank funktionieren, wenn man weggeht. Das "Beispiel", "daß aus einem Haufen Holz und Steine kein Haus entsteht, auch wenn jahrelang die Sonne darauf scheint" belegt höchstens, daß kreationistische Standardargumente sich nicht verändern, auch wenn jahrelang die Sonne der Wissenschaft darauf scheint (kleiner Scherz am Rande). Genauer nachzulesen bei talkorigins mit diversen hochinteressanten Seiten.
"Eine Information (wie sie z.B. in den Erbinformationen einer Zelle gespeichert ist) bedingt jemanden, der sie sich ausgedacht hat und einen Code, dem sie zugrunde liegt."
Darüber, warum die Naturgesetze so sind wie sie sind, darüber ließe sich tatsächlich streiten. Aber das ist nicht der Punkt. Die in der Zelle abgelegten Erbinformationen sind allem Anschein und aller Wahrscheinlichkeit nach aufgrund dieser Naturgesetzlichkeiten von allein entstanden.

Die bei Scheurer folgenden Zitate von Rensch, v.Dithfurth, Brensch und Weinberg (es sind keine Basissätze, sondern aus der Erfahrung gefolgerte Erkenntnisse) geben den Standpunkt der weitaus meisten Wissenschaftler wieder.

Der letzte Satz samt zugehörigen Zitat dieses Kapitels ist wieder zum Auf-der-Zunge-Zergehen-lassen (Hervorhebung von mir):

"Zum Abschluß dieses Kapitels sei noch Arthur Keith zitiert, dessen Aussage klar zu entnehmen ist, daß die Evolutionslehre im Grunde genommen keine Wissenschaft sondern eine "Alternativ-Religion" ist:
 "Die Evolution ist unbewiesen und unbeweisbar. Wir glauben aber daran,  weil die einzige Alternative dazu der Schöpfungsakt eines Gottes ist, und das ist undenkbar." "
Wie war das doch noch mit Karl Popper:
"Theorien sind somit niemals empirisch verifizierbar."
 (Zitiert von Scheurer in Kapitel 2)?
4) Die Wurzeln

Hier folgt bei Scheurer ein kurzer geschichtlicher Exkurs, in dem er darlegt, daß Evolution sozusagen ein Kind des Humanismus ist.

Also nicht von schlechten Eltern!

Außerdem führt er ins Gewicht fallende Konflikte zwischen Bibel und Wissenschaft auf schlichte Übersetzungsfehler zurück.

5) Die Alternative
e Alternative? Die dort Märchen erzählt, wo wissenschaftliche Theorien (naturgemäß und ehrlich) Lücken aufweisen? Die nicht ertragen kann, keine Antworten zu kennen? Ein "Modell", das in die Bresche springt und daß sich je nach wissenschaftlichem Fortschritt zusammenfalten muß?

Dann ein Paul-Davies-Zitat, das an dieser Stelle nichts zu suchen hat: Nie haben Wissenschafter behauptet, sie schüfen mit ihren Ergebnissen Naturgesetze. Was soll das?

Dann erklärt Scheurer grundlagende Unterschiede zwischen Evolution und Kreation:

"Das erste was beim Lesen des biblischen Schöpfungsberichtes auffällt ist die absolute Sicherheit über die Richtigkeit der dort erwähnten Vorgänge. Wenn man einen Text zur Evolution liest, findet man bei jedem neuen Gedankengang Begriffe wie "vermutlich", "wahrscheinlich", "möglicherweise", "unter Umständen", "vielleicht", usw."
Dem ist wenig hinzuzufügen. Gut, daß es so ist! Ganz schön seriös, diese Wissenschaft.

Scheurers nächster Punkt ist die Zeitmessung. Er kritisiert die radiometrischen Methoden der Altersmessung. Wissenschaftler kennen selbst die Schwachstellen ihrer Meßmethoden und geben daher auch immer einen längeren Zeitraum an, also nie: "2.698.743 Jahre, 2 Monate, 4 Tage und 2 Std. 30 Min." sondern z.B. " zwischen 2,4 und 3 Mio. Jahren" Der prozentuale Fehler wird mit angegeben.

Daß unterschiedliche Meßmethoden Zirkelschlüsse seien, behauptet Scheurer zwar, bleibt aber den Beweis schuldig. Natürlich.

Ganz putzig finde ich seine Behauptung, man könne berechnen,

"daß unsere heutige Atmosphäre nicht älter als 10 000 Jahre sein kann - möglicherweise nicht einmal älter als 5000 Jahre. " (Zitat von Glashouwer, wer ist das?)
Danach datiert er die Athmosphäre fröhlich nach der Bibel. Und wie der liebe Gott mit den Zeitachsen hantiert, das muß man sich in Original ansehen! Da das mit Naturwissenschaft nichts zu tun hat, möchte ich mir ersparen, darauf einzugehen. Biblische Behauptungen sind keine Argumente gegen wissenschaftliche Erkenntnisse.

Köstlich die "Interpretationen" der biblischen Genesis! Unbedingt lesen! Ebenso das Ende des Kapitels, in dem er die Erschaffung der Himmelskörper überlegt!

Leider hat er nicht begriffen, was der Begriff "Lichtjahr" bedeutet.

6) Die Sintflut

Hier "beweist" Scheurer anhand des 2. Schöpfungstages (Wasser über dem Himmelsgewölbe), daß die Erde vor der Sintflut von einem wie auch immer beschaffenen Wasserdampfgürtel umgeben war Dieser kompensierte Unterschiede im Klima, hielt die kosmische Strahlung ab und sorgte so für das sagenhafte biblische Alter der Menschen.

Naja, und dann fiel das Wasser einfach runter. Deshalb bedeckte es auch alle Berge usw. Nur, wo es nachher blieb, klärt er nicht.

Dann sucht er die Arche und findet sie auf dem Ararat. Den Fernsehbericht kennen wir doch?

Rührend schildert er den Wiederaufbau nach der Katastrophe. Eigenartigerweise haben hier auch wieder die oft gequälten Beispiele von gefälschten Affenmenschen einen Stammplatz. Inzwischen gibt es doch genug Funde, Bernd Scheurer!

Hiob wird von Scheurer auf die Zeit kurz nach der Sintflut gelegt, Leviatan und Behemot als Dinos geoutet.

Aber, lieber Bernd Scheurer, wo ist das Wasser geblieben?

7) Evolution und Kreation - fromme Verwirrung

"Eines dürfen wir nicht vergessen: Der Glaube an den Gott der Bibel läßt sich nicht wissenschaftlich beweisen. Das ist aufgrund seines Offenbarungscharakters auch nicht wünschenswert. Wir haben ebenfalls deutlich gesehen, daß sich auch die Evolution nicht wissenschaftlich beweisen läßt."
Hier vergleicht er Mäuse mit Radios. Beide leuchten nicht.

Die Mitte des Kapitels ist denjenigen Gläubigen gewidmet, die sich bemühen, ihren Glauben mit den Tatsachen abzustimmen (er nennt das "theistische Evolution").

Wir wundern uns nicht, daß er diese Sichtweise ablehnt. Denn in letzter Konsequenz ist sein kleines Weltbild gefährdet.

"Doch wie stellte schon Nietzsche fest: "Überzeugungen sind schlimmere Feinde der Wahrheit als Lügen". "
Wie wahr..........

Scheurer fürchtet, daß unser Leben sinnlos ist. Dagegen helfen (meine Interpretation!) Beschwörungsformeln:

""Darum sollen wir destomehr achthaben auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben"      (Hebräer 2,1)

"Lasset euch von niemand das Ziel verrücken"    (Kolosser 2,18)

Sehet zu, daß euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf der Menschen Lehre"    (Kolosser 2,8) "

Augen zu und durch!

8) Schlußwort

Die angeblichen Zweifel Darwins am Ende seines Lebens dürfen natürlich auch hier nicht fehlen.
 
Zurück zum Inhaltsverzeichnis


  Analogien zwischen Begriffen aus der Naturwissenschaft und der Religion?
(Zu: "Die Analogie zwischen den Begriffen des naturwissenschaftlichen Denkens und jenen der Religion von Erich Foltyn)
 
Ein Gläubiger namens Erich Foltyn versucht, Dinge wie z.B. Engel ähnlich zu definieren, wie die Mathematik Vektoren definiert:
Vektoren seien wie Atome oder eine Gerade abstrakte Gebilde, die mit diversen Eigenschaften versehen sind. Genauso verhielte es sich mit Dingen der Bibel, die abstrakt seien und die man definieren könne:
"Ein Beispiel: Wir definieren was ein Engel ist, indem wir ihn mit fiktiven Eigenschaften ausstatten:
1. Ein Engel ist ein vollkommen unschuldiges Wesen, egal wie es aussehen mag  
2. Ein Engel ist weder Knabe noch Mädchen, also geschlechtslos
3. Ein Engel ist sehr schnell zur Stelle, was in Bildern mit Flügeln symbolisiert wird
4. Ein Engel ist ein Bote Gottes".
Ähnlich verhielte es sich auch mit Begriffen wie: "Gott, Glaube, Engel, Himmel, Hölle, Schöpfung usw. "

Nun ist allerdings nicht einsichtig, was an dieser "Definition" denn nun abstrakt sein soll. Es handelt sich um reine Phantasie, nicht um ein Modell der Wirklichkeit wie es bei den mathematischen und naturwissenschaftlichen Abstraktionen der Fall ist.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


 
Die Arche Noah
(Zu: "Paßten alle Tiere in die Arche Noah" von Fred Hartmann und Reinhard Junker)
 
Fred Hartmann und Reinhard Junker machen sich Gedanken zur Ladekapazität der Arche Noah (http://evangelium/wissenschaft.de). Sie tüftelten folgendes aus: Einmal ganz abgesehen von den abenteuerlichen Berechnungen (es handelt sich äußerlich zwar um sogenannte „Hochrechnungen", aber mit dem Zweck des „Tiefrechnens") hapert es doch noch an ganz anderen Stellen: Die biblische Sintflutsaga geht auf das viel ältere sumerische Gilgamesch-Epos zurück, ist also kein Original.

Viele andere Völker kennen Sintflutsagen. Das deutet schon darauf hin, daß es einmal ein derartiges weltumspannendes Ereignis gegeben hat.

Aufgrund verschiedener Indizien (z.B. Iridiumablagerungen in bestimmten Erdschichten, Krater) vermutet die heutige Wissenschaft einen Kometenimpakt, der eine weltweite Flutkatastrophe auslöste. Es sind in den letzten Jahren eine Menge Hochrechnungen veröffentlicht worden, in denen die Wahrscheinlichkeit für solche Impakte, abhängig von der Masse solcher Kometen, berechnet wurden. Demnach wird unsere Erde in größeren Zeitabständen mit derartigen Katastrophen rechnen müssen. .

Klar, daß die betroffenen Menschen darin das Wirken einer Gottheit sahen und sich je nach Mentalität eine Bestrafung oder die Austragung göttlicher Konflikte einbildete.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis



Ein Kreationist regte an:
 Argumente sammeln!     (natürlich gegen die Evolutionstheorie!)
(Zu: "Reinhard Junker: Argumente richtig einsetzen, 1. Teil")
 

H m m m ,   . . . . .   o d e r   w i d e r l e g e n !     (durchaus atheistische Reaktion)

Christliche Evangelisten sind manchmal sogar selbst bestrebt, die schlimmsten Auswüchse von wissenschaftlicher Ignoranz in den eigenen Reihen zu begrenzen, z.B. bei http://evangelium/wissenschaft.de. Hier versuchen Kreationisten, ihre Ansichten mal wieder mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen abzustimmen ....

Ich werde im Folgenden einige dieser Argumentationen von Reinhard Junker aufgreifen und darauf eingehen:
 
"Eine konsequent durchdachte Evolutionslehre schließt eine direkte Schöpfung Gottes aus, auch den geschichtlichen Sündenfall und eine weltweite Sintflut, wie sie die biblischen Überlieferungen schildern. "

Das ist zu unterschreiben. Der Begriff selbst schließt die Schöpfungshandlung aus. Der Sündenfall hat mit Evolution eigentlich nicht viel zu tun. Eine weltweite (oder zumindest in weiten Teilen der Welt) Sintflut hat wahrscheinlich stattgefunden (wohl der Impakt eines größeren Kometen auf die Erde), aber so, wie er in der Bibel beschrieben wird, war es wohl nicht. Die Sintflutsaga bedient sich einer weit älteren Quelle, des Gilgamesch-Epos. Gilgamesch trifft dort unter anderem auf Utnapischtim, den einzigen Überlebenden dieser Flut.
 

 ,,Wenn es Evolution gab, hat unser Leben keinen Sinn und kein Ziel."
se Aussage sollte schon nach Ansicht der Autoren mit Vorsicht gehandelt werden. Man will sich darauf beschränken, die biblische Eschatologie den evolutionären Sichtweisen entgegenzuhalten (was immer das bedeuten mag).

Atheistische Anmerkung: Lieber keinen Sinn und kein Ziel als denjenigen bzw. dasjenige, das Christen vermuten. Ich habe keine Lust, nach meinem Tod in irgeneinem Paradies zu sitzen, Hallelujah zu singen und einen Gott zu verehren, den ich zutiefst verachten würde, wenn es ihn gäbe.
 

,,Die Datierungsmethoden sind willkürlich."

Dies oft gehörte und gelesene Argument wird von den evangelistischen Autoren selbst verworfen. Man gesteht ein, daß sie (die Datierungsmethoden) schlüssige Ergebnisse liefern (die Evolutionstheoretiker haben "ziemlich gute Karten"). Man verweist lieber auf eine Modellabhängigkeit der Altersangaben.
 

 ,,Fossiliendatierung und Gesteinsdatierung hängen gegenseitig voneinander ab."

Hier wird vom Autor ganz deutlich zugestanden, daß Erdschichten regelhaft aufeinanderliegen und man daraus eine Abfolge erkennen kann. Er gesteht zu, daß es weitere, davon unabhängige Befunde (sprich: Datierungsmethoden) gibt, die diese Abfolge bestätigen.
 

,,Wenn das Universum Millionen von Jahren alt ware, müßte es auf dem Mond eine dicke Staubschicht geben."

Dieses "Argument" wird inzwischen von den Kreationisten meist selbst zurückgenommen. Allerdings wollen sie es sich nicht nehmen lassen zu behaupten, daß es weitere Daten gebe, die darauf hinweisen, daß das Universum jung sein kann. Es wird allerdings nicht gesagt, welche Daten das sein könnten. Auch nicht, wie jung das Universum danach sein soll. Mir jedenfalls sind derartige Daten nicht bekannt.
 

,,Die Biogenetische Grundregel von Haeckel ist widerlegt."

Der evangelistische Autor gibt zu, daß Haeckel im Originalton längst nicht mehr gilt und daß es heutzutage wesentlich differenziertere Aussagen dazu gibt. Der Autor schlägt vor, die Argumente dahingehend zu variieren, daß man "die Erkenntnisse aus der Embryologie auch im Sinne einer durchdachten Schöpfung deuten kann". Wie das allerdings funktionieren soll, darüber schweigt sich der Autor aus.
 

,,Die Fossilien sprechen eindeutig gegen Evolution."

Der Autor nimmt diese Pauschalaussage zurück. Er behauptet allerdings weiterhin, es gebe keine Zwischenformen ("daß Zwischenformen zwischen größeren Organismengruppen regelmäßig fehlen"). Er gibt zu, daß die zeitliche Reihenfolge der Funde durchaus belegt ist, will das aber auch durch Kreation erklären können  (aber wie denn?????). Da nach eigener Aussage viele Fragen offen bleiben, neigt er der Ansicht zu, der Fossilbericht spreche keine eindeutige Sprache in dieser Hinsicht.

Die ständig wiederholte Behauptung, es gäbe keine Zwischenformen, ist Unsinn und falsch. Zwischenformen gerade zwischen den Vorfahren von Affe und Mensch und diesen selbst sind hinlänglich bekannt und zahlreich vorhanden. Und gerade in der letzten Zeit gab es einen neuen Fund, der eine Vorform des Tetrapoden anzeigt (Bild der Wissenschaft). Die Menge und Vielfalt derartiger Funde sollte eigentlich eher erstaunen, wenn man bedenkt, unter welchen besonderen Umständen Fossilien nur entstehen können.
 

,,Affenmenschen sind Mißbildungen, Fälschungen oder grobe Fehldeutungen."

Dieses "Argument" wird auch von unserem evangelistischen Autor zurecht abgewimmelt. Allerdings meint er, es gäbe im Bereich der Anthropologie Alternativen zur ET, die die bekannten Daten berücksichtigten. Welche das allerdings sein sollen, erfahren wir leider nicht.
 

,,Der Mensch kann nicht von Affen abstammen, weil die Chromosomenzahlen verschieden sind."

Mal abgesehen davon, daß kein Biologe das jemals behauptet hat (ist auch Unsinn: Affe und Mensch haben gleiche Vorfahren, stammen aber genausowenig voneinander ab wie Onkel und Neffe oder feministisch: wie Tante und Nichte), der Autor gibt zu, daß auch das keine Argument ist. Er möchte die Ähnlichkeit des Erbgutes durch "Schöpfungsverwandtschaft" erklären, (was immer das auch sein soll).
 

Als Quintessenz der ganzen Abhandlung empfiehlt unser Kreationist folgende Taktik:

Man solle zeigen, daß die Evolutionstheorie auch ein Glauben sei.

Das soll eine wissenschaftliche Theorie, die sich um Erklärung von Fakten bemüht, auf den gleichen unteren Level herunterziehen, den ein Glauben hat. Da die ET sich aber um die Erklärung und Deutung vorhandener Fakten bemüht, hat sie es nicht nötig, sich auf diesen schwankenden Steg von diffusen Behauptungen übersinnlicher Art herabzulassen, den ein Glauben repräsentiert.
aß dieses Rezept  bei Atheisten leider sehr oft greift, habe ich in letzter Zeit durch einen längeren Mail-Kontakt mit einem Atheisten, der zwar selbst denkt, aber wissenschaftstheoretisch wenig geschult ist, erfahren. Es entstand bei ihm ein Eindruck derart, daß er zwar spürte, daß da eine Unstimmigkeit war, er aber nicht "den Finger darauf legen" konnte. Diesen Mailwechsel veröffentliche ich mit seinem Einverständnis.
 

Man solle Zeugnis von der Bibel ablegen und warum man daran glaubt.

Naja, das ist kein Argument, noch nicht mal eine Taktik.
 
Das letzte muß ich zitieren:

"Arbeiten Sie darauf hin, daß deutlich wird, daß Evolution nur eine Deutungsmöglichkeit ist, aber keine Deutungsnotwendigkeit und daß ihr eine alternative, biblisch motivierte Deutungsmöglichkeit gegenübersteht!

Es genügt, der Evolutionslehre das Erklärungsmonopol zu bestreiten; wissenschaftlich streng widerlegbar ist die Evolutionslehre vermutlich nicht.

Man kann aber beispielhaft zeigen und begründen, daß der biblisch begründete Glaube mit dem Wissen der Naturwissenschaften zusammengebracht werden kann (*derartige Versuche siehe Mailwechsel, d.Autor) und daß man den Verstand nicht an der berühmten Garderobe abgeben muß, wenn man glaubt. Das genügt. Der Glaube bleibt immer eine Sache der persönlichen Einstellung und Entscheidung, ein Wagnis, das sich aber bewahrt. Unsere Aufgabe sehe ich hier darin, unberechtigte Hindernisse in Form wissenschaftlicher Erklärungsmonopole abzubauen. "

Im Prinzip das gleiche wie die erste Taktik. Man will der Wissenschaft das Erklärungsmonopol bestreiten. Da man das aber nicht durch Fakten kann, versucht R. Junker hier recht hinterlistig, einen unbegründeten dubiosen Zweifel an wissenschaftlicher Arbeit unterzubringen. Nicht sehr seriös.
 

Von den dann auf der Evolutions-homepage 9 folgenden Literaturhinweisen sind 6 Veröffentlichungen von Herrn Junker bzw, in seiner Mitarbeit.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


Fehler in Evolutions-Schulbüchern???
(Zu: "Fehler in Schulbüchern" von Wort und Wissen)
 
Es wird von Kreationisten-Seite immer wieder versucht, Biologie-Schulbücher in Mißkredit zu bringen. Nicht systematisch, sondern beispielhaft wird versucht  zu zeigen, daß nicht nur didaktische Reduktion sondern "einseitige Ausblendung von Daten, die die Evolutionstheorie in Frage stellen" beabsichtigt ist.

Beanstandet werden z.B. Formulierungen wie: "machen .... wahrscheinlich", "ist man bereit, .... hier anzuwenden, spricht nichts dagegen, daß.......", "in Simulationsversuchen gelang......, die als...... mit.......weitgehend übereinstimmen." Jede wissenschaftliche Theorie ist falsifizierbar. Niemand erhebt Anspruch auf absolute Wahrheiten. Dies ist wirklich echt wissenschaftliche Vorgehensweise.

Das Fehlen einer Problematisierung des vielfachen Auftretens von Lebensformen im Kambrium wird beanstandet. Auch, daß die ersten Lebensformen bisher noch unbekannt sind. Wie soll man aber denn Versteinerungen der ersten Lebensformen haben, wenn Skelette noch nicht existierten? Lebensformen im Kambrium traten verstärkt auf. Selbstverständlich gibt es Überlegungen, warum das gerade in dieser Zeit verstärkt geschah. Die Tatsache aber bleibt unabhängig davon.

Fehlende Übergangsformen werden moniert. Allerdings wird andererseits immer wieder auf die Unwahrscheinlichkeit hingewiesen, mit der Reste von Lebensformen fossilisiert werden.  Fossilien werden meist eher zufällig gefunden. Wenn man außerdem bedenkt, wieviel Prozent (eher Promille) aller einst existiert habenden Lebewesen man bisher gefunden hat, dann ist es eher erstaunlich, wie gut sie zur Theorie passen. Gerade zu den Vofahren des Menschen hat man eine Menge Zwischenglieder gefunden. (siehe auch mailwechsel)

Vielleicht hätte man ja die Lebensformen dazu veranlassen sollen, so ca. alle zehntausend Jahre (natürlich immer unter Angabe der Fundstelle!) ein bzw. mehrere Musterfossilien zu hinterlassen. Ein Gott in seiner unheimlichen Weisheit wäre doch bestimmt darauf gekommen.

Eine Menge schon lange überholter Theorieteile (Ontogenese) wird wiederholt. Wie oft soll man noch darauf hinweisen, daß wissenschaftliche Theorien sich weiterentwickeln? Sie verkörpern keine unanfechtbare Wahrheit.

Was haben denn die Kreationisten entgegenzusetzen außer Märchen?

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


Wirklich zwei Modelle für die Entstehung des Lebens???

Kreationisten bemühen sich sehr, ihren Glauben verwissenschaftlicht und ernstgenommen zu sehen. Man postuliert, daß die Mehrheit der Wissenschaftler Evolutionisten seien. Das impliziert aber durch die Art und Weise, wie es beschrieben wird, daß diese Wissenschaftler voreingenommen seien. Daß jeder dieser Wissenschaftler aber nur deshalb von der Evolutionstheorie überzeugt ist, weil alle Forschungsergebnisse sie bislang bestätigten, wird unterschlagen.

Statt dessen wird krampfhaft versucht, den sogenannten Kreationismus mit einem wissenschaftlichen Mäntelchen zu versehen. Dabei spricht nichts, aber auch überhaupt nichts für eine Annahme, die Welt könnte am Tag X und den darauf folgenden 7 Tagen (oder 6?) von irgendeinem gelangweilten Gott erschaffen worden sein, damit er etwas zu treiben hat oder damit jemand ihn gefälligst anbeten soll (naja, die Bibel spricht schon davon, daß er gern angebetet werden möchte). Egal, ob einer dieser Tage nun wirklich 24 Stunden hatte oder sich über eine jahrmillionenlange oder millisenkundenkurze Zeit hinzog, allein die Reihenfolge stimmt schon mal nicht.  Aber das konnten die Autoren der Genesis vor etwas längerer Zeit ja noch nicht wissen.

Kreationisten versuchen hier, Menschen für dumm zu verkaufen. Leider anscheinend mit einigem Erfolg, wenn man sich das Netz ansieht.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


Alexander Dietz: Evolutionskritik
(Zu: "Alexander Dietz: Evolutionskritik")
 
A.D. geht davon aus, daß Darwins Ur-Theorie immer noch genauso exitstiert, wie sie einmal begonnen wurde. Und er weist dieser Lehre einen Anspruch auf absolute Wahrheit zu, den sie niemals hatte. Er behauptet, daß diese Theorie  bisher "weder durch Beobachtung noch Funde belegt werden konnte". Das ist Unsinn. Belege und Funde gibt es mehr als genug.

A.D. fordert im Interesse einer gewissenhaften Lehre in der Wissenschaft eine objektive Gegenüberstellung aller Meinungen. Wahrscheinlich ist, daß er besonders die seine meint. Wissenschaft untersucht aber keine Meinungen, sondern Forschungsergebnisse.

Wenn A.D. danach folgert, "Tatsache ist jedoch, daß die Theorie von der evolutionären Herkunft des Menschen mit dem biblischen Zeugnis der Erschaffung des Menschen absolut unvereinbar ist.", dann mag das schon richtig sein.

Dann muß man halt die Bibel wegschmeißen.

Man kann natürlich auch nach Übersetzungsfehlern suchen. Oder versuchen, die Bibeltexte "modern zu interpretieren".

A.D. versucht dann,  über einzelne Unstimmigkeiten (denen jede naturwissenschaftliche Theorie, die auf Funde angewiesen ist, naturgemäß unterliegt) die Evolution zu diskreditieren. Seine "Argumtent für den Kreationistmus" gipfeln denn auch mal wieder in "Argumenten gegen": also in der Ablehnung evolutionistischer Postulate.

Das Einzige, was wirklich FÜR den Kreationistmus spricht, ist folgendes Zitat: "Aber immer dann, wenn sie wissenschaftlich relevante Fragen anspricht, können auch diese Aussagen nicht falsch sein, will die Bibel ihrem Anspruch als Buch der Wahrheit gerecht werden." Was soll man dazu noch sagen???

Dazu kann man doch noch etwas sagen: Jede Aussage kann falsch sein. (Sonst ist sie keine Aussage). Überprüfen wir sie halt!  :-)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


Fakten ???????

Immer wieder beziehen sich Kreationisten auf sogenannte Fakten. Noch zu klären wäre die Frage, ob es sich bei den folgenden Wahrscheinlichkeiten tatsächlich  um Fakten handelt: Die Informatik wird bemüht mit z.B. Wahrscheinlichkeiten für die spontane Entstehung der 200 Enzyme des  Lebens (sie soll bei 1:10 hoch 40.000 liegen). Wie niedrig dagegen ist erst die Wahrscheinlichkeit für die spontane Entstehung meiner eigenen Person (oder Deiner, wenn Dir das lieber ist)?

Und da ist auch schon der Pferdefuß: die spontane Entstehung. Hier wird die Entwicklung negiert. Was ich damit meine, ist z.B. folgendes: Die spontane Entstehung von Goethes Faust ist ziemlich unwahrscheinlich (wenn man z.B. Staub und Holzspäne schüttelt). Existiert aber Papier und Tinte, und existiert darüberhinaus bereits Herr von Goethe, dann steigt die Wahrscheinlichkeit immens.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Sechser im Lotto liegt bei über 1 : 13 Millionen. Aber es gewinnen immer wieder Menschen.

Fazit: Eine geringe Wahrscheinlichkeit spricht nicht gegen bereits erfolgte Tatsachen. Und besonders nicht dann, wenn diese Tatsache Ergebnis einer vorausgegangenen Entwicklung ist.

A.D- bemängelt die fehlende Unterscheidung zwischen "Makro- und Mikroevolution". Er behauptet, nur Makroev. sei echte Evolution. Die Begründung bleibt er schuldig.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis
   


Das Kapitel "Keine Evolution? Was nun?" muß man selber lesen. Mir fällt dazu nichts mehr ein. Wie dumm muß ein Argument sein, damit wirklich jeder merkt, was los ist?